Hyper-V-Management mit Powershell
Auch Administratoren sind bequeme Menschen: Bietet sich die Gelegenheit, Verwaltungsaufgaben mit einer intuitiven GUI zu erledigen, werden sie diese in der Regel gerne ergreifen. Ausnahmen von dieser Regel gibt es jedoch: Wiederholte Routine-Aufgaben erledigt man schneller per Script, statt sich per „Malen nach Zahlen“-Prinzip jedes Mal auf demselben Wege durch eine graphische Oberfläche zu klicken.
Ein zweiter Grund für die Administration per Kommandozeile ist die Tatsache, dass man auf manchen Systemen nichts anderes zur Verfügung hat, wenn man direkt an der Console sitzt und keine extra Maschine für die Verwaltung zur Verfügung hat. Dies ist etwa auf Server-Core-Installationen oder bei Hyper-V-Server 2008 (R2) der Fall.
Rudimentäre GUI-Tools helfen zwar, den Server selbst leichter einzurichten, aber die Verwaltung virtueller Maschinen wird von ihnen nicht abgedeckt. Im kostenlosen Hyper-V-Server 2008 (R2) ist es auch nicht möglich, sich zu einer VM von der Root-Partition her zu verbinden, um den Server quasi von innen remote zu administrieren. Ein solches Setup wäre sowieso alles andere als solide, scheitert aber diesem Falle außerdem am fehlenden vmconnect.exe – dem Tool, das auf voll ausgestatteten Servern diese Verbindung normalerweise herstellt.
Powershell installieren – besser unter R2
Für Sowohl für Server-Core-Installationen aus auch für den Betrieb von Hyper-V-Server kommt für die VM-Verwaltung nicht cmd.exe, sondern nur Powershell in Frage – zwar auf Kommandozeilenebene, doch mit dem Potential, genügend Funktionen bereitzustellen. Auf Windows Server 2008 R2 und Hyper-V-Server 2008 R2 genügen diese beiden Kommandos
start /w ocsetup NetFx2-ServerCore
start /w ocsetup MicrosoftsoftWindowsPowerShell
Das erste Kommando installiert hier die Voraussetzung .NET, erst das zweite die eigentliche Powershell. Im TechNet-Magazin stellt William R. Stanek eine noch einfachere Variante vor. Danach kann man Powershell per
start %SystemRoot%\System32\WindowsPowerShell\v1.0\PowerShell.exe
starten.
Auf den Vorgänger-Versionen ist das Unterfangen komplizierter und stellt kein von Microsoft unterstütztes Szenario dar, da Powershell hier kein installierbares Feature ist. Sämtliche Komponenten müssen daher vorher heruntergeladen und auf einer Netzwerkfreigabe bereitgestellt werden. MVP Dmitry Sotnikov stellt auf seinem Blog einen Weg vor, der diese Konfiguration dennoch ermöglicht.
Powershell Management Library installieren
Powershell alleine ist noch keine große Hilfe bei der VM-Verwaltung, sondern die Voraussetzung für den Einsatz der Powershell Management Library Version 2 for Hyper-V, die es auf Codeplex zum Download gibt. Auf der Startseite des Projektes erhält man einen umfassenden Überblick darüber, was die Bibliothek alles kann: Sie deckt das komplette Management ab, sowohl den Betrieb als auch die Einrichtung der virtuellen Maschinen. Als primären Download gibt es übrigens das 62seitige Manual mit der detaillierten Erläuterung aller Funktionen.
Ebenfalls sehr zu empfehlen ist die Bibliothek Powershell Configurator for Server Core R2/Hyper-V Server R2, die ebenfalls als freier Codeplex-Download verfügbar ist. Die Existenz beider Bibliotheken könnte gar die Entscheidung in Richtung Server Core oder gar Hyper-V-Server 2008 R2 verschieben, wenn man der Verwaltbarkeit wegen vorher zu einem voll ausgestatteten Server tendiert hatte, und macht umgekehrt auch auf voll ausgestatteten Servern die VM-Verwaltung per Kommandozeile attraktiv.




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