Ordnerumleitung mit Gruppenrichtlinien konfigurieren
Die voreingestellte Ablage von Windows für die verschiedenen Dokumenttypen hat in Unternehmen und vergleichbaren Organisationen oft keinen Sinn: Hier will man die Dateien etwa zentral auf dem Netzwerk speichern. Die Gruppenrichtlinien innerhalb eines Active Directory sehen einen Satz Richtlinien speziell dazu vor, die voreingestellten Speicherorte auf andere umzukonfigurieren. Dies muss nicht notwendigerweise netzwerkorientiert sein; die Richtlinien lassen sich ebenso dazu verwenden, innerhalb der lokalen Ordner jedes Clients andere Einstellungen zu treffen.
Richtlinien für die Ordnerumleitung
Die Richtlinien für die Ordnerumleitung befinden sich unter „Benutzerkonfiguration → Richtlinien → Windows-Einstellungen → Ordnerumleitung“. Sie sind nur im Active Directory vorhanden, die lokalen Richtlinien eines Computers, wie man sie per gpedit.msc konfigurieren kann, führen diese Einstellungen nicht.
Man konfiguriert eine Ordnerumleitung jeweils per Klick mit der rechten Maustaste auf das Kontextmenü des betreffenden Ordners und wählt hier den Punkt „Eigenschaften“. Hier kann man die Ordner entweder für alle Benutzer einheitlich oder getrennt nach Sicherheitsgruppen konfigurieren. Zur Auswahl stehen jeweils ein gemeinsamer Ordner oder die Möglichkeit, unterhalb eines Stammordners für jeden Benutzer Unterordner anzulegen. Dies macht die Einstellung automatisch, ohne dass man mit Umgebungsvariablen hantieren muss, zeigt in der Vorschau für einen Beispiel-Benutzer, wie der fertige Pfad aussehen wird und übernimmt die bisherigen Benutzerdaten in den neuen Pfad, wenn die Richtlinie in Kraft tritt. Auch für den eventuellen Rückweg ist gesorgt: Man kann auch die (Wieder-)Umleitung eines Ordners in den lokalen Benutzerprofilpfad verfügen, auf Wunsch ebenfalls unter Mitnahme der Benutzerdateien.
Um die Richtlinie auch für alte Betriebssysteme wie Windows XP anzuwenden, muss man sich jeweils auf die Registerkarte „Einstellungen“ jeder Ordnerumleitung begeben und dies hier aktivieren, wobei man automatisch gewarnt wird, wenn diese Option beim Speichern nicht gesetzt ist. Ebenfalls zu den Einstellungen gehört, ob die vorhandenen Benutzerdateien jeweils mit umgezogen werden sollen – diese ist in der Voreinstellung jeweils aktiviert. Auch kann man gleich beim Festlegen der Richtlinie verfügen, was mit ihnen geschehen soll, wenn man sie wieder deaktiviert.
Bei allem sonstigen Komfort: Eine Übersetzung von Ordner-Namen auf dem Dateiserver in UNC-Namen nimmt die Richtlinieneinstellung nicht vor. Das heißt, auch wenn sich der freigegebene Ordner, in den umgeleitet werden soll, lokal ansprechen lässt, muss man hier den UNC-Namen eingeben, wie er von allen Clients verstanden werden kann.
Ordnerumleitung und Bibliotheken
Um die
Windows-7-Bibliotheken kümmert sich die Richtlinie nicht. Auswirkungen hat sie dennoch: Die Umleitung für „Dokumente“, „Musik“, „Bilder“ und „Videos“ wirkt jeweils auf den voreingestellten Standardspeicherort der jeweiligen Bibliotheken auf den Clients. Ist dieser verändert worden, ändert die Umleitung den Ordner, der ursprünglich einmal Standardspeicherort für die betreffende Bibliothek war. Insofern führen die alten Spezialordner („User Shell Folders“) auch unter Windows 7 noch ein geisterhaftes Leben im Explorer weiter, was eventuell für ein inkonsistentes Benutzererlebnis sorgt, wenn man allzu viele diesbezügliche Voreinstellungen auf den Clients verändert hatte.
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1 Kommentar
Hab ich auch so gelöst. ABER, der Benutzer kann immer noch Files lokal über die Öffentlichen Verzeichnise abspeichern. Leider funktionieren die Bibliotheken überhaupt nicht mehr, wenn dieses Verzeichnis gelöscht wird. Und wie man den Speicherort automatisch entfernen kann ist mir auch nicht bekannt.
Gibt es da eine Lösung? GPO, Script...
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