Volumenlizenzen: Zwischen Retail-Version, KMS und MAK wechseln

MAK KMS Branchoffice SzenarioWenn es an die Volumen­lizensierung und -aktivierung von Windows und ab Version 2010 auch Office geht, können sich IT-Architekten zwischen der Aktivierung per Key Management Service (KMS) oder Multiple Activation Key (MAK) entscheiden. In der Regel wird inner­halb des Unter­nehmens keine reine KMS- oder MAK-Landschaft entstehen, sondern ein Gemisch aus beiden, weil es immer unter­schied­liche An­forderungen pro Abteilung, Geräte­typ oder Konnek­tivität gibt.

Der Volume Activation Planning Guide gibt eine Übersicht, nach welchen Kriterien man entscheidet, welches Akti­vie­rungs­verfah­ren pro Geräte­klas­se sinn­voll ist. Eine ent­schei­dende Rolle, ob MAK, MAK-Proxy oder KMS eingesetzt werden können und sollen, spielt die Netzwerk-Infra­struktur und die daraus resultierende Konnek­tivität der Geräte und deren Anzahl pro Netzwerk-Segment und -Standort. Diese fasst der Planning Guide hier in einer Tabelle zusammen.

Wechsel zwischen KMS und MAK

Die Art der Aktivierung einer Lizenz kann man jederzeit wechseln, und zwar durch Eingabe des jeweiligen Schlüssels, der damit den vorher verwendeten ersetzt. Daniel Melanchton beschreibt auf seinem Windows-7-Blog, wie dies mit Hilfe des Visual-Basic-Scripts slmgr.vbs inner­halb einer Ein­gabe­auf­forderung mit Ad­mini­strator­rechten funktioniert: Man gibt nach dem Parameter /ipk den neuen Schlüssel ein, der anstelle des alten wirksam wird. Um zu MAK zu wechseln, gibt man einen MAK-Schlüssel ein. Für den Wechsel zu KMS gibt es folgende generische Schlüssel für die einzelnen Betriebs­system-Versionen:

BetriebssystemProduct Key
Windows 7 Professional FJ82H-XT6CR-J8D7P-XQJJ2-GPDD4
Windows 7 Professional N MRPKT-YTG23-K7D7T-X2JMM-QY7MG
Windows 7 Enterprise 33PXH-7Y6KF-2VJC9-XBBR8-HVTHH
Windows 7 Enterprise N YDRBP-3D83W-TY26F-D46B2-XCKRJ
Windows 7 Enterprise E C29WB-22CC8-VJ326-GHFJW-H9DH4
Windows Server 2008 R2 HPC Edition FKJQ8-TMCVP-FRMR7-4WR42-3JCD7
Windows Server 2008 R2 Datacenter 74YFP-3QFB3-KQT8W-PMXWJ-7M648
Windows Server 2008 R2 Enterprise 489J6-VHDMP-X63PK-3K798-CPX3Y
Windows Server 2008 R2 für ItaniumGT63C-RJFQ3-4GMB6-BRFB9-CB83V
Windows Server 2008 R2 Standard YC6KT-GKW9T-YTKYR-T4X34-R7VHC
Windows Web Server 2008 R2 6TPJF-RBVHG-WBW2R-86QPH-6RTM4

Anschließend muss man jeweils slmgr.vbs mit dem Parameter /ato ausführen, um das Betriebssystem gegenüber dem KMS zu aktivieren.

Auch Retail-Versionen kann man konvertieren

Die Methode der nachträglichen Eingabe von Volumen­schlüsseln kann man auch verwenden, um Retail-Versionen umzustellen. Dadurch wird die Lizen­sierung eines PCs nur durch die Art des verwendeten Schlüssels bestimmt, nicht dadurch, welches Instal­lations­medium zum Zeitpunkt der Einrichtung gerade zur Verfügung stand. Ein aus irgendwelchen Gründen außerhalb des normalen Deploy­ment-Mechanis­mus instal­lierter PC kann so ohne Neu­instal­lation schmerzlos in die Lizenz-Infra­struktur ein­geglie­dert werden. Voraus­setzung ist, dass das darauf befindliche Windows in der gleichen Produkt­klasse beheimatet ist, also Windows 7 be­ziehungs­weise Windows Server 2008 R2. Die Home-Versionen von Windows 7 zählen dabei nicht dazu, sie sind nicht auf Volumenlizenz umstellbar.

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