Windows-Images mit DISM mounten und aktualisieren

dism thumbnailDeployment Image Servicing and Management (DISM) ist Bestandteil von Windows 7/8 und Windows Server 2008/2012. Admins können mit seiner Hilfe Windows-Images (WIM) auslesen und bearbeiten, ohne dass das Windows Automated Installation Kit (WAIK) auf dem entsprechenden Rechner installiert sein muss.

Die Fähigkeiten des Kommandozeilenwerkzeuges umfassen unter anderem das Ein- oder Abschalten von Features, das Hinzufügen oder Entfernen von Treibern und von Komponenten, die Eingabe des Produkt-Keys, oder die Anpassung von Sprache, Tastaturbelegung und Zeitzone. Als Image, das mit DISM bearbeitet werden kann, akzeptiert das Tool dabei sowohl den Pfad zu Root-Verzeichnissen von Windows Installationen, per Parameter /online die aktuell laufende Windows-Instanz, unter der das Tool selbst ausgeführt wird und gemountete WIM-Images.

Zum Mounten und Unmounten der WIM-Images kann man DISM ebenfalls verwenden und braucht kein weiteres Tool aus Microsofts Baukasten. VHDs mit Windows-Systemen lassen sich per diskmgmt.msc oder diskpart.exe mounten und dann ebenfalls mittels DISM bearbeiten.

DISM starten

DISM ist bereits Bestandteil von Windows 7 und Windows Server 2008 R2. Zur Verwendung muss es in einer Eingabeaufforderung aufgerufen werden, die Administrator-Rechte innehat. Eine Besonderheit ist unter 64-Bit-Windows zu beachten: Es gibt dism.exe zwei Mal: die 64-Bit-Version unter %SystemRoot%\System32, die 32-Bit-Version unter %SystemRoot%\SysWOW64. Gibt es aus irgendeinem Grund Fehlermeldungen, dass die 32-Bit-Version nicht unter dem 64-Bit-System lauffähig sei, ruft man das Tool am besten mit Pfadangabe auf.

Images mounten

Per DISM wird ein SCSI-Treiber und ein englisches Sprachpaket zu einem deutschsprachigen Windows hinzugefügtAls „Image“ im Sinne eines von DISM wartbaren Windows-Abbildes zählt jede Windows-Installation oder ein WIM-Image. Bei jeder DISM-Aktion gibt man entweder den Parameter /online an, womit das gegenwärtig laufende System gemeint ist, oder aber /Image:‹root›, wobei ‹root› das Wurzelverzeichnis einer Windows-Installation ist, auf die volle Zugriffsrechte bestehen müssen. Handelt es sich um eine WIM-Datei, wird DISM selbst zum Mount-Werkzeug mit folgendem Befehl:

dism.exe /Mount-Wim /MountDir:‹Mount-Verzeichnis› /wimfile:‹WIM-Datei› /index:1

Mountet man mehrere Images, muss man den Index jeweils hochzählen, so dass er pro Mount-Punkt nur einmal vorkommt ist. Alternativ kann man statt /index:‹Zahl› auch /Name:‹Name› verwenden und das Image unter einem – jeweils eindeutigen – Namen mounten. Mit

dism.exe /get-mountedwiminfo

erhält man eine Übersicht aller derzeit gemounteten WIM-Images.

Das Unmounten von WIM-Images funktioniert mittels des Befehls

dism.exe /Unmount-Wim /MountDir:‹Mount-Verzeichnis› /‹Modus›

wobei ‹Modus› die Entscheidung darüber trifft, ob alle vorgenommenen Änderungen geschrieben werden sollen. /Commit tut dies, /Discard löst das Image ohne Änderungen aus dem Dateisystem heraus. Per

dism.exe /Image:‹root› /?

gibt das Tool alle anwendbaren Operationen für ein Image an – bei Online-Images sind das etwa weniger als bei Offline-Images. Eine vollständige Referenz für DISM befindet sich in diesem TechNet-Beitrag. Einige wichtige Highlights werden hier herausgestellt.

Treiber verwalten

Mit dem Parameter /Get-Drivers erhält man alle per INF-Datei installierten Treiber – das gilt auch, wenn im Laufe einer Installation per EXE- oder MSI-Datei der INF-Mechanismus zum Einsatz kam. Mittels der an erster Stelle hinter "Published Name" ausgegebenen INF-Datei ermittelt man alle Details zu einem Treiber, indem man ihn mit vollem Pfad am Schluss von

dism.exe /Image:‹Mount-Verzeichnis› /Get-DriverInfo /Driver:‹INF-Datei›

als Parameter übergibt. Nach dem gleichen Muster arbeitet der Parameter /Remove-Driver – er entfernt den betreffenden Treiber komplett aus dem System. Im Falle von Massenspeichertreibern von Drittanbietern wie etwa bei SCSI-Adaptern sollte man also vorher prüfen, ob er nicht zum Systemstart benötigt wird.

Für Installations-Images interessant ist die Möglichkeit, mit /Add-Driver /Driver:‹INF-Datei› die Treiber von Drittanbietern in das zu verteilende Image zu integrieren. Der Treiber muss dazu entpackt vorliegen, um den Pfad zur INF-Datei angeben zu können, wie dies auch bei der Installation von Druckertreibern für Fremdsysteme Voraussetzung ist.

Pakete und Features verwalten

Mit DISM lassen sich über /Add-Package /PackagePath:‹CAB-Datei› zusätzliche Pakete in ein Image integrieren. Sie können im CAB- oder MSU-Format vorliegen. Damit lassen sich etwa Hotfixes, aber auch Language Packs in ein Image integrieren. Auf diese Weise kann man etwa Installations-Images bauen, die vom Setup an bereits mehrsprachig sind.

Administratoren mit einer Language-Pack-DVD oder einem Verzeichnis voller Hotfixes sind mit DISM auch schneller als per Klick-Installation, wenn sie derer mehrere auf einmal installieren wollen, auch auf dem laufenden System. Mit /RemovePackage /PackagePath:‹CAB-Datei› lassen sich Pakete wieder entfernen, wobei statt der originalen CAB-Datei auch /PackageName:‹Name› verwendet werden kann, den man vorher mit /Get-Packages ermittelt hat,

Mit den Windows-eigenen Features funktioniert es im Prinzip analog wie zu den Paketen nur dass man diese nicht hinzufügt oder entfernt, sondern mit /Enable-Feature und /Disable-Feature ein- beziehungsweise abschaltet. Die gesamte Liste für ein System gibt es mit /Get-Features.

Produkt verwalten

Hochstufen eines Installationsimages: DISM löscht das HomePremium-Paket – nur noch Windows 7 Professional und Ultimate enthaltenWindows lässt sich per DISM zu einer höheren Version hochstufen. Das funktioniert mit Images als auch mit dem laufenden System – Microsoft empfiehlt dieses Vorgehen allerdings nur für Offline-Images. Mit /Get-CurrentEdition ermittelt man die laufende Version, mit /Get-TargetEditions alle verfügbaren höheren Editionen. Mit /Set-Edition:‹Ziel-Version› führt man das Upgrade durch, und wenn man außerdem /ProductKey:‹Produkt-Key› als weiteren Parameter mitgibt, spart man sich dessen separate Eingabe.

Im laufenden oder einem Offline-Image führt dies dazu, dass die Funktionen der höheren Windows-Edition freigeschaltet werden. In einem WIM-Installationsimage werden die Pakete gelöscht, die ausschließlich zu den geringwertigeren Versionen gehört haben, und man kann das Image nur mehr zur Installation der höherwertigen Versionen verwenden. In beiden Fällen ist das Verfahren eine Einbahnstraße: Wieder zurückstufen lässt Windows sich nicht, man kann lediglich die Edition erneut auf eine höhere heben.

5 Kommentare

Bild von Juergen Graf
Juergen Graf (Besucher) sagt:

Danke für diesen Beitrag. Da waren genau die Parameter beschrieben auf die es ankommt. Ich möchte dism verwenden um Images per WDS Server zu Installieren und hab immer wieder mal Probleme beim einbinden von Netzwerkkarten.
Also nochmals Danke.

mfg
Jürgen Graf

Bild von Ulrich Supplieth
Ulrich Supplieth (Besucher) sagt:

Hallo,
versuche als Admin dism.exe zu starten und es klappt nicht so recht.Das Dos Fenster geht kurz auf und sofort wieder zu.
Kann mir geholfen werden?

Uli

Bild von Wolfgang Sommergut

Erst eine Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten öffnen und dann DISM starten.

Bild von Joe
Joe (Besucher) sagt:

Start -> cmd suchen -> Rechtsklick als Admin -> C:\......dism.exe

Bild von Patrick
Patrick (Besucher) sagt:

nicht die dism.exe öffnen, sondern in der eingabeaufforderung (wichtig: als admin starten) öffnen :)

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