Windows kostenlos: Die wichtigsten IT-Technologien der vergangenen und nächsten 10 Jahre

geek speak thumbnailBei der Panel-Diskussion „Geek Speak Live“ zum Auftakt der diesjährigen Citrix Synergy in San Francisco ging es unter anderem um die Frage, welches die wichtigsten IT-Technologien waren, welche die ver­gangenen 10 IT-Jahre maßgeblich prägten und welche dies – aus heutiger Sicht – am wahrschein­lichsten für die nächsten 10 Jahre sein würden. Interessanter­weise fiel der Begriff „Windows“ gleich zweimal: Einerseits habe das Desktop-Betriebs­system mit seiner Host-zentrierten, für die verteilte Arbeit im Netz prinzipiell ungeeignete Anwendungs- und Anwen­der­verwal­tungs­struktur den heutigen Bedarf an Vir­tuali­sierungs­lösungen erst geschaffen.

Andererseits werde es auch die nächsten 10 Jahre so bleiben, dass Anwendungen nahezu ausschließlich als Windows-Programme erschienen. Trotz aller Erfolge Web-basierter Anwendungen wie Google Docs seien diese funktional noch meilenweit von Desktop-Software entfernt, es gebe deshalb keine nennenswerten Zahlen von Unternehmen, die ernsthaft planten, von einer ausgewachsenen Anwendungs-Suite zu einen derartigen Web-Service zu migrieren. Was Geschäfts­anwendungen betrifft, gebe es hier auch gar keine Alternativen.

Die wichtigsten Technologien der letzten 10 Jahre

Aus Sicht der Virtualisierer waren dies die treibenden Technologien der letzten 10 Jahre. Wichtig war, dass es sich um etablierte Techniken handelt:

  • Windows,
  • Streaming, sowohl des Desktops als auch von Anwendungen und Benutzerprofilen,
  • MSI als einheitliches Installer-Format,
  • Applikations­virtualisie­rung, welche die „DLL-Hölle“ der Jahre davor zu den Akten legte,
  • die Entwicklung der Remote-Protokolle wie RDP oder ICA.

Die wichtigsten Technologien der nächsten 10 Jahre

  • Windows, allerding nicht mehr als Bezahl-Software, sondern als Basis für ein gebührenfinanziertes Service-Angebot im Web,
  • Layering; das heißt Virtualisierung und separates Streaming konsequent jeder Be­triebs­sys­tem-Management-Funktion an den Benutzer, wo die Layer wieder zu einem konsistenten System aus Anwendungen, Daten und Einstellungen zusammengesetzt werden,
  • Verlagerung der Clients auf mobile Geräte, dadurch Veränderung der Benutzererwartung und der Gestaltung und Ergonomie von Software,
  • Daten als Service: Das Modell, Be­triebs­sys­teme, Anwendungen und Anbindungen zu verkaufen wird komplett einem datenorientierten weichen, bei dem Benutzer dafür zahlen, gewünschte Inhalte und Informationen dorthin geliefert zu bekommen, wo sie diese brauchen.

Von der Komplett-Virtualisierung und der Bedeutungslosigkeit des Be­triebs­sys­tems, um Anwendungen zu starten, träumen Virtualisierer allerdings ebenfalls schon 10 Jahre, wenn nicht noch länger. Den Teilnehmern war durchaus klar, dass man sich damit zumindest was dem Weg betrifft, wie diese vom System zum Benutzer gelangen sollen, ein komplettes Re­engineering von aller Soft­ware- und Sys­tem­ver­wal­tungs­funk­tio­nen von Windows vorgenommen hat. Dem nativen Windows, wie man es derzeit kennt, käme in diesem Szenario nur noch die Rolle eines „XP-Modus für die An­wendungs­bereit­stellung“ zu.

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