Mit Nimbula eine Private Cloud aufbauen
Nimbula heißt
die Firma, die Chris Pinkham, einer der "Väter" von Amazons "Elastic
Compute Cloud" (EC2) 2008 gegründet hat. Vor diesem Hintergrund verwundert es
nicht, dass sich auch Nimbula mit dem Thema Cloud-Computing beschäftigt, speziell der Private Cloud. Das
Unternehmen hat mit "Nimbula Director" eine Software entwickelt, das
nach Angaben von Pinkham ein "Cloud Operating System" ist.
Damit lassen sich IT-Ressourcen in eine "private Wolke" (Private Cloud) verlagern und managen. Dies soll laut Nimbula weitgehend automatisch erfolgen: Die Software identifiziert Server, implementiert einen Hypervisor (derzeit Citrix-Xen oder Kernel-based Virtualization, KVM) und fasst die Knoten in einer "Cloud" zusammen.
REST-APIs und Browser-Frontend
Sonderlich viele Informationen stellt das Unternehmen zu Nimbula Director allerdings nicht zur Verfügung. Über APIs (RESTful HTTP API) lassen sich externe und interne Cloud-Computing-Ressourcen anbinden beziehungsweise verwalten. Dem Admin steht dazu ein Web-Frontend zur Verfügung. Er kann jedoch auch auf ein Kommandozeilen-Interface (CLI) zugreifen.
Unterstützung für Active Directory und LDAP
Auch der Import von Benutzerdaten, die in Active-Directory- oder LDAP-Verzeichnissen lagern, ist möglich. Alles andere wäre allerdings auch eine Zumutung für Administratoren.
Pinkham zufolge lassen sich mehrere 100.000 Rechner in einer Cloud zusammenfassen. Auch hier mangelt es noch an "Schärfe": Interessant wäre beispielsweise eine Angabe über die konkrete Zahl der Systeme (Server und Storage-Geräte), die sich mit Nimbula verwalten lassen.
Fehlertolerante Architektur
Als Kontrollzentrale
dient ein Infrastructure Controller (IC). Der definiert einen IC Master, der
wiederum in strenger hierarchischer Form "Submaster" und
"Worker" steuert. Das Konzept ist fehlertolerant ausgelegt: Fällt ein
Master oder Submaster aus, übernimmt ein anderer Rechner diese Aufgabe.
Der Administrator hat zudem die Möglichkeit, virtualisierte Storage-Ressourcen aufzusetzen und zu löschen sowie einzelnen Computer-Instanzen zuzuweisen. Unterstützt werden derzeit die Storage-Systeme und Management-Softwarepakete von Netapp und EMC, ebenso Technologien und Standards wie LVM, DRBD und Open-iSCSI.
Hardware-Plattform
Ebenso wie bei Amazons Cloud-Konzept hat der Nutzer bei Nimbula die Möglichkeit, auf Basis eines physikalischen Netzwerks virtuelle LANs definieren. Solche virtuellen Ethernet-LANs (vEthernets) lassen sich einzelnen Instanzen beziehungsweise deren virtuellen Netzwerkadaptern (vNICs) zuordnen.
Nimbula Director läuft auf x86-Systemen, die in einem Single- oder Multi-Site-Cluster zusammengefasst sind, und zwar im 32- oder 64-Bit-Modus. Allerdings ist es einsichtig, dass der 64-Bit-Variante der Vorzug gegeben werden sollte, alleine wegen der Limitierung von 32-Bit-Systemen in puncto Arbeitsspeicher (RAM). Andere Features, die Nimbula in seinem Datenblatt und andere Quellen auf seiner Web-Site veröffentlicht hat, belegen, dass es sich um einen EC2-Clone handelt. So offeriert die Plattform die Nutzung von GPUs (Grafikprozessoren) für besonders rechenintensive Aufgaben. Eine entsprechende Instanz bietet Amazon seit November an.
Ungewisse Erfolgsaussichten gegen die großen Anbieter
Nimbula hat die Beta-Version von Nimbula Director fertiggestellt. Interessenten können die Software kostenlos von der Web-Seite des Unternehmens herunterladen. Man darf gespannt sein, wie sich das Unternehmen weiterentwickelt. Die Gründer und führenden Köpfe von Nimbula verfügen jedenfalls über reichlich Führungserfahrung und technische Expertise. Neben Chris Pinkham ist mit Diane Greene ein weiteres Schwergewicht aus den Bereichen Virtualisierung und Cloud-Computing an Bord. Greene war zuvor Chief Executive Officer von VMware.
Dennoch bleibt die Frage, ob Nimbula nicht nur zu dem Zweck gegründet wurde, um einen finanzkräftigen Käufer zu finden. Das Vorhaben, sich gegen etablierte Anbieter von Cloud-Services wie Amazon, Google, Microsoft oder regionalen Anbieter durchsetzen zu wollen, ist ambitioniert. Auch im Enterprise-Bereich, Stichwort Private Cloud, dürften viele Unternehmen eher auf etablierte Anbieter wie Vmware setzen, statt sich einen Newcomer ins Rechenzentrum zu holen. Trotzdem sollte man Nimbula nicht unterschätzen, zumal mit Chris Pinkham einer der wichtigsten Köpfe der Cloud-Computing-Szene hinter Nimbula Director steckt.
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1 Kommentar
Nach den Amazon Spielchen mit Wikileaks, könnte es gut sein, dass viele es verstanden haben: Cloud ist cool, aber eine private.
Warten wir es ab.
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