Lancom erneuert ADSL-Router für Standortvernetzung
Lancom Systems aus Aachen zählt zu den wenigen verbliebenen deutschen Herstellern von Netzwerk-Produkten. Die Spezialität der Firma sind Gateways und Router, die für Unternehmenskunden bestimmt sind. Mit dem Lancom 1781A hat Lancom einen neuen ADSL2+-Router vorgestellt, der das Modell 1721+ ersetzt. Haupteinsatzgebiet ist die Vernetzung von Unternehmensstandorten via DSL.
Der 1781A ist für ADSL und ADSL2+ ausgelegt, und zwar die Spezifikationen Annex A, B, J und M. Das heißt, der Router unterstützt alle derzeit verfügbaren asynchronen DSL-Technologien.
Zu den Schnittstellen: Neben Gigabit-Ethernet-Anschlüssen (Standard bei DSL- und WLAN-Routern) ist ein COM-Port vorhanden. An lassen ihn lässt sich beispielsweise ein GPRS-Modem anschließen, um bei Ausfall der DSL-Leitung eine Reserveverbindung in petto zu haben, wenn auch eine mit geringer Bandbreite. Der Port kommt zudem für den Anschluss serieller Geräte mittels IP in Betracht.
ISDN als Backup
Ebenfalls als Backup für DSL steht eine
ISDN-Schnittstelle zur Verfügung. Außerdem lässt sich der Router über den
ISDN-Port zum Zweck der Wartung ansprechen. Als dritte
"Notfalllösung" steht eine USB-2.0-Schnittstelle bereit, an die
Anwender einen Stick für die Mobilfunktechniken 3G oder LTE (Long Term
Evolution) anschließen kann.
Der USB-Port steht zudem für die Kopplung von externen Speichergeräten und Druckern bereit. Schön wäre gewesen, wenn Lancom statt USB 2.0 auf die aktuelle und deutlich schnellere Version 3.0 gesetzt hätte. Über USB kann der Systemverwalter, ebenso wie über den COM-Anschluss, zudem neue Firmware-Versionen auf den 1781A aufspielen.
Highlight: die VPN-Lösung
Eine Stärke der Lancom-Router ist die VPN-Implementierung (Virtual Private Network). Sie erlaubt es, bis zu 1000 Standorte in einem virtuellen sicheren Weitverkehrsnetz (WAN) zusammenzufassen. Neue Standorte beziehungsweise Systeme von mobilen Mitarbeitern werden per Click and Drop hinzugefügt. Auch TK-Anlagen lassen sich über VPN-Tunnel koppeln.
Der Lancom 1781A unterstützt standardmäßig 5
IPsec-VPN-Kanäle. Gegen Aufpreis stehen bis zu 25 Kanäle bereit. Die
VPN-Technologie stammt übrigens von der Nürnberger Firma NCP, einem der weltweit führenden Anbieter auf
diesem Gebiet.![]()
Ebenfalls optional verfügbar ist Content-Filter für bis zu 100 User. Mit dem Lancom 1781A lassen sich mittels Advanced Routing and Forwarding (ARF) bis zu sechzehn virtuelle Netze einrichten, etwa für einzelne Anwendergruppen oder Standorte. An Sicherheitsfunktionen stehen eine Stateful-Inspection-Firewall und ein integriertes Intrusion-Detection-System (IDS) zur Verfügung.
Kein WLAN an Bord
Ein Manko des Lancom 1781A: Es fehlt ein Wireless-LAN-Modul. Wer ein Funknetz benötigt, kann zum Lancom 1821n greifen. Er bietet vergleichbare Funktionen wie der 1781A, verfügt jedoch zusätzlich über ein IEEE-802.11a/b/g/n-Modul für bis zu 300 MBit/s. Das dürfte in den meisten Einsatzszenarien ausreichen, auch wenn der Router nicht 450 MBit/s erreicht, wie das die neuesten Systeme tun.
Lancom bietet den 1781A für 579 Euro (netto) an. Damit kostet das System genau so viel wie sein Vorgänger. Ausgeliefert wird er zusammen mit den Management-Tools LANconfig und LANmonitor.




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