Übersicht: Public Cloud, Private Cloud, Hybrid Cloud und Personal Cloud

Cloud-ComputingDer Hype um Cloud-Computing ist ungebrochen und führt nicht nur dazu, dass alle möglichen schon lange existierenden Services in Cloud umbenannt werden ("Cloud-Washing"). Zusätzlich wird das Konzept in immer weitere Varianten ausdifferenziert, auch wenn diese teilweise mit der ursprünglichen Idee nicht mehr viel gemeinsam haben. Folgende Übersicht beschreibt die wichtigsten Cloud-Varianten und grenzt sie von anderen Online-Diensten ab.

Cloud-Computing hat mehrere Wurzeln, es vereint die Aspekte mehrere Vorläufermodelle in sich und kennt unterschiedliche Ausprägungen. Darin mag ein wesentlicher Grund für die schwammige Verwendung des Begriffs liegen. Ein anderer ist das Marketing vieler Hersteller, ihre Dienste mit einem zeitgemäßen Etikett zu versehen.

Mehrere Vorläufer der Cloud

Zu den Ursprüngen von Cloud Computing zählen zum einen mehrere Arten von IT-Services, zum anderen fußt es auf einigen wesentlichen Basistechnologien. In die Ahnenreihe gehören das Application Service Providing (ASP) der Dotcom-Ära, das Utility-Computing und das Hosting. Zu den wichtigsten Technologien, die Cloud-Computing ermöglicht haben, zählt die Virtualisierung von x86-Servern, Storage und Netzwerken.

Die wichtigsten Kriterien

Aufgrund seiner Entstehungsgeschichte nimmt Cloud-Computing verschiedene Aspekte seiner Vorläufer auf, aber um von einem Cloud-Service sprechen zu können, müssen nicht nur einzelne, sondern eine ganze Reihe von Kriterien erfüllt sein. Folgt man unterschiedlichen Definitionen, dann zählen zu den wesentlichen Merkmalen von Cloud:

  • Elastizität: die von einem Kunden benötigten Ressourcen werden bedarfsabhängig bereitgestellt, so dass Cloud-Services mit steigenden Anforderungen eine unbegrenzte Skalierbarkeit bieten und bei sinkender Nachfrage die nicht mehr benötigten Leistungen wieder freigeben.
  • Nutzungsabhängige Abrechnung: Eng mit der Elastizität verbunden ist, dass der Kunde nur den tatsächlichen Ressourcenverbrauch bezahlt. Zu diesem Zweck muss der Provider in der Lage sein, den während der Nutzungsdauer schwankenden Konsum von Rechenleistung, Storage und Bandbreite zu erfassen.
  • Pay as you go: Cloud-Services sollten keine vertragliche Bindung erfordern, sondern sich kurzfristig per Kreditkarte buchen und bei Ende der Nutzung unverzüglich kündigen lassen.
  • Selbstbedienung: Der Nutzer eines Cloud-Services sollte die benötigten Ressourcen über ein Self-Service-Portal selbst buchen und bereitstellen können.
  • Mandantenfähigkeit: Dieses Feature ist für die Nutzer eines Cloud-Service nicht direkt von Interesse, ihnen geht es primär darum, dass die von ihnen genutzten Ressourcen aus Sicherheitsgründen hermetisch von denen anderer Kunden abgeschirmt sind. Gleichzeitig dürfen Performance und Verfügbarkeit dadurch nicht beeinträchtigt werden.
    Aber wenn sich IT-Ressourcen von mehreren Anwendern gleichzeitig nutzen lassen und nicht wie beim Outsourcing dedizierte Hardware für jeden Kunden eingesetzt wird, dann verbessert das die Auslastung der Rechenzentren und reduziert die Preise.
    Virtualisierung ist dabei nur ein Ansatz, um Mandantenfähigkeit für Infrastrukturdienste zu erreichen. Bei SaaS hingegen kann die Anwendung selbst das Nebeneinander mehrerer Kunden regeln.

Der Vorteil von Cloud-Services besteht vor allem darin, dass sie standardisierte Leistungen schneller und zu einem günstigeren Preis anbieten als die Firmen dies über ihre interne IT können. Sie erreichen dies durch hochgradige Automatisierung ihrer Rechenzentren und eine optimale Auslastung ihrer Ressourcen durch eine heterogene und global verteilte Nutzerschaft sowie durch eine Preisgestaltung, die zur Inanspruchnahme von Leistungen außerhalb der Spitzenzeit einlädt. Für Anwender entfallen die sonst üblichen Anfangsinvestitionen (CAPEX), es entstehen nur laufende Kosten (OPEX) durch den Bezug der Cloud-Dienste.

2 Kommentare

Bild von fireshadow
fireshadow (Besucher) sagt:

Leicht Off-Topic, aber ganz lustig: Die seit einiger Zeit bedenklich grosszügige Verwendung des Begriffes "Cloud" erinnert mich sehr an die Zeit der Dotcom-Bubble. Ich hatte damals als Berater eines grossen deutschen Konzerns mit einem der zu dieser Zeit erfolgreichsten US-Software-Unternehmen zu tun. Einer der Grundsätze dieses Unternehmens war, alle aufkommenden "Buzzwörter" sofort und ohne Rücksicht auf Verluste in Beschlag zu nehmen. Kurz nachdem ein Webshop notdürftig (ich hatte einen recht guten Einblick in die technischen Aspekte) an das klassische Client/Server-System drangestrickt war, sah ich mit Stielaugen plötzlich ganzseitige Anzeigen mit "Unser 100% webbasiertes System blablabla ..." ;-)

Bild von Wolfgang Sommergut

Parallelen gibt es bestimmt, zumindest was den Hype anlangt. Jeder stinknormale Web-Space formiert plötzlich unter "Cloud-Storage".

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