Hyper-V 3.0 versus VMware vSphere 5: Funktionen im Vergleich

Im heiß umkämpften Virtualisierungsmarkt präsentieren Hersteller immer wieder Vergleichstabellen, mit denen sie den technischen Vorsprung ihrer Produkte belegen möchten. Dabei werden bevorzugt jene Funktionen aufgelistet, die in ihrer Software enthalten sind, aber der umgekehrte Fall bleibt dann gerne unberücksichtigt. Der holländische Blogger Marcel van den Berg hat sich die Mühe gemacht, Hyper-V 3.0 und vSphere 5 un­vor­ein­genommen zu vergleichen.

Auch wer die Funktionen von Hyper-V und vSphere möglichst objektiv gegenüberstellen will, läuft Gefahr, unseriöse Ergebnisse zu produzieren, weil die Lizenzierung, Vermarktung und die Implementierung der Features sich gegen einen Vergleich sperren.

vSphere = Hyper-V + SCVMM

Es beginnt damit, dass die beiden Produkte nicht der gleichen Kategorie angehören: Hyper-V ist Microsofts Hypervisor, der als Teil von Windows ausgeliefert wird und nur über rudimentäre Management-Funktionen verfügt. Wer eine virtualisierte Infrastruktur aufbauen möchte, kommt nicht um System Center Virtual Machine Manager umhin. Den zu Hyper-V 3.0 passenden SCVMM 2012 gibt es jedoch nicht mehr als Einzelprodukt, sondern nur im Paket mit sämtlichen System-Center-Tools.

Umgekehrt gibt es vSphere 5 in fünf Editionen, so dass Firmen unter Umständen eine kleinere Ausführung reicht, zu der es kein entsprechendes Gegenstück von Microsoft gibt. Alle Editionen enthalten jedoch vCenter, so dass die wesentlichen Management-Aufgaben ohne zusätzliche Software erledigt werden können.

Vergleich von Zukunft und Vergangenheit

Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass Hyper-V 3.0 mit Windows Server 8 voraussichtlich im 3. Quartal 2012 auf den Markt kommt, während vSphere 5 schon seit gut einem halben Jahr verfügbar ist. Im Fall von Microsoft ist daher noch nicht klar, welche Funktionen es in die endgültige Version von Windows Server 8 schaffen werden.

Die allgemein herrschende Einschätzung, dass Microsoft gegenüber VMware aufholen werde, mag zwar zutreffen. Gar nicht berücksichtigt wird dabei jedoch, dass vSphere inklusive der zahlreichen separaten Management-Tools bis zum Erscheinen von Windows Server 8 und System Center 2012 ebenfalls weiterentwickelt wird. Trotz allem bietet der Funktionsvergleich von Marcel van den Berg eine gute Orientierung über den Stand der beiden größten Player im Markt für x86-Virtualisierung.

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht angezeigt. Wenn mit Ihrer angegebenen Mail-Adresse ein Gravatar verknüpft ist, dann wird dieser neben Ihrem Kommentar eingeblendet.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Mail-Adressen werden im Seitenquelltext unkenntlich gemacht, um sie vor dem automatischen Erfassen durch Spammer zu schützen.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen