Windows 8 enthält Hyper-V 3.0 als Client-Hypervisor

Nach immer wiederkehrenden Spekulationen über die Integration eines Typ-1-Hypervisors in den Nachfolger von Windows 7 belegt ein nun nach außen gelangter Build, dass Windows 8 zumindest in der 64-Bit-Version Hyper-V enthalten wird. Damit überlässt Microsoft als Plattformanbieter das Thema Client-Hypervisor nicht mehr Anbietern wie Citrix oder Mokafive. Spannender als die bloße Integration von Hyper-V ist die Frage, welche Aufgaben die Virtualisierungstechnik übernehmen soll.

Ein nach außen gelangter Build von Windows 8 enthält Hyper-V 3.0.In der Vergangenheit äußerten sich ranghohe Microsoft-Vertreter immer wieder skeptisch über den Wert eines Client-Hypervisors. Mark Russi­novich favorisierte die Applikations-Virtua­lisierung und Gavriella Schuster bemühte sich, den Nutzen von XenClient herunterzuspielen. Inso­fern über­rascht es nun, dass Microsoft diesen Schritt geht und diese ohne vorhandene Technologie in Windows 8 packt.

Nahtlose Integration von VMs erforderlich

Während der Client-Hypervisor bei Citrix im Wesentlichen die Aufgabe hat, zentrale virtuelle Desktops offline-fähig zu machen und anspruchsvolle (Multimedia-)Anwendungen lokal auszuführen, ist die Rolle von Hyper-V derzeit noch unklar. Sie wird vor allem davon abhängen, wie gut Hyper-V auf die Anforderungen des Clients abgestimmt wird. Wenn der Bare-Metal-Hypervisor wie ein Typ-2-Hypervisor in das Lage ist, mehrere parallel ausgeführte VMs nahtlos unter eine GUI zusammenzuführen, dann eröffnen sich mehrere interessante Einsatzszenarien.

Hyper-V 3.0 als Lösung für alle Kompatibilitätsprobleme?

Dazu zählt besonders, dass Microsoft die Abwärtskompatibiltät mit älteren Windows-Versionen nach dem Vorbild des XP-Modus gewährleisten und Windows 8 von historischem Ballast befreien könnte. Ein solches Modell kam zuletzt durch die Äußerung einer Intel-Managerin ins Gespräch, die einen Kompatibilitätsmodus für Windows 7 als exklusives Feature der x86-Version bezeichnete. Im Gegensatz zum XP-Modus liefe dieser dank Hyper-V nicht auf Basis eines Host-Betriebssystems, sondern auf dem Bare-Metal-Hypervisor.

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