InPrivate- und Inkognito-Modus für URLs automatisch aktivieren

InPrivate-Modus des Internet Explorer 9Praktisch alle modernen Browser verfügen über einen Betriebsmodus, der keine Informationen über besuchte Seiten speichert. Beim Internet Explorer heißt er InPrivate, bei Google Chrome Inkognito oder bei Firefox Privater Modus. Weniger bekannt ist, dass IE und Chrome dabei standardmäßig alle Add-ons deaktivieren. Daher eignen sich InPrivate und Inkognito für sensible Anwendungen, die vor dem Ausspähen durch nicht vertrauenswürdige Erweiterungen geschützt werden sollen. Damit diese Modi für bestimmte URLs automatisch aktiviert werden, muss man dem Browser erst auf die Sprünge helfen.

InPrivate versus Inkognito versus privater Modus

Diese spezielle Betriebsart setzt jeder Browser auf seine eigene Weise um. Gemeinsam ist jedoch bei allen Programmen, dass sie keine Historie, keine Eingaben in die Adressleiste und keine Passwörter speichern, Cookies und temporäre Dateien werden nach der Session gelöscht. Während der IE und Chrome ein privates Fenster parallel zu normal angezeigten Seiten öffnen können, speichert und schließt Firefox die aktuellen Sessions und operiert anschließend nur noch im privaten Modus.

Beim privaten Modus von Firefox laufen die Add-ons weiter

Auch beim Management der Extensionen gehen die Privacy-Funktion der Browser verschieden vor. So lässt Firefox alle Add-ons auch im privaten Modus weiterlaufen, so dass dieser keinen Schutz vor Gefahren bietet, die von ihnen drohen. Alternativ kann der Browser im abgesicherten Modus (Kommandozeilenschalter -safe-mode) gestartet werden, der zwar die Erweiterungen deaktiviert, aber mehr für die Fehlersuche gedacht ist als für zusätzliche Sicherheit. Unpraktisch daran ist, dass erst alle offenen Fenster geschlossen werden müssen, bevor sich Firefox im Safe Mode starten lässt.

IE: Entweder alle Erweiterungen erlauben oder verbieten

Der Internet Explorer deaktiviert im InPrivate-Modus standardmäßig alle Add-ons.Im Gegensatz zu Firefox schaltet der IE standardmäßig in InPrivate-Fenstern alle Add-ons ab. Dieses Verhalten kann man unter Internetoptionen => Datenschutz ändern und Erweiterungen auch in diesem Modus zulassen. Allerdings kann man Erweiterungen nur global ein- oder ausschalten, also im InPrivate-Betrieb entweder alle oder keine Extensionen erlauben. Auch der IE kann über einen eigenen Schalter (-extoff) ohne Add-ons starten, aber auch dieser dient vor allem dem Troubleshooting.

Chrome kann einzelne Erweiterungen deaktivieren

Google Chrome kann für jede Extension individuell festlegen, ob sie im Inkognito-Modus ausgeführt werden darf.Am flexibelsten zeigt sich hier Google Chrome, das nicht nur ein pauschales Ein- oder Ausschalten von Erweiterungen im Inkognito-Modus zulässt. Vielmehr findet sich in der Übersicht der installierten Add-ons (chrome://extensions/) neben jeder dieser Komponenten eine Checkbox, über die sich steuern lässt, ob sie während des Inkognito-Betriebs weiterlaufen darf. Standardmäßig wird jede Erweiterung abgeschaltet.

Gerade wenn man viele Erweiterungen installiert hat und nicht allen über den Weg traut, dann wäre es praktisch, wenn der private Modus bei URLs von sensiblen Anwendungen automatisch aktiviert würde. Dies erhöht nicht nur den Komfort, sondern auch die Sicherheit, wenn man die betroffenden Web-Seiten nicht mehr versehentlich im normalen Modus öffnen kann.

Automatisches Umschalten zu Inkognito mit Incognito Regex

Mit Incognito Regex lassen sich über reguläre Ausdrücke URLs definieren, für die Chrome in den Inkognito-Modus schalten soll.Eine solche Konfiguration sieht weder Chrome noch der IE vor, bei Firefox wäre sie nicht besonders nützlich, weil die Plugins ohnehin aktiv bleiben. Allerdings kann man diese Möglichkeit beim Google-Browser relativ einfach über das Plugin Incognito Regex nachrüsten. Wie der Name der Erweiterung vermuten lässt, erlaubt sie die Aufzählung von URLs, für die Chrome automatisch in den Inkognito-Modus schalten soll, mit Hilfe von regulären Ausdrücken.

Da sich für jede Extension individuell festlegen lässt, ob sie im Inkognito-Modus aktiv sein darf, kann man auch Incognito Regex dieses Privileg entziehen und sicherstellen, dass es nach dem erfolgreichen Umschalten deaktiviert wird.

Während Chrome über das genannte Plugin die automatische und URL-abhängige Aktivierung des Inkognito-Modus erlaubt, muss man beim Internet Explorer einige Abstriche machen. Für ein solches Umschalten in den InPrivate-Modus wäre ebenfalls ein Plugin erforderlich, eine derartige Erweiterung gibt es m.W. aber nicht.

URL-spezifische Verknüpfungen beim Internet Explorer

Allerdings ist es möglich, Verknüpfungen auf dem Desktop oder im Startmenü anzulegen, die für dort hinterlegte URLs den InPrivate-Modus starten. Zu diesem Zweck gibt man unter Ziel in den Eigenschaften der Verknüpfung den Aufruf des Browsers nach folgendem Muster an:

"C:\Program Files (x86)\Internet Explorer\iexplore.exe" -private http://www.windowspro.de

Der Schalter -private funktioniert auch für Firefox, er deaktiviert aber wie erwähnt die installierten Plugins nicht.

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