Übersicht: Wofür sich die WAIK-Tools eignen

Bild

Microsoft bietet mittlerweile eine stattliche Anzahl von Deployment-Tools, die jeweils für verschiedene Phasen der Migration auf Windows 7 zuständig sind. Die meisten Programme sind Teil des kostenlosen Windows AIK, das neben Win PE vorwiegend Kommandozeilen-Tools enthält. Die folgende Übersicht erklärt, wofür sich das WAIK und ergänzende Migrations-Tools von Microsoft einsetzen lassen.

Upgrade-Planung

  • Microsoft Assessment and Planning (MAP) Toolkit: Es handelt sich dabei um ein Programm, das die Zielrechner inventarisiert und auf die Kompatibilität mit Windows 7 und Windows Server 2008 (R2) überprüft. Die Software benötigt keine Installation von Client-Komponenten und kann von einem Rechner aus eine Vielzahl von PCs untersuchen. MAP erstellt detaillierte Reports, aus denen die Eignung vorhandener Systeme nicht nur für Windows, sondern auch für Hyper-V, App-V oder Office 2007 hervorgeht.
  • Application Compatibility Toolkit: Die Software prüft vorhandene Anwendungen darauf, ob sie mit einigen wesentlichen Systemänderungen im Vergleich zu XP zurechtkommt. ACT 5.5 achtet unter anderem auf die Verträglichkeit mit der Benutzerkontensteuerung, mit dem Windows-Ressourcenschutz, der neuen Versionsnummer des Betriebssystems und der 64-Bit-Ausführung von Windows.
  • Standard User Analyzer: Dieses Tool testet, ob bestehende Anwendungen mit der Benutzerkontensteuerung zurecht kommen. SUA erldigt damit eine Teilaufgabe von ACT.

Image-Management

Die meisten Tools zum Erstellen einer Standardinstallation, ihre Speicherung in einem Systemabbild und dessen Manipulation sind Teil des Windows Automated Installation Kit.

  • Windows System Image Manager (WAIK): Anders als der Name vermuten lässt, dient Windows SIM nicht der Verwaltung von Systemabbildern, sondern der Erstellung von Antwortdateien für unbeaufsichtigte Installationen. In Migrationsprojekten auf Windows 7 empfiehlt Microsoft seinen Einsatz bei der Einrichtung einer Musterinstallation, die auf die anderen Clients im Netz verteilt werden soll. Diese ließe sich aber auch auf herkömmliche Weise interaktiv erstellen. Windows SIM ist eines der wenigen Microsoft-Tools, das sich nutzen lässt, um die Windows-Installation auf Basis von OEM- oder Retail-Lizenzen etwas zu automatisieren.
  • Sysprep: Dieses Tool lässt sich einsetzen, um maschinenspezifische Aspekte der Referenzinstallation zu beseitigen, bevor diese in eine Imagedatei übertragen wird. Es gehört seit Vista zum Lieferumfang von Windows und befindet sich in %windir%\system32\sysprep.
  • ImageX (WAIK): Das Kommandozeilenwerkzeug kann Windows-Referenzinstallationen in eine Windows-Image-Datei (.wim) packen und von dort wieder auf Zielrechner schreiben. Daneben ist es in der Lage, WIM-Dateien zu manipulieren, indem es etwa Volumes anhängen oder löschen kann.
  • Deployment Image Servicing and Management (WAIK): DISM eignet sich dazu, WIM-Dateien zu aktualisieren, etwa um Updates, Patches oder Treiber einzuspielen. Außerdem kann es Windows auf eine höhere Version aktualisieren. Es handelt sich dabei ebenfalls um ein Kommandozeilen-Tool.
  • Windows Preinstallation Environment (WAIK): Dabei handelt es sich um ein minimales Betriebssystem auf Basis des Windows-7-Kernels. Windows PE 3.0 wird eingesetzt, um einen Rechner für die Windows-7-Installation zugänglich zu machen, etwa um Images von einem Datei-Server zu kopieren oder Setup zu starten. Es firmiert als zeitgemäßer Nachfolger der früher benutzten Boot-Disketten mit MS-DOS.
  • Windows Deployment Services: Die Bereitstellungsdienste sind der Nachfolger der Remote Installation Services und dienen dazu, Windows-Images über das Netz auf die Zielrechner zu installieren. Sie werden als Rolle des Windows-Servers installiert. In der Version 2008 R2 beherrschen sie die dynamische Bereitstellung von Treibern, von VHDs und verfügen über flexiblere Multicast-Funktionen.

Migration der Benutzerumgebung

Für die Übernahme der individuellen Einstellungen und der Benutzerdateien sieht Microsoft 2 Tools vor. Beide folgen noch dem Konzept, dass die Benutzerumgebung Bestandteil der lokalen Desktop-Installation ist.

  • Windows Easy Transfer: Diese grafische Werkzeug eignet sich primär für die Migration einer kleiner Zahl von PCs und richtet sich vornehmlich an private Endanwender. Es gehört zum Lieferumfang von Windows 7.
  • User State Migration Tool (WAIK): Dieses Kommandozeilenprogramm unterstützt die automatisierte Übertragung von Benutzerprofilen. Zu den wesentlichen Neuerungen von USMT 4.0 zählt die Hardlink-Migration, die benutzerspezifische Daten bei einem Windows-Update auf dem lokalen Rechner belässt und so das Hin- und Zurückkopieren über das Netz vermeidet.

Orchestrierung des Deployments

Viele der von Microsoft angebotenen Deployment-Werkzeuge sind Kommandozeilen-Tools. Einen definierten Prozesse für die Reihenfolge und Art der Nutzung gibt es dabei nicht, das ganze Prozedere ist weitgehend durch manuelle Intervention geprägt. Beginnend mit dem Business Desktop Deployment begann Microsoft mit der Entwicklung einer Software, die den Deployment-Prozess übergreifend steuert.

Die aktuelle Ausprägung hört auf die Bezeichnung Microsoft Deployment Toolkit 2010. Es bietet nicht nur eine gemeinsame grafische Benutzerführung für die diversen Kommandozeilen-Tools, sondern sieht auch die Definition von Arbeitsschritten ("Task Sequences") für den gesamten Prozess vor. MDT unterscheidet zwischen Lite Touch und Zero Touch Deployments. Letzte bedürfen keiner Eingriffe des Administrators, dafür aber den Einsatz des System Center ConfigMgr. Bei Lite Touch muss die Verteilung der Images manuell gestartet werden.

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht angezeigt. Wenn mit Ihrer angegebenen Mail-Adresse ein Gravatar verknüpft ist, dann wird dieser neben Ihrem Kommentar eingeblendet.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Mail-Adressen werden im Seitenquelltext unkenntlich gemacht, um sie vor dem automatischen Erfassen durch Spammer zu schützen.

Weitere Informationen über Formatierungsoptionen