Netzwerkdrucker verbinden oder löschen über Group Policy Preferences
Um PCs mit bei der Anmeldung des Benutzers mit
Netzwerkdruckern zu verbinden, wurden traditionell Login-Scripts verwendet. Dort
erfolgt die Zuordnung mit Kommandozeilen-Tools wie net use. Soll die Verbindung für ausgewählte Rechner oder User abhängig
von bestimmten Bedingungen erfolgen, werden solche Scripts umfangreich und schwer
wartbar. Group Policy Preferences sind nicht nur wesentlich einfacher zu
verwenden, sondern obendrein flexibler und werden zügiger abgearbeitet als die meisten Scripts.
Im ersten Schritt erstellt man in der Gruppenrichtlinienverwaltung ein neues GPO, und zwar für jenen Container, dessen Objekten der Netzwerkdrucker zugewiesen werden soll, also typischerweise in einer OU. Anschließend bearbeitet man die neue Richtlinie im Gruppenrichtlinienverwaltungs-Editor.
Verbindung abhängig von Computer oder Benutzer
Je nachdem ob die Zuordnung benutzer- oder Computer-abhängig erfolgen soll, öffnet man dort unter Computerkonfiguration bzw. Benutzerkonfiguration den Zweig Einstellungen => Systemsteuerungseinstellungen => Drucker. Aus seinem Kontextmenü führt man den Befehl Neu => Freigegebener Drucker aus, um einen unter Windows freigegebenen Drucker mit den Clients zu verbinden.
Im anschließenden Dialog stehen unter Aktion 3 Optionen zur für das Verbinden eines PCs bzw. einer Session mit einem Netzwerkdrucker zur Auswahl. Das voreingestellte Aktualisieren richtet den Netzwerkdrucker ein, wenn die Verbindung noch nicht besteht, und bringt die Einstellungen auf den aktuellen Stand, wenn sie bereits vorhanden ist. Dagegen beschränkt sich Erstellen auf das Einrichten und ändert nichts, wenn der Drucker bereits zugeordnet wurde. Ersetzen schließlich löscht grundsätzlich eine bestehende Verbindung mit einem Netzwerkdrucker und legt sie danach neu an.
Netzwerkdrucker als Standard festlegen
Bei der Eingabe des Freigabepfads kann man die Suchfunktion nutzen, wenn man einen Drucker im Active Directory veröffentlicht hat, andernfalls muss man den UNC-Pfad selbst eingeben. Interessant ist die Möglichkeit, einen Netzdrucker als Standard festzulegen, wobei man die Möglichkeit hat, dies nur dann zu tun, wenn kein lokaler Printer angeschlossen ist. Als lokal gelten auch IP-Drucker oder virtuelle Geräte wie solche zum Erzeugen von PFDs, so dass diese Einstellung leicht in die Irre geführt werden kann.
Wenn man möchte, kann man einen Netzwerkdrucker auf einen lokalen Port abbilden. Dies ist dann erforderlich, wenn alte Software das Ausgabegerät nicht über UNC, sondern nur über LPTx: ansprechen kann. Über die entsprechende Checkbox kann man sicherstellen, dass dieses Mapping bei jedem Anmeldevorgang erfolgt.
Bestehende Mappings löschen
Unter Aktion
existiert als 4. Option Löschen, mit
der man vorhandene Zuordnungen von Netzwerkdruckern zu Clients aufheben kann.
Wählt man sie aus, dann aktiviert dieser Vorgang 2 weitere Checkboxen, die das
vollständige Entfernen aller Netzwerkdrucker sowie sämtlicher Mappings zu
lokalen Anschlüssen erlaubt. Dies kann nützlich sein, um einen durch
Peer-to-Peer-Freigaben entstandenen Wildwuchs aufzuräumen.
Konfiguration von TCP/IP-Druckern
Nicht nur unter Windows freigegebene Drucker lassen sich auf diese Weise mit PCs verbinden, dies ist auch für IP-Drucker möglich. Die Einstellungsmöglichkeiten stimmen weitgehend mit jenen von Windows-Druckern überein, sie weichen erwartungsgemäß darin ab, dass eine IP-Adresse oder ein DNS-Name angegeben werden muss.
Ein Pfad zu einem freigegebenen Drucker dieses Typs ist trotzdem notwendig, weil die Clients von dort den Treiber installieren. Auf einer weiteren Registerkarte lassen sich die Porteinstellungen anpassen, beispielsweise indem man zwischen dem RAW- bzw. LPD-Modus wählt oder die Portnummer ändert.
Zuordnung eingrenzen über Item Level Targeting
Die über Group Policy Preferences konfigurierten Einstellungen lassen sich nicht nur pauschal auf OUs anwenden, mit denen das GPO verknüpft wurde. Ein besonders nützliches Feature der GPP besteht vielmehr darin, dass sich die Vorgaben über verschiedene Filter fein steuern lassen.
Sie finden sich in der Registerkarte Gemeinsame Optionen im Dialog zur Konfiguration des Netzwerkdruckers. Wenn man dort die Checkbox Zielgruppenadressierung auf Elementebene aktiviert, kann man anschließend über den Button Zielgruppenadressierung einen Dialog mit der fürchterlichen Bezeichnung Zielgruppenadressierungseditor öffnen. Unter dem Menü Neues Element versammeln sich alle Kriterien, von denen man die Zuweisung der Einstellungen abhängig machen kann.
Im Fall von Druckern sind mit Sicherheit der IP-Adressbereich oder der Standort von besonderem Nutzen. Darüber
hinaus kann man die Verbindung mit einem Netzwerkdrucker von der Gruppenzugehörigkeit eines Anwender abhängig machen.




1 Kommentar
Interessanter Artikel! Diese "Preference"-Sache muss ich mir dringend mal ansehen, da gibt es einiges zu entdecken.
Im Moment nutze ich auch die Skript-Variante, allerdings via "printui", was mir derzeit ausreichende Möglichkeiten bietet ...
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