Problembericht senden: Windows Error Reporting konfigurieren oder deaktivieren

Windows: Nach Lösungen suchenDie Windows-Fehlerberichterstattung dient dazu, bei Problemen mit dem Betriebssystem oder mit Anwendungen Daten an Microsoft zu versenden, die dem Hersteller bei der Analyse der Ursachen helfen sollen. Im günstigsten Fall profitiert der Anwender von diesem Service, indem er Lösungsvorschläge für bereits erkannte Probleme erhält. Sein Nachteil besteht vor allem darin, dass er per Voreinstellung die Benutzer mit einem Bestätigungsdialog behelligt und dass möglicherweise vertrauliche Daten nach außen gelangen. Daher dürften Firmen daran interessiert sein, die Fehlerberichterstattung anzupassen oder ganz abzuschalten.

Die aus Dr. Watson, dem Programm zur Crash-Analyse hervorgegangene Funktion ist für 2 Aufgaben zuständig, die eng aneinander gekoppelt sind: Es handelt sich dabei einerseits um den Versand von Problemberichten und andererseits um die Suche nach Lösungen für aufgetretene Probleme. Diese Aufteilung schlägt sich in den Einstellungen von Windows nieder, wobei das terminologische Durcheinander und die Möglichkeit, die Funktion über verschiedene Tools zu konfigurieren, für ein erhebliche Unübersichtlichkeit sorgen.

"Suche nach Lösungen" steuert Fehlerberichterstattung

Es liegt auf der Hand, dass Microsoft nur dann Lösungen für ein Problem anbieten kann, wenn zuvor entsprechende Analysedaten an den Hersteller gesendet wurden. Umgekehrt jedoch könnte die Fehlerberichterstattung weiterlaufen, auch wenn der Anwender auf die (meist ohnehin erfolglose und störende) Suche nach Lösungen verzichtet. Dies ist aber offenbar nicht der Fall, weil sich laut Microsoft unter Windows 7 das Versenden von Fehlerberichten konfigurieren oder abschalten lässt, indem man die die Lösungen für Problemberichte anpasst.

Sowohl 'Nach Lösungen suchen' als auch die Fehlerberichte lassen sich im Wartungscenter konfigurieren.

Die Möglichkeit zur Anpassung der Fehlerberichterstattung findet man im Wartungscenter => Einstellungen für die Problemberichterstattung. Abweichend von der Bezeichnung des Dialogs geht es dann nicht darum, ob und in welchem Umfang Crash-Informationen gesendet werden. Vielmehr kann man dort festlegen, ob Windows nach Lösungen suchen soll und wenn ja, auf welche Weise. Diese Einstellungen wirken sich aber auch auf den Versand von Analysedaten aus.

Die Optionen im Wartungscenter beziehen sich auf 'Nach Lösung suchen', damit lassen sich aber auch die Fehlerberichte abschalten.Zur Auswahl stehen die automatische Suche nach Lösungen (wahlweise mit dem Versand zusätzlicher Informationen), die Suche nach Bestätigung durch den Benutzer oder das völlige Abschalten der Funktion. Letzteres beendet auch die Fehlerberichterstattung. Die hier vorgenommenen Änderungen gelten für den aktuellen Benutzer, alternativ gibt es die gleiche Auswahlliste unter Bericht für alle Benutzer ändern.

Filter für Programme

Wenn Firmen wegen Bedenken zum Datenschutz die Fehlerberichterstattung deaktivieren möchten, können sie dies auch gezielt für einzelne Programme tun. Für selbst entwickelte Anwendungen oder Branchenlösungen, die häufig sensible Informationen verarbeiten, stehen die Aussichten aufgrund der fehlenden Datenbasis ohnehin schlecht, von Microsoft eine Lösung im Problemfall zu erhalten. Diese ließen sich dann über den Filter Aus Berichterstattung auszuschließende Programme auswählen übergehen.

Fehlerberichterstattung unter Windows Server 2008 R2

Noch unübersichtlicher fällt die Konfiguration des Error-Reportings unter Windows Server 2008 R2 aus. Dort lassen sich die Einstellungen unter Aufgaben der Erstkonfiguration (Aufruf über oobe.exe im Suchfenster des Startmenüs), den Server-Manager oder wie unter Windows 7 im Wartungscenter vornehmen.

Im Server-Manager findet sich der Dialog zur Konfiguration der Fehlerberichterstattung im Abschnitt "Ressourcen und Support".

Die beiden ersten bieten den gleichen Dialog an. Er kann tatsächlich einstellen, ob und wie Crash-Daten versandt werden. Bei den Aufgaben der Erstkonfiguration erreicht man ihn im Abschnitt Server aktualisieren => Automatische Aktualisierung und Feedback aktivieren. In der nachfolgenden Auswahl klickt man auf Einstellungen manuell konfigurieren. Im Server-Manager scrollt man zum Abschnitt Ressourcen und Support, wo man dem Link Windows-Fehlerberichterstattung einschalten folgt.

Versand automatisch oder nach Bestätigung

Zur Auswahl stehen dort automatische ausführliche Berichte oder Zusammenfassungen, der Versand nach Bestätigung durch den User sowie die Deaktivierung der Problemberichte. Entscheidet man sich dagegen für den Weg über das Wartungscenter, dann kann man genau wie unter Windows 7 zwischen den Einstellungen für das Corporate Windows Error Reporting wählen. Da die 4 Optionen in allen 3 Tools weitgehend deckungsgleich sind und sich nur in der Formulierung und der Bezeichnung der Funktion unterscheiden, kann man dort überall die gleichen Aufgaben erledigen.

Konfiguration über Gruppenrichtlinien

In zentral verwalteten Umgebungen wird man die Einstellungen für die Fehlerberichterstattung nicht lokal über die GUI vornehmen wollen. Daher bietet Microsoft hierfür Gruppenrichtlinien an, die sich sowohl in der Computerkonfiguration als auch in Benutzerkonfiguration unter Administrative Vorlagen => Windows-Komponenten => Windows-Fehlerberichterstattung befinden. Sie bilden alle Optionen der GUI-Tools ohne terminologische Dopplungen ab. Dafür existieren bedeutungsgleiche GPOs für verschiedene Versionen von Windows, also jeweils eines für XP/Server 2003 und eines für Vista/Server 2008 oder höher.

Corporate Windows Error Reporting

Ausschließlich der Konfiguration über die Gruppenrichtlinien vorbehalten bleibt es, die Fehlerberichte an einen internen Server anstatt an Microsoft weiterzuleiten. Es handelt sich dabei um eine Funktion des Corporate Windows Error Reporting (CER), für das die Einstellung Windows-Fehlerberichterstattung im Unternehmen konfigurieren zuständig ist. Dort gibt man ein NTFS-Share an, wahlweise akzeptiert das Feature auch eine SSL-Verbindung.

Administratoren können dann mit Hilfe der CER-Konsole die eingegangenen Fehlerdaten einsehen, auswerten und selektiv an Microsoft weiterleiten. Diese Konsole ist Teil des Corporate Error Reporting Tools, das seinerseits Kunden mit Volumenlizenzen und Software Assurance vorbehalten ist.

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