Bibliotheken (Libraries) unter Windows 7

    Die nach der Windows-Installation voreingestellten BibliothekenBibliotheken sind virtuelle Ordner, in denen Windows Dateien präsentiert, in der Voreinstellung nach Inhaltstyp sortiert. Sie lösen die bis Windows XP verwendeten voreingestellten Dateiablagen à la „Eigene Dateien“ oder „Eigene Bilder“ ab. Der Hauptunterschied zwischen Bibliotheken und den alten Sammelordnern ist, dass Bibliotheken keinen physischen Ordnern entsprechen, sondern die Inhalte unterschiedlicher physischer Ordner in einer Ordneransicht zusammenfassen.

    Diese müssen nicht, wie das die Windows-Voreinstellung eventuell suggeriert, format- oder inhaltsorientiert sein, sondern können sich etwa auch auf Projekte beziehen oder einfach so eine Sammlung von oft verwendeten Speicherorten sein. Benötigt man eine Bibliothek nicht mehr, wird man sie mit wenigen Mausklicks los, ohne dass ihre Inhalte verlorengehen. Dadurch, dass ein physischer Ordner Mitglied in mehreren Bibliotheken sein kann, ist das Konzept ungleich flexibler als die alten Standard-Speicherorte.

    Bibliotheken gibt es nur im Windows-Explorer. Die Eingabeaufforderung etwa kennt sie nicht und führt nach wie vor ausschließlich die alten, physischen Speicherorte.

    Eigene Bibliotheken konfigurieren

    Die nach der Windows-Installation voreingestellten BibliothekenDie nach der Windows-Installation angelegten Bibliotheken sind nur Vorschläge: Man muss es nicht bei ihnen belassen, sondern der Benutzer kann beliebige eigene anlegen. Dazu klickt er mit der rechten Maustaste auf die Bibliotheksknoten in der Baumansicht links im Explorer und wählt aus dem Kontextmenü „Neu ⇒ Bibliothek“.

    Jeder Ordner lässt sich per Klick mit der rechten Maustaste in eine Bibliothek aufnehmen, umgekehrt kann man im Explorer-Fenster jeder existierenden Bibliothek die zugehörigen Ordner konfigurieren, indem man auf „Orte“ klickt. Eine dritte Möglichkeit bietet der Kontextmenüpunkt „Eigenschaften“ einer Bibliothek. Hier kann man auch die Standard-Ansicht einstellen, die sich wiederum nach den dominierenden Inhalten richten wird, sowie ob die Bibliothek in der Baumansicht links im Explorer angezeigt wird. In der Ansicht „Bibliotheken“ des Explorers ist sie immer zu sehen. Auf dem gleichen Weg entfernt man Ordner, die nicht mehr in einer Bibliothek enthalten sein sollen. Bibliotheken selbst wird man so einfach los wie normale Ordner, also per Kontextmenüpunkt „Löschen“ oder Taste ‹Entf›. Sie befinden sich danach zunächst im Papierkorb, von wo aus sie restauriert werden können.

    Die Standardkonfiguration der Bibliothek „Bilder“Jede Bibliothek besitzt einen Standardspeicherort. In selbst erstellten Bibliotheken ist dies der erste hinzugefügte Ordner. Hierbei handelt es sich um den physischen Ordner pro Bibliothek, in dem Dateien ohne spezielle Angabe, wie etwa eines Unterordners, gespeichert werden. Er kommt etwa beim Drag&Drop von Dateien auf eine Bibliothek zum Tragen oder auch in „Speichern unter“-Dialogen, wenn man nur links in der Baumansicht die Bibliothek auswählt.

    Die Konfigurationsmöglichkeiten für Bibliotheken sind vielfältig, etwa per Dialog „Eigenschaften“Eine gewisse Sonderrolle spielen die voreingestellten Bibliotheken „Musik“, „Bilder“, „Videos“ und „Dokumente“, etwa im Zusammenspiel mit Heimnetzgruppen, dem Media Player oder alten Programmen, die mit dem Konzept der Bibliotheken nichts anfangen können. Man kann sie trotzdem löschen, sollte es aber nicht unbedingt – Systemkomponenten oder „Speichern unter“-Dialoge alter Software können auf unsinnige Orte verweisen.

    Besondere Eigenschaften von Bibliotheken

    Außer dass sie dem Benutzer eine besonders bequeme Zusammenfassung aller konfigurierten Inhalte bieten, haben Bibliotheken gegenüber x-beliebigen Windows-Ordnern besondere Eigenschaften, was ihre Integration ins System betrifft.

    • Sie werden in den Index der Windows-Desktop-Suche aufgenommen. Aus diesem Grunde müssen Netzwerkordner, die zu einer Bibliothek hinzugefügt werden sollen, ebenfalls indiziert sein, und zwar vom Server, auf dem sie sich befinden, sonst wird das Benutzererlebnis inkonsistent. Nimmt man das in Kauf, kann man mittels des Windows 7 Library Tools diese Bedingung umgehen und nicht indizierte Ordner ebenfalls zu Bibliotheken hinzufügen.
    • Innerhalb von Heimnetzgruppen werden bei der Datenfreigabe werden die Medientypen „Musik“, „Bilder“, „Videos“ und „Dokumente“ angeboten, die den gleichnamigen Bibliotheken entsprechen.
    • Die Bibliotheken „Musik“, „Bilder“ und „Videos“ des Windows Media Player sind die gleichen wie die des Betriebssystems. Konfiguriert man sie an der einen Stelle oder deaktiviert (löscht) sie, wirkt sich das umgehend ebenso auf die andere aus.

    Bibliotheken und voreingestellte Ordner: Rückwärtskompatibilität

    Alte Anwendungen, also die mit XP oder Vor-XP-Speicherdialogen, wissen nichts von den Bibliotheken und versuchen weiterhin, in der Voreinstellung unter „Eigene Dateien“ („My Documents“), „Eigene Bilder“ usw. zu speichern oder beim Laden von Dateien diese zu öffnen. Um diese Rückwärtskompatibilität zu gewährleisten empfiehlt es sich, die voreingestellten Bibliotheken „Dokumente“, „Bilder“, „Musik“, und „Videos“ nicht zu löschen. Der Standardspeicherort jeder dieser Bibliotheken entspricht der der alten Dateiablage „Eigene Dateien“, „Eigene Bilder“ usw.

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