Dateizuordnungen unter Windows 7

    Standard-Dateiverknüpfungen für eine JPG-DateiZum normalen Benutzererlebnis unter Windows gehört es, dass man eine Datei im Explorer doppelklicken kann und sie daraufhin mit dem dafür eingestellten Programm geöffnet wird. Klickt man mit der rechten Maustaste darauf und geht hier in das Untermenü „Öffnen mit …“, erwartet der Benutzer, eine zusätzliche Auswahl geeigneter Programme zu finden, mit denen er die Datei ebenfalls öffnen kann. Welche das sind und welches das bevorzugte darstellt, das auf Doppelklick reagiert, speichert Windows in der Registrierdatenbank.

    Dies tut es allerdings an 3 verschiedenen Orten, so dass Reparaturen von Dateizuordnungen potentiell kompliziert werden können. Die folgende Übersicht zeigt, welche das sind, wie sie konfiguriert werden und welche Priorität sie haben – also welche Konfiguration der Dateizuordnung gewinnt, sollten sie unterschiedlich sein.

    Systemweit: HKEY_CLASSES_ROOT

    Unter HKEY_CLASSES_ROOT speichert Windows die systemweite Zuordnung einerseits von Dateiendungen zu Dateitypen, andererseits von Dateitypen zu voreingestellten Programmen. Konfiguriert werden diese von Windows selbst sowie von Anwendungen bei deren Installation, wenn sie ihre Dateitypen im System registrieren.

    Diese Zuordnung gilt systemweit und wird auch für neue Benutzer kopiert, die sich erst nach der Installation der Anwendungen zum ersten Mal am System anmelden. Sie hat jedoch die niedrigste Priorität und gilt nur dann, wenn keine Pro-Benutzer-Einstellung in Kraft ist.

    Pro Benutzer: HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes

    Unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes sind die benutzerspezifischen Zuordnungen von Dateitypen zu Anwendungen abgelegt. Üblicherweise erfolgt auch dies zweistufig, also einmal die Zuordnung von Dateiendung zu -typ sowie von Dateityp zu Anwendung. Pflicht ist das jedoch nicht: Fehlt eine der der beiden Angaben, wird die aus HKEY_CLASSES_ROOT verwendet. Auch ist es erlaubt, eine direkte Zuordnung von Dateiendung zu einem Programm zu konfigurieren.

    Manche Anwendungen erlauben die Konfiguration der zugeordneten Dateitypen auf BenutzerebeneDiese Zuordnungen werden im Allgemeinen von Programmen konfiguriert, welche mit den betreffenden Dateitypen umgehen können. Ein Beispiel sind etwa die Konfigurationsdialoge von Bildbetrachtern oder Packprogrammen, in denen man festlegen kann, welche Bilddateitypen beziehungsweise welche Archivarten man von diesem Programm per Doppelklick öffnen lassen will. Da der Benutzer dies im User-Modus festlegt, wird es auch im entsprechenden Registry-Teil hinterlegt.

    Diese Festlegungen haben Priorität gegenüber den systemweiten. Ein Administrator oder Helpdesk-Mitarbeiter, der entsprechende Fehler reparieren will, muss also, etwa per Start-Script oder per Group Policy Preferences, diese benutzerspezifischen Anpassungen löschen, damit die des Systems wieder zum Tragen kommen.

    Verknüpfungen pro Benutzer

    Unter HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\­CurrentVersion\­Ex­plorer\FileExtsIm Explorer kann man außerdem einstellen, welches Programm einen bestimmten Dateityp öffnen soll sind diejenigen Dateizuordnungen hinterlegt, die der Benutzer im Explorer, in der Systemsteuerung unter „Standardprogramme ⇒ Dateizuordnungen festlegen“ oder den Eigenschaften einer Datei eingestellt hat.

    Bereits beim ersten Öffnen eines Dateityps durch einen bestimmten Benutzer werden die Informationen aus den beiden obigen Registry-Orten entnommen und in diesen seit Vista neuen Schlüssel kopiert. Damit ist klar, dass der Explorer-Registry-Schlüssel in Zukunft der Standard sein wird. Bei jedem abweichenden Öffnen einer Datei mit einem anderen Programm wird dieses automatisch die Liste der verknüpften Anwendungen aufgenommen, aus denen jeweils das bevorzugte „Doppelklickprogramm“ ausgewählt werden kann.

    Diese Dateizuordnung wird immer direkt zwischen Dateiendung und Anwendung(en) hergestellt und genießt die höchste Priorität – schlägt also alle anderen Einstellungsorte. Auch hier muss der Administrator gegebenenfalls Einträge löschen, wenn er mit nicht mehr funktionierenden Konfigurationen konfrontiert wird.

    2 Kommentare

    Bild von Gast
    Gast sagt:
    3. November 2017 - 15:35

    Hallo,
    wie sieht denn das unter Win10 aus?
    Habe folgendes in der PowerShell probiert:

    cmd /c "ftype Microsoft.PowerShellScript.1=""C:\Program Files (x86)\Notepad++\notepad++"" ""%1"""
    cmd /c "assoc .ps1=Microsoft.PowerShellScript.1"

    Es passiert zwar scheinbar was (Desktop wird irgendwie aktualisiert, aber leider wird ein .ps1 Skript immer noch nicht mit Notepad++ ausgeführt.

    Ist das in Windows 10 vielleicht anders?

    Bild von Wolfgang Sommergut
    3. November 2017 - 17:47

    Ja, das Vorgehen hat sich seit Windows 8 geändert. Siehe dazu meinen Beitrag zum Festlegen der Standardprogramme.