Windows Live Mesh: Daten über Skydrive synchronisieren

    Der neue Live Mesh Client aus den Live Essentials 2011Live Mesh ist Bestandteil der Live Essentials 2011. Das heißt aber noch lange nicht, dass es sich nur für Privatanwender eignet. In dem kostenlosen Zusatzpaket fasst Microsoft generell sekundäre Dienstprogramme zusammen, die es offenbar aus Angst vor Kartellbehörden bewusst als nicht als Teil des Betriebssystems ausliefert. Die neue Version synchronisiert mehr Daten, ist mit Microsofts Skydrive integriert und erlaubt mehreren Personen die gemeinsame Benutzung der Online-Dateien.

    Der neue Live Mesh Client aus den Live Essentials 2011Zur Synchronisation von bis zu 5 GB an Dokumenten gehört bei Live Mesh jetzt auch die der IE-Favoriten sowie - für Dienstreisende beachtenswert - die Synchronisation von Office-Stilen, Vorlagedateien, Benutzerwörterbüchern und Outlook-Mail-Signaturen.

    Datentransfer läuft immer über Skydrive

    Der zweite große Unterschied zur Beta ist der, dass die Mesh-Cloud nicht mehr vom restlichen Microsoft-Speicherplatz abgekoppelt ist, sondern nun Platz auf dem Skydrive verwendet. Von den dort insgesamt verfügbaren 25 GB dürfen insgesamt 5 GB in die Synchronisation einbezogen werden. Die Synchronisation findet also immer sowohl zwischen den teilnehmenden Geräten als auch mit dem Skydrive-Bereich („Skydrive Synced Storage“) statt.

    Er stellt ebenfalls ein Gerät dar, das im Gegensatz zu den vom Benutzer selbst hinzugefügten Clients nicht entfernt oder aus der Synchronisation ausgeschlossen werden kann. Dieser befindet sich auf der persönlichen Skydrive-Seite hinter einem separaten Link; man kann allerdings keine Dateien direkt zwischen dem Mesh- und dem anderen Skydrive-Bereich austauschen. Vom Windows-Live-Hauptmenü führt denn auch ein Link direkt zu den synchronisierten Geräten, der nicht auf Skydrive zurückverweist.

    Eine der wichtigsten und fürs Business interessantesten Neuerungen ist, dass man einen per Mesh synchronisierten Ordner mit bis zu 9 Benutzern teilen kann, was für kleine Projektgruppen oder die Kommunikation mit dem Chef durchaus tauglich ist.

    Live Mesh einrichten und verwenden

    Nach der Installation muss man lediglich wählen, ob die IE-Favoriten und die Office-Einstellungen synchronisiert werden sollen und kann danach Ordner zum Synchronisations-Pool hinzufügen. Wichtiger Unterschied zur Mesh-Beta: Die in die Synchronisation einbezogenen Ordner sind keine speziellen Objekte des Explorers mehr: Weder haben sie eine andere Farbe noch gibt es spezielle Kontextmenü-Einträge für Live Mesh. Alle Einstellungen inklusive jenen, welche Ordner zum Synchronisations-Pool gehören, werden alleine im Client-Programm getroffen und können auch nur dort eingesehen werden.

    Der Mesh-Online-Space ist ein abgeteilter 5-GB-Bereich im eigenen SkydriveAus dem Client-Programm kommt man per Klick auf eines der angeschlossenen Geräte am Schnellsten zu den dort, oder im Falle, man wählt den Skydrive-Storage-Link, online gespeicherten Dokumenten. Den direkten Zugriff auf ein Gerät muss man allerdings jeweils vorher in dessen Client explizit erlauben. Per Voreinstellung ist er für alle aus.

    Belässt man es dabei, kann man die Dokumente online jederzeit auf dem Skydrive-Storage bearbeiten, von wo sie automatisch mit den angeschlossenen Geräten synchronisiert werden – den Direktzugriff braucht man also nicht unbedingt. Als nettes Schmankerl erlaubt es die Live-Mesh-Oberfläche, den Geräten unterschiedliche Symbole zu verpassen, um sie schneller auseinanderhalten zu können.

    Fazit

    Eine der herausragendsten neuen Funktionen in Live Mesh ist SharingLive Mesh erhält gegenüber der vorigen Version einige interessante Funktionen und bleibt bei der Möglichkeit, die Dokumente weiterhin online zu bearbeiten, nicht hinter der Beta zurück, wie das zwischenzeitlich zu befürchten war. Mit der Möglichkeit des Sharings und der Synchronisation von Anwendungseinstellungen ist der Dienst zwar potenziell für professionelle Nutzer interessant, leider jedoch nur, solange es sich dabei um kleine Firmen handelt.

    Was weiterhin vermisst wird, ist einerseits die Möglichkeit des feineren Tunings, etwa der Synchronisation nach Dateitypen. Außerdem müsste es dem Cloud-Anbieter Microsoft eigentlich gut ins Portfolio passen, eine Bezahlversion mit mehr Platz und erweiterten Sharing-Möglichkeiten anzubieten. So etwas ist jedoch weder vorhanden noch derzeit auch nur angedacht. Dies ist schade – es würde den Dienst komplettieren und Business-tauglich machen.

    6 Kommentare

    Bild von per umts internet?
    4. November 2010 - 18:12

    hmm,

    also ich finde live mesh mit seiner einfachen einbindung in die windowswelt spitze, vermisse aber trotzdem grundlegende funktionen, die es erst businesstauglich machen würden und mein umts notebook so richtig sinnvoll auf den neuesten stand von unterwegs bringen.

    Das wichtigste wäre meiner meinung nach eine versionierung von dokumenten, die diese dateien 'nachsynchronisiert' sobald ich sie geöffnet habe und änderungen darin speichere. derzeit schaut live mesh nur, ob eine datei überhaupt vorhanden ist und ignoriert veränderungen an den dokumenten komplett. oder irre ich mich und hab nur die option nicht gefunden, wo es eingeschaltet werden kann?

    Bild von Andreas Kroschel
    4. November 2010 - 20:24

    Einige der von Ihnen geforderten Funktionen – zumindest die Versionierung – soll Dropbox beherrschen. Ein Test dazu ist in der Queue.

    Bild von Michael
    Michael sagt:
    5. November 2010 - 8:28

    Live Mesh 2011 überprüft eigentlich, wie zuvor schon per Windows Live Sync, alle paar Minuten, ob sich das Änderungsdatum geändert hat. hieran entscheidet er, welche Datei aktueller ist und es wird dann synchronisiert. Live Sync hat mir etwas besser gefallen, da hier genau angezeigt werden konnte, welche Datei gerade mit welcher Geschwindigkeit an welchen PC gesendet wird. Dies vermisse ich etwas. Ebenso, dass man im Explorer auf die .p2p-Dateien (jetzt .wlx-Dateien) doppelklicken konnte, sodass diese Datei priorisiert heruntergeladen wird und direkt geöffnet wird.
    Gut finde ich die Idee, das Skydrive einzubinden, doch leider ists schlecht umgesetzt. Man hätte hier lieber die ganzen 25 GB zur Verfügung stellen sollen. Wäre dies alles realisiert, wäre dieses Tool wirklich unschlagbar. Die Umsetzung stelle ich mir nicht schwierig vor.

    Vielen Dank

    Bild von per umts internet?
    5. November 2010 - 9:14

    danke für das feedback, d.h. wohl, dass es eigentlich gehen müsste. Jedenfalls hatte ich bereits mehr als einmal den Fall, eine Datei zu öffnen nur um festzustellen, dass sie nicht auf den letzten Stand synchronisiert war, sondern eine alte version vorlag. Eventuell ist die Updatehäufigkeit nicht ein paar Minuten sondern eher ein paar Stunden?... da müsste man wohl noch systematischer testen um einigermaßen belastbare Aussagen treffen zu können.

    Was halt auch spitze wäre, wenn die Spezifikationen von Live Mesh 2011 im Detail irgendwo nachzulesen wären. Ich finde dazu immer nur Foreneinträge, deren Zuverlässigkeit auch nicht top ist. So habe ich immer noch Bedenken, mich auf Live Mesh 2011 im Produktivbetrieb zu verlassen - ist ja vielleicht auch gewollt als reines Consumerprodukt positioniert, hmm.

    Dropbox klingt auch wirklich fein, wobei ich gerade die nahtlose Integration von Live Mesh in die M$-Welt klasse finde...

    Bild von Jürgen Richter
    Jürgen Richter sagt:
    15. Januar 2012 - 18:08

    Also ich finde Mesh eigentlich recht toll und nutzte es auch beruflich!
    Nun aber mein Problem: die Optionen Outlook und Favoriten lassen sich nicht mehr synchronisieren!!! Die Ordner sehr wohl schon!
    Es kommt immer die Fehlermeldung:" Sie müssen mit dem Internet verbunden sein obwohl dabei die Ordner synchronisiert und das auf beiden Notebooks wo ich es benutzte. Kann mir da wer helfen?

    Lg. Jürgen

    Bild von BeHo
    BeHo sagt:
    15. September 2012 - 11:04

    Hallo Andreas,

    obwohl Dein Artikel schon etwas betagt ist, bleibt er interessant und verdient in meinen Augen ein Update...
    Wenn ich es richtig mitbekommen habe, wird seit kurzem Skydrive als WebDav Integration in den Explorer angeboten. Ich habe das nun ausprobiert und Mesh wird autom. ausgeschaltet! D.h. das SkyDrive Add-In blendet im Explorer nun ein weiteres (virtuelles) Laufwerk ein: "SkyDrive". Bei mir hat dies nun dazu geführt, dass ich meine Mesh-Dateien nicht mehr im SkyDrive Speicher finden konnte! Nur durch Eingabe der Devices.skydrive.live URL bin ich wieder an meine Mesh-Verzeichnisse gekommen. Der Mesh-Client lies sich nicht mehr starten...

    Ich werde mir das noch weiter ansehen, würde mich aber über ein Feedback Deinerseits freuen!

    Gruß
    Bernd