Mehr Dateien finden durch iFilter für die Windows-Suche

    Die Suche in PDFs auf einer Server-Freigabe erfordert dort die Installation eines entsprechenden iFiltersUm die Arbeit mit der Windows-Suche effektiver zu gestalten, lohnt es, sich mit den verfügbaren Suchoptionen, deren Syntax und den Aufruf-Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Als Administrator kann man dafür sorgen, dass sich dieser Aufwand für die Benutzer auch lohnt, indem man iFilter für im Unternehmen häufig verwendete Dateitypen nachrüstet, damit die entsprechenden Dateien per Stichwort gefunden werden. Idealerweise tut man dies sowohl auf den Client-PCs als auch auf den Dateiservern, deren Freigaben die Dokumente beinhalten.

    Auf Servern fehlen oft die iFilter

    Die Suche in PDFs auf einer Server-Freigabe erfordert dort die Installation eines entsprechenden iFiltersDie Anforderungen sind dabei unterschiedlich: Workstations, auf denen Microsoft Office installiert ist, besitzen dadurch automatisch auch die entsprechenden iFilter und indizieren automatisch den Inhalt aller lokal abgelegten Dokumente. Für die Server-Freigaben trifft dies jedoch nicht zu, da ein Server kaum eine Office-Installation besitzen wird – dort abgelegte Dokumente wären also nicht durchsuchbar. Bei PDFs gehört kein iFilter zur Installation des Adobe Readers – hier muss man also sowohl aus den Workstations als auch auf den Servern nachrüsten. Generell gilt: Der iFilter muss die gleiche Bitbreite besitzen wie die Windows-Version, auf welcher er eingesetzt wird. Fehlende Abfragen bei den Setup-Programmen führen zwar oft dazu, dass auch 32-Bit-iFilter auf 64-Bit-Systemen installierbar sind, sie versagen dann allerdings ihre Funktion.

    Windows-Suche auf Server 2008 (R2) installieren

    Zunächst muss Windows Search auf dem Server installiert werdenVor der Ergänzung von iFiltern auf dem Server muss zunächst die Suche selbst installiert werden, sie ist standardmäßig zunächst nicht vorhanden. Die Windows-Suche ist ein Rollendienst der Dateidienste. Man installiert ihn, indem man im Server-Manager mit der rechten Maustaste auf „Dateidienste“ klickt und „Rollendienste hinzufügen“ anklickt. Er ist nicht kompatibel mit dem Indexdienst für Windows Server 2003; diesen muss man gegebenenfalls zuvor deinstallieren.

    Anschließend befindet sich in der Systemsteuerung das Applet „Indizierungsoptionen“, wie man es von jeder Workstation gewohnt ist. Hier kann man etwa überprüfen, ob die eingerichteten Freigaben auch zur Indizierung vorgesehen sind, und hinter der Schaltfläche „Erweitert“ unter der Registerkarte „Dateitypen“ die eingerichteten iFilter begutachten. Nur wenn die Freigaben indiziert sind, können sie von der Windows-Suche der darauf zugreifenden Client-PCs erfasst werden, was wiederum Voraussetzung dafür ist, dass Benutzer sie in eine Bibliothek einbinden können. Geschieht die Zuweisung zu einer Bibliothek für die Clients zentral im Rahmen einer Gruppenrichtlinie für die Ordnerumleitung, ist die Indizierung dafür zwar nicht zwingend erforderlich, jedoch dürfte ein inkonsistentes Benutzererlebnis beim Suchen und entsprechende Beschwerden die Folge sein.

    iFilter finden und hinzufügen

    Oft ist das Ziel bei der Installation zusätzlicher iFilter, die Dateiinhalte der zugehörigen Dateien durchsuchbar zu machen. Dies trifft jedoch nur auf solche zu, die auch Textelemente enthalten, wie etwa Office-Dateien oder PDFs. Daneben existieren eine ganze Reihe weiterer iFilter für die Meta-Daten weiterer Dateien, etwa von Grafiken oder Musik-Dateien. Sinnvoll getaggte Photos sind also auch im Unternehmen von Vorteil, wenn sie zur Verwendung durch die Mitarbeiter vorgesehen sind. Ein iFilter für Tiff-Dateien gehört mit zu den installierbaren Features von Windows Server 2008 R2.

    Zusätzliche iFilter erhält man oft beim Hersteller der Software, mit der die entsprechenden Dokumente erstellt und bearbeitet werden. Ein paar Übersichtsseiten helfen bei der Suche: iFilter.org verlinkt direkt in den entsprechenden Download-Bereich der Hersteller-Sites. Filter Central ist ein MSDN-Blog zum Thema iFilter und informiert über Neuentwicklungen, wie etwa das iFilter-Pack für Office 2010 oder Adobes 64-Bit-iFilter für PDFs. Eine generelle Übersicht gibt es bei Microsofts Live Gallery, diese wird jedoch nicht sonderlich gepflegt und man muss jeweils vor dem Download darauf achten, wirklich einen iFilter für Windows Search 4 zu erhalten.

    Beachtenswert sind auch auf iFilter spezialisierte Dritthersteller wie Citeknet, der etwa iFilter für Zip-, Cab- und Rar-Archive, Exe-Dateien und Hilfedateien anbietet. Auf Workstations sind Archiv-iFilter oft nicht unbedingt nötig, weil eventuell installierte Packprogramme wie WinRAR bereits iFilter mitbringen. Auf dem Server, um vom Client aus die Inhalte der Archive zu durchsuchen, hat man allerdings einen zusätzlichen iFilter lieber als jeweils die Installation der kompletten Software.

    1 Kommentar

    Bild von Evin
    Evin sagt:
    11. November 2014 - 14:35

    es liegt anscheinend nicht nur an iFilter. "Windows Desktop Search" findet den Inhalt nicht pauschal in allen Text-Dateien (.txt, .log und sonstiges). Z. B. mit solchen, die "UCS-2 LE" kodiert sind, kann die Windows-Suche nicht umgehen, obwohl es reine Text-Dateien sind.
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