Mit vmrun virtuelle VMware-Maschinen steuern

    vmrun kopiert eine Datei ins GastsystemNeben der Möglichkeit, virtuelle VMDK-Festplatten zu bearbeiten, ohne die zugehörige VM starten zu müssen, ist das Kommando vmrun eine weitere Eingriffsmöglichkeit für Administratoren, VMs von außen zu beeinflussen. Es gehört bereits zum Lieferumfang von VMware Workstation, ESX oder vSphere dazu; Benutzer des VMware Players erhalten es über den separaten Download der VMware VIX API.

    Zu vergleichbaren Tools wie etwa dem VMDK-Mount-Utility oder dem Virtual Disk Manager gibt es einen wichtigen Unterschied: Sind letztere unabhängig von einer auf der gleichen Maschine bestehenden VMware-Installation und können VMDK-Dateien bearbeiten, egal woher sie stammen, ist vmrun lediglich eine Schnittstelle zum Hypervisor und bietet dementsprechend nur dessen Funktionen auf Kommandozeilenebene an.

    Gast-Betriebssystem direkt steuern

    vmrun kann Dateien im laufenden Gastsystem löschenWie die vmrun-Dokumentation ab Seite 11 zeigt, gibt es eine große Menge an Kommandos, die sich produktunabhängig überall einsetzen lassen, etwa Start, Stopp oder Neustart einer VM. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Befehle, mit denen sich das Gast-Betriebssystem direkt steuern lässt.

    Es setzt die Installation der VMware-Tools im Gastsystem voraus, welche die entsprechenden Aktionen umsetzen, wie etwa den Start eines Programmes, Erstellen oder Löschen von Dateien und Verzeichnissen oder das Kopieren von Dateien zwischen Gast- und Host-System auch Netzwerk oder Shared Folders. Für diese Operationen muss man gültige Login-Daten für den Gast angeben. Dazu dienen die Parameter -gu für den Benutzer und -gp für das Passwort. Lässt man sie weg, erfragt vmrun die Login-Daten interaktiv.

    Wichtig für diese Gast-Operationen ist, dass es keine bidirektionale Kommunikation gibt, etwa im Sinne von Rückgabewerten im Gast gestarteter Programme. Man sollte vmrun deshalb eher als Notfall-Instrument verwenden, nicht zur ständigen Lösung zur Steuerung virtueller Maschinen. Hierzu sollte man die gleichen Remote-Werkzeuge einsetzen, wie man sie auch für physische Maschinen verwendet. vmrun bleibt dann noch das As im Ärmel für Fälle, die bei nicht virtualisierten Maschinen den physischen Zugriff erforderlich machen würden.

    Funktionen von vmrun.exe abhängig vom VMware-Produkt

    Was vmrun bietet, ist in aller Ausführlichkeit in der entsprechenden VMware-Dokumentation zu finden. Ein konkretes Beispiel für die Snapshot-Verwaltung findet man hier. vmrun verbindet man mittels des Parameters -h mit einem Host, auf dem der VMware-Hypervisor läuft. Fehlt er, steuert vmrun die lokal installierten Produkte. Sind derer mehrere vorhanden, kann man mittels des Parameters -T spezifizieren, welches für ein konkretes Kommando verwendet werden soll.

    Generell muss das VMware-Produkt die Funktion bieten, damit sie per vmrun ausgeführt werden kann: Es wird also nicht möglich sein, mit einer VMware-Player-Installation und vmrun Snapshots anzulegen und zu verwalten oder ein unter VMware Workstation erstelltes Team zu starten. Auch der Start einer einzelnen zu einem Team gehörenden VM kann mit vmrun und VMware Player nicht erzwungen werden, genauso wenig wie es die GUI des Player bietet.

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