Schattenkopien mit vssadmin verwalten

    VSS thumbnailvssadmin ist das Kommandozeilentool zur Verwaltung der Windows-Schatten­ko­pien. Eingeführt bereits mit Windows Server 2003/XP, ist sein Leistungsumfang in den neuen Windows-Versionen Vista, 7, 2008 und 2008 R2 um einiges größer als zu Anfang. Unter Server Core ist man mangels einer GUI zur VSS-Konfiguration zwingend auf das Tool angewiesen, aber auch Administratoren, die ihre Server schnell per Kommandozeile fernwarten wollen, profitieren davon.

    vssadmin.exe wird in einer Eingabeaufforderung mit administrativen Rechten gestartet. Das Tool weist darauf hin, falls die Rechte zur korrekten Ausführung fehlen sollten. Danach folgen die Parameter – der erste gibt die Kategorie vor, die weiteren die konkrete Aktion. Interaktiv funktioniert das Tool nicht, es kehrt nach der Ausführung immer auf die Shell-Ebene zurück.

    vssadmin list: VSS-Verfügbarkeit anzeigen

    Mit Hilfe der list-Befehle kann man sich die aktuelle Konfiguration anzeigen lassen. Wichtig sind etwa

    vssadmin list volumes
    

    das alle Volumes anzeigt, die überhaupt für Schatten­ko­pien zur Verfügung stehen, also tauglich dafür sind.

    vssadmin list shadowstorage
    

    gibt den zur Verfügung stehenden Speicher für alle Volumes aus. Will man diese Ausgabe einschränken, benötigt man den Parameter /for, etwa

    vssadmin list shadowstorage /for=C:
    

    wenn man ihn nur für Laufwerk C: wissen will. Dieser muss sich nicht auf dem gleichen Volume befinden. Will man nicht wissen, wo der Platz für die Schatten­ko­pien für ein Volume ist, sondern welche sich auf einem bestimmten Laufwerk befinden, verwendet man /on statt /for. Die vorhandenen Schatten­ko­pien selbst ermittelt man mit

    vssadmin list shadows
    

    Hierfür gibt es den Parameter /on nicht, man kann aber außer der Einschränkung mit /for die Anzeige mittels /shadow=‹GUID› auf eine bestimmte, ausgewählte Schatten­ko­pie beschränken.

    Interessant ist die Ausgabe von

    vssadmin list writers
    

    etwa nach der Installation von neuer Software, die behauptet, VSS-fähig zu sein. Ihr installierter VSS-Writer sollte neben den anderen in der Liste der Writer auftauchen.

    Snapshots erstellen und löschen

    Einen manuellen Snapshot erstellt man mit

    vssadmin create shadow /for=‹Volume›
    

    /for ist dabei zwingend erforderlich und gibt an, für welches Volume der Snapshot erstellt wird. Ein weiterer Parameter /autoretry=‹Minuten› legt die Maximalzahl von Minuten fest, die für eine automatische Wiederholung der Operation aufgewendet werden soll, falls sie wegen einer anderen Snapshot-Aktion momentan nicht möglich ist.

    Löschen kann man Snapshots mit

    vssadmin delete shadows /for=‹Volume›
    

    Dieser Befehl erfordert weitere Parameter: /shadow=‹GUID› löscht eine bestimmte Schatten­ko­pie, /oldest nur die älteste, /all alle. /quiet sorgt auf Wunsch für meldungslose Ausführung.

    Schatten­ko­pien konfigurieren

    Auch die gesamte Konfiguration der Schatten­ko­pien und Snapshots kann vssadmin erledigen. Mit

    vssadmin add shadowstorage /for=‹Volume› /on=‹Volume›
    

    kann man die oben beschriebene Konfiguration – der Platz für die Schatten­ko­pien befindet sich auf einem anderen Volume – herstellen. Dazu kann man zusätzlich mit /maxsize=‹Größe› eine maximale Größe in Bytes festlegen, andere Einheiten kann man mit K, M, G, T usw. unmittelbar nach der Zahl abkürzen.

    Das Gegenteil tut

    vssadmin delete shadowstorage /for=‹Volume› /on=‹Volume›
    

    Der Parameter /on ist hierbei zwar nicht zwingend, aber beachtenswert: Fehlt er, werden alle Speicherorte für die Schatten­ko­pien des nach /for angegebenen Volumes gelöscht.

    Die maximale Größe bereits vorhandener Speicherorte für Schatten­ko­pien konfiguriert man mit

    vssadmin resize shadowstorage /for=‹Volume› → 	→/on=‹Volume› /maxsize=‹Größe›
    

    wobei hier für die Angabe der Größe das Gleiche gilt wie beim Parameter add.

    Microsoft-Dokumentation zu vssadmin im TechNet

    Eine Referenz zu vssadmin finden man in englischer Sprache im TechNet.

    3 Kommentare

    Bild von Detlef
    Detlef sagt:
    23. September 2012 - 20:11

    Hallo,
    beim Verschieben des Volumes, welches die neuen Schattenkopien aufnehmen sollen, wird die Fehlermeldung "Die maximale Anzahl der Schattenkopie-Speicherassoziationen wurde erreicht".

    Ein Verschieben der Partitionen ist uns nicht gelungen, haben auch mit deaktiviertem wie auch mit aktiviertem Dienst probiert.

    Auch bei Technet sind wir nicht weitergekommmen.

    Was meint diese Fehlermeldung und wie können wir das beheben?

    Tausend Dank!
    Detlef

    Bild von Detlef
    Detlef sagt:
    23. September 2012 - 20:13

    Noch eine Frage.... ;-)
    Nach dem Löschen von allen Schattenkopien (!) auf dem System haben wir den Shadowexplorer installiert.
    Obwohl vssadmin ansagt, dass keine Kopien mehr existieren, wird trotzdem genau eine Schattenkopie mitsamt INhalt angezeigt!

    leicht verwirrt....

    Kann es sein, dass Windows trotz Löschung die letzte Kopie irgendwo intern abspeichert?

    Danke!

    viele Grüße, Detlef

    Bild von Thomas Pille
    Thomas Pille sagt:
    28. November 2012 - 8:41

    Hallo,

    möglich aber nicht absolut sicher hilft evtl. folgender MS Link http://technet.microsoft.com/de-de/subscriptions/cc755866(v=ws.10).aspx

    Gedanke meinerseits: ZielVolume ist kleiner als QuellVolume und da beim einrichten Des VSS-Dienstes keine Größe angegeben wurde, wurde ein nicht passender Wert für die Größe (maximum) genommen.

    Andere Möglichkeit der VSS Dienst hat zwar die Kopien gelöscht aber der Widerherstellungsdienst hat diese wieder hergestellt.

    Mit VSS Konsole Neu: "vssadmin add shadowstorage /for= FürVolumespec /on= AufVolumespec [/MaxSize=MaxGrößeSpec]" erzeugen und Plug & Pray.

    Good Luck, wie gesagt ich bin kein Guru :-)