Automatische und zeitgesteuerte Snapshots in VMware Workstation

    poweroff snapshots thumbnailDie Möglichkeit, Snapshots vom aktuellen Zustand einer VM anzulegen und gegebenenfalls zu diesem zurückzukehren, ist einer der entscheidenden Unterschiede vom kostenlosen VMware Player zum professionellen Produkt VMware Workstation und damit ein starkes Argument des Herstellers, bei entsprechendem Bedarf letzteres zu erwerben. Neben der in der Workstation-GUI (Menüpunkt „VM → Snapshot“ beziehungsweise Tastenkombination ‹Ctrl›-‹m›) gebotenen Möglichkeit, diese Snapshots per Snapshot-Manager anzulegen, zu löschen, davon Clones zu erstellen oder sie anderweitig zu verwalten, gibt es noch zwei weniger bekannte Varianten, sie zu nutzen.

    Automatische Snapshots beim Herunterfahren

    Die automatisch erstellten Snapshots werden nach Datum und Zeit der Ausschaltens benanntIn den Eigenschaften einer jeden VM lässt sich unter der Registerkarte "Options" unter "Snapshots" einstellen, wie sich die VM nach dem Herunterfahren beziehungsweise Ausschalten verhalten soll. Die Voreinstellung ist, sich regulär auszuschalten und die Änderungen in die VMDK zu übernehmen. Es ist aber auch möglich, alle vorgenommenen Änderungen jeweils zu verwerfen und zum vorigen Snapshot zurückzukehren.

    Eine andere Variante besteht darin, beim Ausschalten automatisch einen Snapshot zu erstellen. Benannt wird er jeweils mit Datum und Zeit des Herunterfahrens. Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, bei jedem Herunterfahren/Ausschalten eine andere Entscheidung zu treffen, die per Dialogbox erfragt wird. Letztere „Erinnerungsfunktion“ war auf alten VMware-Workstation-Versionen Standard; langjährigen Anwendern wird der Dialog also bekannt vorkommen.

    Zeitgesteuerte automatische Snapshots

    AutoProtect-Snapshots werden je nach Alter automatisch gelöscht, jedoch so, dass flexible Restore-Optionen bleibenEine weitere Möglichkeit heißt „AutoProtect“ und besteht darin, automatische Snapshots der laufenden VM in regelmäßigen Zeitabständen zu erstellen. Die entsprechende Einstellung findet sich ebenfalls in den Optionen jeder VM, kann aber auch aus dem Snapshot-Manager per Schaltfläche „AutoProtect“ aufgerufen werden.

    Die AutoProtect-Snapshots unterscheiden sich von „normalen“, sowohl von manuell als auch automatisch beim Ausschalten erstellten. So kann man hier eine Höchstanzahl aufzubewahrender Snapshots angeben; ältere löscht VMware Workstation automatisch. Dies geschieht allerdings nicht alleine nach Alter, sondern abgestuft, um flexible Rücksetzmöglichkeiten zu erhalten.

    So werden etwa bei stündlich anzufertigenden Auto-Snapshots, von denen 15 aufbewahrt werden sollen, diese in gleichen Teilen zu je 5 aufgeteilt: Die letzten 5 stündlichen, jeweils einer der letzten 5 Tage und jeweils einer der letzten 5 Wochen. In den Einstellungen zu AutoProtect sieht man jeweils, welche Snapshot-Frequenz und welches Maximum an aufzubewahrenden Snapshots zu welchem Verhalten und zu welchem ungefähren Platzverbrauch führt, bevor man es bestätigt.

    Der besseren Übersicht halber werden AutoProtect-Snapshots im Snapshot-Manager nur aufgeführt, wenn man die entsprechende Option aktiviert. Hier kann man – unabhängig von dem was VMware Workstation automatisch tun würde – einzelne Snapshots per Kontextmenü-Punkt „Keep“ aus dem Löschzyklus herausnehmen und so manuell ihre Aufbewahrung verfügen. Da AutoProtect-Snapshots nur von laufenden VMs erstellt werden, kann man von ihnen keine Clones erstellen. Während der Aufzeichnung einer VM-Sitzung oder ihrer Wiedergabe werden keine AutoProtect-Snapshots erstellt.

    In VMware Player nicht verfügbar

    Sowohl die automatischen Snapshots beim Herunterfahren/Ausschalten als auch die AutoProtect-Snapshots sind in VMware Player nicht verfügbar. Auch wenn man eine VM unter VMware Workstation entsprechend konfiguriert oder man eine VMX-Datei im Text-Editor bearbeitet und sie so hinzufügt, führt VMware Player diese Funktionen nicht aus.

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