Strom sparen: CPU drosseln

    GranolaWährend Spielern die Verarbeitungsgeschwindigkeit gar nicht schnell genug sein kann, gelten im Büro gegenteilige Anforderungen. Die Energiekosten beim Betrieb von PCs machen einen großen Teil von deren Gesamt­betriebs­kosten aus – selbst bei Freiberuflern mit einem Einzel-PC summiert sich das schnell auf ein paar hundert Euro im Jahr. Sparen muss dabei nicht heißen, den PC jedes Mal im Ruhezustand vorzufinden, wenn man nach 5 Minuten von der Kaffeemaschine zurückkehrt: Stattdessen spart man nicht benötigte Prozessorlast.

    Die heutzutage mehr als üppig dimensionierte CPU-Leistung wird zwar von modernen Betriebssystemen und Anwendungen durchaus in Anspruch genommen, etwa bei Start von Anwendungen, beim Multitasking mit Aero-Effekten oder bei der Wiedergabe reichhaltiger Web-Inhalte, insbesondere HD-Videos. Dazwischen aber, etwa beim Eintippen eines Textes in Word, braucht man 3-GHz-Doppelkern­prozessoren nicht und könnte sie ohne Not heruntertakten, ohne dass sich das Benutzererlebnis in irgendeiner Weise verschlechtert.

    DVFS: bei Notebooks bereits aktiv angewendet

    Der Prozessor des Notebooks läuft derzeit nur mit der Hälfte seiner möglichen TaktfrequenzDie Technik für das Stromsparen ist sowohl bei neueren Computermodellen als auch in Windows durchaus vorhanden und ausgereift. Je nach Implementation heißt sie etwa bei Intel SpeedStep oder bei AMD Cool’n’Quiet und PowerNow! – der übergreifende Fachbegriff lautet „Dynamic Voltage And Frequency Scaling“ (DVFS) oder schlicht CPU-Drosselung.

    Während man unter Linux mittels des Dämons powernowd DVFS auf jedem PC anwenden kann, dessen Hardware dies unterstützt, schaltet Windows die Funktion – ähnlich wie bei der Funktion „Drucken am Aufenthaltsort“ – nur für Akku-betriebene Geräte ein. Man kann dies auf einem beliebigen Notebook etwa mit dem Desktop-Gadget „CPU MHz Speed Meter“ oder einem professionelleren Tool wie etwa Lavalys Everest beobachten: Gibt es nichts zu tun, taktet sich die CPU herunter. Auf einen Desktop-PC hingegen läuft sie immer mit voller Kraft.

    CPU auch auf Desktop-PC heruntertakten

    Tools wie Lavalys Everest geben Auskunft darüber, wie schnell die CPU läuftUm auch auf dem Desktop-PC CPU-Drosselung zu betreiben, benötigt man ein zusätzliches Programm. Dieses gibt es etwa für die persönliche Verwendung kostenlos in Form von Grano.la von Miserware. Man muss ein wenig naïve Propaganda ertragen – durch die Installation des Programmes rettet man nicht weniger als die Welt – aber das Programm tut das Erwartete und rechnet sogar die zu erwartenden jährlichen Ersparnisse der aktuellen Auslastung entsprechend aus, wenn man den kWh-Preis seines Stromanbieters als Parameter eingibt.

    Eine Server-Variante gibt es derzeit für Windows nicht. Auch das Client-Programm hat allerdings seinen Ursprung in Linux, so dass nicht auszuschließen ist, dass Miserware auch beim Server nachlegt.

    DVFS im BIOS einschalten

    Bei den meisten Desktop-PCs muss man DVFS erst im BIOS einschaltenIm Gegensatz zu Notebooks ist DVFS in vielen Desktop-PCs standardmäßig angeschaltet und muss manuell im BIOS aktiviert werden. Im Allgemeinen findet man die entsprechende Option unter „Advanced Chipset“ oder der CPU-Konfiguration. Der trockene technische Begriff ist fast nie zu finden, stattdessen muss man in den Optionen nach dem Vermarktungsbegriff suchen, etwa „SpeedStep“.

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