Virtuelle VMware-Festplatten (VMDK) mit vmware-vdiskmanager verwalten

    Nicht immer bietet die GUI alle Funktionen für die virtuellen FestplattenMit dem Tool vmware-vdiskmanager stellt VMware ein Tool für die Offline-Wartung von VMDK-Datenträgern zur Verfügung. Es bietet einen Kommandozeilenzugang für nahezu alle Operationen mit VMDK-Dateien, ausgenommen das Mounten im Hostsystem.

    Vom Vorhandensein eines VMware-Produktes auf dem gleichen System ist der Einsatz des Virtual Disk Manager unabhängig: Hat man es, etwa im Zuge einer Installation vom VMware Workstation bereits auf dem Rechner, benötigt man keinen weiteren Download, ansonsten ist es Bestandteil des „VMware Virtual Disk Development Kit (VDDK)“.

    vmware-vdiskmanager setzt man für den größten Teil der unterstützten Funktionen auf Offline-Datenträgern ein, das heißt sie dürfen in keiner laufenden oder suspendierten virtuellen Maschine geöffnet sein. Ohne Parameter aufgerufen gibt vmware-vdiskmanager eine Kurzhilfe aus, die komplette Dokumentation findet man bei VMware.

    Einsatz-Beispiele des virtuellen Diskmanagers

    Der Virtual Disk Manager kann mittels des Parameters -c zum Erstellen virtueller Festplatten verwendet werden, damit lassen sich etwa große VM-Deployments per Script automatisieren. Derart kreierte VMDKs sind nicht an bestimmte VMs gebunden, befinden sich also in noch keiner VMX-Konfigurationsdatei. Als VMDK-Typ steht zusätzlich die Streaming-optimierte komprimierte VMDK zur Verfügung, die geeignet ist, über das Netzwerk verwendet zu werden. Generell werden die VMDK-Typen per Nummer nach dem Parameter -t angegeben. Die Nummern bedeutet dabei im Einzelnen:

    Option für Typ-Parameter resultierender Disk-Typ
    0 dynamische Disk in einer Datei (monolithic sparse)
    1 dynamische Disk in 2-GB-Dateien (split sparse)
    2 statische Disk in einer Datei (monolithic flat)
    3 statische Disk in 2-GB-Dateien (split flat)
    4 statische Disk kompatibel zu ESX-Server (VMFS flat)
    5 komprimierte Disk, optimiert für Streaming
    6 dynamische Disk für ESX/ESXi 3.5 und höher

    Auch zum Konvertieren zwischen VMDK-Typen eignet sich das Tool, und zwar unabhängig davon, ob dies von der GUI eines VMware-Produktes unterstützt wird oder welches konkret installiert wird. Statt des Parameters -c zum Erstellen einer neuen Disk verwendet man -r, gefolgt von einer VMDK-Datei, die als Quell-Disk dient. Die Ziel-Disk hinter der Typ-Angabe wird mit dem angegebenen Typ erstellt und erhält die Daten der Quell-Disk. Die Kurzhilfe von vmware-vdiskmanager enthält die Syntax für eine Konvertierung als Beispiel 3, ausführlichere Angaben liefert die Dokumentation ab Seite 10, etwa auch, wie man eine lokale in eine Remote-Disk auf einem ESX- oder vSphere-Server konvertiert.

    Virtuelle Datenträger defragmentieren und prüfen

    Alle virtuellen Disks einer VM werden defragmentiertZwei Funktionen von vmware-vdiskmanager gibt es zwar auch in der GUI etwa von VMware Workstation, allerdings erledigt man sie per Kommandozeile effektiver: Defragmentieren (-d) und die Prüfung der Konsistenz (-R) einer VMDK benötigen je nach Zustand der Disk viel Zeit, so dass man sie lieber ohne die Oberfläche auf Kommandoebene oder im Script verwendet. Auf diese Weise lassen sich etwa alle VMDKs einer VM nacheinander defragmentieren und danach per vmrun die zugehörige virtuelle Maschine automatisch wieder starten.

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