Rangee Browser Redirection im Test: Web-Anwendungen lokal auf Thin Clients ausführen


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    Rangee Browser RedirectionWenn Mit­arbeiter von zu Hause auf Anwen­dungen in der Firma zu­greifen, dann laufen diese oft auf einem Terminal-Server. Handelt es sich dabei Streaming- oder Con­ferencing-Apps im Web-Browser, dann leidet in dieser Konstel­lation oft die Qualität. Rangee Browser Redirection leitet daher Multi­media-Apps auf den Client um.

    Bei der Wiedergabe von Medien oder der Nutzung von Konferenz-, Video- oder Telefonie­lösungen läuft der Datenstrom über RDP/ICA/PCOIP zum lokalen Gerät, wenn der Web-Browser in einer Remote-Sitzung geöffnet ist.

    Ruckler und Aussetzer sorgen dabei regelmäßig für ein schlechtes Benutzer­erlebnis. Zudem wird nicht nur die Internet-Verbindung der Remote-Site belastet, sondern der speicher­hungrige Web-Browser belegt zusätzlich RAM auf dem Server.

    Multimedia Redirection als etabliertes Verfahren

    Diverse Hersteller, darunter Microsoft, Citrix und VMware, begegnen diesem Defizit schon lange mit der Umleitung von Audio- und Video-Streams auf lokale Anwendungen wie etwa den Windows Media Player, oder im Fall von HTML5-Multimedia auch auf einen lokalen Web-Browser.

    Der Nachteil dieses Ansatzes besteht jedoch darin, dass der Benutzer zwischen dem Remote­desktop und dem lokalen Browser hin- und herwechseln muss. Besonders ungünstig ist eine solche Umgebung dann, wenn die Remote-Session im Vollbild läuft, wie dies auf Thin Clients häufig der Fall ist.

    Browser Redirection für Remotedesktop-Anwender

    Der Aachener Thin Client-Spezialist Rangee GmbH entwickelte daher mit Browser Redirection eine Lösung, die eine gute Audio- und Videoqualität mit einem transparenten Benutzer­erlebnis kombiniert.

    Rangee setzt dafür auf ein Tandem aus einer Browser-Extension für Chrome auf dem Remotedesktop und einem Agenten auf dem Thin Client, der für den Benutzer unsichtbar bleibt. Er dient ausschließlich dazu, die Weiter­leitung von Webseiten aus der Remote Session entgegen­zunehmen und diese im lokalen Browser zu starten.

    Rangee Browser Redirection leitet Browser-Anwendungen zum lokalen Thin Client um.

    Youtube & Co. mit lokaler Performance

    Redirection fügt den lokalen Browser nahtlos in die entfernte Sitzung ein. Er lässt sich vollständig über den Remotedesktop steuern, er reagiert auf Größen­änderungen, kann in den Hintergrund geschoben oder auch von weiteren Tabs überlagert werden.

    In unserem Test funktionierte die Weiterleitung von Internet-Anwendungen auf den Thin Client reibungslos. In der Konfiguration eingetragene Web-Seiten werden automatisch lokal geöffnet. Dies erfolgt für den Anwender transparent, so dass er den Vorgang nur bemerkt, wenn man das Terminal-Server-Fenster schließt. Das Browser-Fenster ist dann immer noch geöffnet, da es lokal läuft.

    Sofern vom Administrator freigegeben, kann der Anwender beliebige Websites weiterleiten, indem er im Chrome-Browser auf das Icon der Rangee-Extension klickt. Diese quittiert die erfolgreiche Weiter­leitung mit einem grünen Icon.

    Die lokale Ausführung der Web-Seiten gewährleistet eine Performance, die lediglich von der Internet-Anbindung des lokalen Geräts begrenzt wird. Dies gilt ebenso für die Audio- und Video-Qualität, beispiels­weise bei Web-Konferenzen.

    Einrichtung und Konfiguration

    Wie bei Rangee-Endgeräten üblich, kann man den Redirection-Agent über das Remote-Management zentral auf die Thin Clients verteilen.

    Nach der Einrichtung startet er als Hintergrund­dienst automatisch und macht dabei lediglich durch eine dezente Nachricht auf sich aufmerksam.

    Auf dem Remotedesktop wird die Chrome Extension entweder manuell vom Googles Web Store installiert, oder man automatisiert die Verteilung über ein GPO. Microsoft Edge wird aufgrund seiner Kompatibilität zu Chrome unterstützt. Bei diesem Browser kann man das Add-on jedoch nicht per Gruppen­richtlinie verteilen, so dass dort nur die manuelle Installation bleibt.

    Auf dem Remotedesktop erfordert Browser Redirection die Installation einer Erweiterung für Google Chrome.

    Zusätzlich stellt Rangee das Browser Redirector Configuration Utility zur Verfügung. Darüber kann das Browser-Plugin im Hintergrund die aktuelle IP des Thin Clients, den zu verwendenden Port sowie das aktuelle Session Token abfragen.

    Es sorgt für eine automatisierte Konfiguration der Chrome-Extension. Dabei wird die Verbindung zum Thin Client über das jeweilige Remote-Protokoll und die Konnektivität zum Agent auf dem Client geprüft. Im manuellen Modus dagegen muss man die Verbindungs­einstellungen händisch konfi­gurieren.

    Der Thin-Client-Administrator kann entweder eine Whitelist von erlaubten URLs je Benutzer vorgeben oder aber den Benutzern erlauben, jede beliebige Webseite weiterzuleiten.

    Rangee Browser Redirection erlaubt die Konfiguration weiterzuleitender URLs und stellt die Verbindung zum Agent auf Thin Clients

    Mehrere Thin-Client-Optionen

    Der Aachener Hersteller bietet verschiedene Thin-Client-Varianten an, für welche Rangee Browser Redirection verfügbar ist. Dazu zählen Standalone-Geräte, Laptops, integrierte Bildschirme sowie Tablets.

    Alternativ lassen sich auch vorhandene Rechner, etwa private Laptops, in Thin Clients verwandeln. Mit der Rangee Kommbox kann man auch Windows-Rechner als schlanke Endgeräte nutzen, die sich über dieselbe Web-Konsole verwalten lassen wie reguläre Thin Clients.

    Die Kommbox von Rangee erlaubt das Remote-Management von Thin Clients über einen Web-Browser. Unabhängig davon, ob man dedizierte Thin Client-Hardware oder konvertierte PCs einsetzt, sieht Rangee mit dem Thin Client Management Server (TCMS) eine zentrale Verwaltungslösung vor.

    Über den Rangee Thin Client Management Server (TCMS) können sämtliche Clients zentral verwaltet und gesteuert werden.

    Systemverwalter können Konfigurationen dabei an ganze Gruppen von Endgeräten übertragen, und zwar einheitlich sowohl an die Linux- und Windows-basierten Devices des Aachener Herstellers.

    Fazit

    Rangee liefert mit der Browser Redirection einen innovativen Lösungs­ansatz für entfernte Arbeits­plätze, sei es zu Hause oder unterwegs. Anwender können damit Web-Anwendungen in hoher Qualität auf dem lokalen Gerät ausführen, ohne ihre gewohnte Arbeits­umgebung zu verlassen.

    Rangee praktiziert diesen Ansatz bereits bei populären Collaboration-Tools wie Zoom, Microsoft Teams, Bluejeans und Alphaview, die aus denselben Erwä­gungen heraus als Software-Pakete zur Installation lokal auf den Thin Clients bereitgestellt werden. Ebenso kann mit Rangee SIP die Internet-Telefonie auf dem Endgerät erfolgen - in Verbindung mit einem Remote SIP-Client.

    Verfügbarkeit und Preise

    Rangee Browser Redirection ist als Software-Modul ab sofort verfügbar. Über die Cloud Lizenz kostet es 15,00 € je User und Jahr (zzgl. MwSt.) und über die Lifetime-Lizenz (On-Premise) 25,60 €.

    Die Lifetime-Lizenz ist an die an die Hardware gebunden, während die Cloud-Lizenz übertragbar und ein Jahr gültig ist.

    Zum Testen kann die Lösung kostenfrei und unverbindlich 180 Tage auf beliebig vielen Endgeräten installiert und genutzt werden.

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    Bild von Andrej Radonic
    Andrej Radonic beschäftigt sich als IT-Journalist und als Vorstand der interSales AG seit über 20 Jahren mit IT-Lösungen für mittel­ständi­sche Unter­nehmen. Spezial­gebiete sind Virtuali­sierung, Open Source und E-Commerce.
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