Veeam kündigt Availability Suite und Cloud Connect an

    Veeam Backup & ReplicationVeeam veranstaltete kürzlich erstmalig seine eigene Konferenz namens VeeamOn. Das Unter­nehmen positionierte sich dabei nicht bloß als Anbieter von Backup-Software, sondern einer um­fassenden Lösung für die Verfügbarkeit von Daten. Zu den angekündigten Produkt­neu­heiten zählen die Availability Suite und Cloud Connect.

    Veeam präsentierte auf der Veranstaltung seine Sicht vom modernen Rechenzentrum: Dieses zeichne sich durch vollständige Virtualisierung, moderne Storage-Systeme und Cloud-Integration aus. Die von Anwendern und Unternehmen geforderte ständige Verfügbarkeit aller Daten und Applikationen mache neue Strategien und innovative Produkte notwendig.

    Umfassender Schutz der Daten und Anwendungen

    Ausgehend davon hat der Hersteller fünf Faktoren identifiziert, die Backup- und Availibility-Lösungen in einem Datacenter abdecken müssen:

    • High Speed Recovery: Veeam erreicht eine sofortige Wiederherstellung durch den Start der virtuellen Maschinen direkt aus dem Backup-Repository.
    • Data Loss Avoidance: Offsite-Datensicherung sowie RPOs von weniger als 15 Minuten sorgen für Schutz vor Datenverlusten
    • Verified Protection: Integrierte Testverfahren prüfen automatisiert die Validität der Backups. Manche Veeam-Kunden berichten davon, dass sie sämtliche Backups täglich mit SureBackup und SureReplica testen.
    • Leveraged Data: Backups lassen sich mit den darin enthaltenen VMs als Testumgebung nutzen, beispielsweise um darin Change Requests wie Updates von Betriebssystemen oder Applikationen, auszuprobieren. Diese Testumgebungen stehen mit Virtual Lab automatisch und ohne zusätzlichen Aufwand zur Verfügung.
    • Complete Visibility: Integriertes Monitoring und Alerting für die Backup- und die VM-Infrastruktur verschaffen einen vollständigen Überblick über Daten, Anwendungen sowie Ressourcen und verhelfen zu proaktivem Handeln.

    Die Neuerungen von Backup & Replication 8

    Der Hersteller nutzte das Event, um die Version 8 seines Hauptprodukts Veeam Backup & Replication anzukündigen, das Bestandteil der neuen Veeam Availability Suite werden soll. Die enthält zusätzlich das Monitoring-Tool Veeam ONE.

    Während viele kleinere Verbesserungen mit Erscheinen der neuen Version im Oktober 2014 Einzug halten werden, gibt es auch mehrere größere Neuerungen. Dazu gehören das Backup in der Cloud und ein Item-Level-Recovery für Active Directory und SQL Server.

    Backup in der Cloud

    Cloud Connect versetzt Anwender in die Lage, ihre mit Veeam erstellten Backups in den Rechenzentren von Cloud-Providern zu speichern. Die Lösung nutzt dabei vorhandene Mechanismen wie Backup CopyJobs, Deduplikation und den WAN-Accelarator, um eine schnelle und sichere Übertragung der Daten zu ermöglichen.

    Die Replikation ist dabei erst für eine kommende Version geplant, die Lösung kann somit zunächst nur für einen normalen Restore verwendet werden, nicht aber für das Starten der VMs aus dem Backup in der Cloud als DR-Site.

    Veeam Cloud Connect ermöglicht das Ablegen von Backups in der Cloud.

    Service Provider erhalten mit demselben Softwarepaket einen Veeam-Gateway-Dienst inklusive Mandantenverwaltung. Veeam rechnet damit, dass viele der über 10.000 weltweiten Partner auf dieser Basis neue Dienste anbieten werden. Zum Start von Veeam Cloud Connect werden unter anderem Microsoft mit Azure und VMware mit vCloud Air als Backup Service Provider dabei sein.

    Neue Daten-Explorer und Verschlüsselung

    Mit der Version 8 wird die Explorer-Technik, mit der bislang selektiv einzelne Exchange und Sharepoint-Objekte direkt aus dem Backup wiederhergestellt werden können, um Unterstützung für Active Directory und SQL Server erweitert. So kann etwa ein einzelnes Computer-Konto aus einem Backup heraus restauriert werden.

    Zudem wird es Explorer für Snapshots auf Basis von HP- und Netapp-Storagesystemen geben.

    Der neue Veeam Explorer ermöglicht den Zugriff auf Active-Directory-Objekte in gesicherten VMs.

    Veeam Backup & Replication v8 wird Backups optional verschlüsseln können, und zwar an der Quelle (bei der Generierung), bei der Übertragung (In-Flight) sowie am Ziel (zum Beispiel auf Tape). Das Verschlüsselungs­passwort für den 256-Bit AES Algorithmus wird im zentralen Password Manager verwaltet und kann bei Verlust über den Veeam Enterprise Manager wieder ermittelt werden.

    Veeam B&R 8 erlaubt die Verschlüsselung aller Backups.

    Erste Schritte in Richtung Backup physikalischer Maschinen

    Außerdem wurde Veeam Endpoint Backup Free angekündigt, ein kostenfreies Backup-Tool für Windows. Die Version 1.0 soll im ersten Quartal 2015 erscheinen und zunächst ein Standalone-Produkt sein, welches sich zwar an IT Professionals wendet, aber sich explizit nicht als Enterprise-Lösung versteht. Offiziell will Veeam damit in das Marktsegment der Backup-Software für physikalische Endgeräte eintreten und Feedback aus der Community sammeln.

    Bis dato weicht Veeam der Frage aus, ob dieses Produkt die von vielen Seiten verlangte Unterstützung physischer Server nachrüsten werde. Es darf doch davon ausgegangen werden, dass künftige Versionen des kostenfreien Produkts auch Bestandteil der Availability Suite werden, so dass diese nicht nur virtualisierte Server sichern wird.

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