VMs mit Veeam Backup & Replication an andere Standorte übertragen

Veeam Backup & ReplicationBackups gehören für Administratoren zu den Routinearbeiten, die viele Produkte effizient und weitgehend automatisiert erledigen. Die zuneh­mende Virtualisierung von x86-Servern ändert jedoch die Anforderungen und gibt neuen Playern die Chance, den Markt für Backup-Programme aufzumischen. Einer von ihnen ist Veeam, der die Datensicherung um Funktionen für das Disaster Recovery ergänzt.

Veeam wurde als Backup-Lösung ausschließlich für die Datensicherung von VMware- und Hyper-V-Umgebungen entwickelt. Mit dem kürzlich erschienenen Release 2 der Version 7 unterstützt Veeam eigenen Angaben zufolge als erster Hersteller auch die neuesten Versionen vSphere 5.5 sowie Hyper-V bzw. Windows Server 2012 R2.

Replikation als Feature von Copy-Jobs

Veeam Backup & Replication V7 R2 enthält Replikationsmechanismen, um Backups automatisch an andere Standorte (onsite oder offsite) zu spiegeln, und wenn nötig für Disaster Recovery einen automatischen Failover dorthin durchzuführen. Die Replikationskomponente ist Bestandteil der in v7 eingeführten Backup Copy Jobs, mit deren Hilfe Backup-Dateien regelbasiert in ein anderes Backup-Repository kopiert werden können.

Veeam kann Backups automatisch in DR- Sites übertragen und dort für Failover- und Recovery-Zwecke verfügbar machen.

Administratoren müssen ihre existierenden Veeam Backup-Jobs dafür nicht ändern, sondern erstellen einfach zusätzliche Backup Copy Jobs. Dies erfolgt pro VM, so dass nicht die Sicherungen sämtlicher VMs kopiert werden müssen. Wie auf normale Backup-Jobs lassen sich auch auf Copy-Jobs detaillierte Zeitpläne sowie Aufbewahrungsregeln inklusive der Großvater/Vater/Sohn Policies anwenden.

Automatisches Failback

Replikate sind nicht bloße Kopien, sondern können für die Hochverfügbarkeit genutzt werden: Fällt eine VM aus, kann Veeam einen automatischen Failover auf deren Backup-Replik veranlassen, so dass der Betrieb nahtlos fortgesetzt wird. Dies funktioniert unabhängig vom Standort der Replik, die betreffende VM kann auch in der Disaster Recovery-Site direkt aus dem Backup gestartet werden. Damit die Netzwerktopologie des DR-Standortes mit dem Produktionsstandort korrespondiert, kann der Administrator über die Veeam-Tools entsprechende Netzwerk-Mappings hinterlegen.

Wenn nach der Wiederherstellung der originalen VM deren Daten wieder auf den inzwischen geänderten Stand gebracht werden sollen, automatisiert der integrierte Failback-Mechanismus diesen komplexen und potenziell fehlerträchtigen Vorgang weitestgehend: Der Admin kann in diesem Fall auf die VM am ursprünglichen Ort umschalten, oder aber eine völlig neue VM aus dem Backup generieren lassen, wenn nötig auch an einem anderen Standort.

Integrierter WAN Accelerator

Für den maximalen Schutz der Daten im Katastrophenfall sind Offsite-Backups unerlässlich. Die Besonderheit von Veeam Backup & Replication 7 ist die dafür integrierte WAN-taugliche Replikation. Technische Voraussetzung ist ein Proxy-Server je Standort, auf denen die Veeam-Software läuft. Zwischen ihnen erfolgt die optimierte Übertragung der Backup-Dateien. Dedizierte Hardware ist dafür nicht erforderlich, so dass die Proxies auch in VMs betrieben werden können.

Über Backup Copy Jobs spezifiziert der Administrator das Ziel, welches auch am anderen Ende einer WAN-Verbindung liegen kann.

Veeams WAN Accelerator ist als Dienst realisiert, der sehr einfach als weitere Rolle über die GUI installiert werden kann. Der Accelerator ist speziell für die optimierte Übertragung von Backups ausgelegt. Er benötigt daher keine Lernphase, wie das bei Mehrzweck-WAN-Beschleunigern der Fall ist. Technisch zieht der Hersteller diverse Register, um die Datenmengen auf ein Mindestmaß zu reduzieren, die Geschwindigkeit der Übertragung zu maximieren und gleichzeitig nicht den übrigen WAN-Traffic auszubremsen.

Veeam setzt dafür unter anderem einen globalen Cache ein, der ein Gedächtnis darüber enthält, welche Blöcke eines Backups bereits übertragen wurden und welche nicht. Es werden dann immer nur die Deltas an die Copy-Location geschickt. Weitere technische Maßnahmen umfassen Deduplizierung, Datenkompression und TCP/IP-Optimierungen wie beispielsweise Multithreading.

Eine neue WAN-Replikation mit Acceleration erstellt der Administrator mit wenigen Mausklicks.

Der Veeam-Administrator kann mehrere Download-Streams aktivieren, um die volle Bandbreite der WAN-Verbindung zu nutzen. Zusätzlich kann er über Throttling-Regeln den Bandbreitenbedarf in Relation zu anderen benötigten Diensten austarieren, auch mithilfe einer Zeitsteuerung. So kann er beispielsweise nachts mit voller Bandbreite synchronisieren, während er tagsüber gedrosselt repliziert.

Zusätzlich sorgt die Synthetic Backup Technology des Herstellers dafür, dass nicht jedes volle Backup komplett mit der Replikations-Site synchronisiert werden muss. Der Trick besteht darin, dass volle Backups aus vorhandenen kompletten und inkrementellen Sicherungen generiert werden - daher reicht die Übertragung der Deltas.

Seeding und Mapping

Um die initiale Datenmenge bei der Einrichtung von Offsite-Replikation drastisch zu reduzieren, beispielsweise bei schmalbandigen WAN-Verbindungen oder großen Datenmengen, können Administratoren den integrierten Seeding-Mechanismus nutzen. Dazu transportieren sie ein Voll-Backup auf mobilen Datenträgern manuell zur DR-Site und weisen den Replikationsmechanismus an, mittels inkrementeller Replikate auf dieser Basis aufzusetzen.

Sollen Replikations-Jobs für schon replizierte VMs geändert werden, dann kann der Replica Mapping Mechanismus eine initiale Komplettübertragung vermeiden. Dabei wird eine zu replizierende VM auf eine (ähnliche) schon replizierte VM abgebildet, so dass von diesem Zeitpunkt an eine inkrementelle Replikation erfolgt.

Flexibilität bringt Kostenersparnis

Zuverlässige und schnelle Replikation von Backups gerade an entfernte Standorte bringt große Sicherheit für die Datenhaltung. Zusätzlich erhöht die Kombination aus Backup Copy Jobs und Replikation die Flexibilität: Administratoren werden damit typischerweise eine kleinere Zahl von Restore Points im primären Backup-Repository halten, um Backup- und Restore-Zeiten zu minimieren. Parallel dazu lassen sich Kopien mit geringem Administrationsaufwand auf langsameren und billigeren Medien dauerhaft speichern.

Interessant ist auch die mit der Komponente Virtual Lab for Replicas gelieferte Option, Backups oder Repliken auch an entfernten (DR) Standorten gezielt zu starten, um sie für Test- oder Schulungszwecke verfügbar zu machen. Unternehmen können damit die zumeist brachliegenden Kapazitäten der Disaster-Recovery-Site produktiv nutzen, solange diese auf den Einsatz im Katastrophenfall wartet.

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