Mit VMware View vom iPad auf virtuelle Windows-Desktops zugreifen

    VMware View for iPad: Steuerung mittels GestenVMware hat einen View-Client für Apples Betriebssystem iOS vorgestellt. Damit können Besitzer eines iPad von dem Tablet-Rechner aus auf einen virtualisierten Windows-Desktop zugreifen. Unterstützt werden Microsoft Windows 7 (32 und 64 Bit), und zwar die Enterprise- und Professional-Aufgabe mit Service Pack 1, ebenso Windows Vista Business und Enterprise (32 und 64 Bit; SP1 und SP2, sowie Windows XP Professional (32 Bit, SP3).

    VMware View for iPad: Aufbau einer Verbindung zum Windows-DesktopDer View-Client kann vom Apple App Store kostenlos für die iOS-Versionen 4.2 und 4.3 kostenlos heruntergeladen werden. Um die "Touch-Welt", sprich das iPad, das mittels Gesten steuern lässt, mit der "Nicht-Touch-Welt", also Windows, zusammenzubringen, hat VMware eine spezielle Steuerung in View integriert: ein "Virtual Touchpad". Für sie wird auf dem Display des iPad ein Touchpad anzeigt, das dem eines Notebook-Rechners ähnelt. Es stellt auch Rechts- und Linksklick-Funktionen zur Verfügung.

    Zudem ist es möglich, über eine Bildschirmtastatur auf dem Windows-Desktop Text einzugeben. Sie entspricht jener von Windows-PCs, das heißt, sie stellt beispielsweise "Strg"- und "Windows-Start"-Tasten zur Verfügung, ebenso Funktionsleisten.

    Kein Support für USB

    Die Authentifizierung eines Users erfolgt über SecureID von RSA. Eine Single-Sign-on-Funktion erleichtert das Log-in. Nicht unterstützt werden laut Handbuch dagegen das RDP-Display-Protokoll, Virtual-Printing und Smartcards. Wer RDP benötigt, muss laut VMware auf Wyse PocketCloud zurückgreifen.

    Mit Mankos, die Apples iPad aufweist, müssen auch Nutzer der entsprechend View-Version leben. So werden keine USB-Geräte unterstützt, auch keine Bluetooth-Mäuse. Dafür lässt sich eine Bluetooth-Tastatur einsetzen.

    Nur PC-over-IP als Remote Display Protocol

    Für die Kommunikation zwischen dem View-Client auf dem iPad und dem virtualisierten Windows-Desktop setzt VMware das PC-over-IP-Protokoll (PCoIP) von Teradici ein. Das Protokoll komprimiert die Grafikdaten und schickt sie verschlüsselt an das Endgerät. Die Kompressionsrate wird dynamisch an die Netzwerkbandbreite angepasst.

    Das Protokoll PC over IP von Teradici beschleunigt den Transfer der Daten zwischen Client (iPad) und Windows-Desktop.Der VMware-View-Client für das iPad unterstützt eine Bildschirmauflösung von 1024 x 768 Pixeln, also denselben Wert wie das iPad. Der Windows-Desktop wird horizontal oder vertikal dargestellt, je nachdem, wie der Nutzer das Apple-Gerät hält. Den iPad-Dock-Connector lässt sich zudem ein externer Bildschirm anschließen.

    Für VMware View 4.5 und 4.6

    Der Client ist für die VMware View 4.5 und View 4.6 ausgelegt. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt VMware, die Daten entweder über eine VPN-Verbindung (Virtual Private Network) oder einen View-4.6-Sercure-Server zu transportieren. Allerdings verschlüsselt auch PCoIP die IP-Pakete und erhöht so das Sicherheitsniveau.

    Einsatz in US-Kinderklinik

    Wer nun meint, das Ganze sei eine Spielerei für "Freaks", liegt nicht ganz richtig falsch. Laut VMware setzt beispielsweise mit dem Children's Hospital Central California eine der größten Kinderkliniken in den USA die Lösung ein. Die Fachkräfte der Klinik sind mit iPads ausgestattet. Darüber greifen sie drahtlos auf die elektronische Akte von Patienten zu.

    Ein kleiner Werbefilm, der den Einsatz von VMware View for iPad in dem Krankenhaus erläutert, ist auf Youtube zu sehen. Laut Kirk Larson, dem IT-Chef der Klinik, setzt die Einrichtung das iPad ein, weil es sich deutlich einfacher als andere Tablet-Rechner bedienen lässt.

    Auch für deutsche Kliniken käme die Lösung in Betracht, zumal in vielen bereits mit portablen Client-Geräten gearbeitet beziehungsweise experimentiert wird. Gerade für das hoch belastete Krankenhauspersonal ist es wichtig, dass einfach und intuitiv zu bedienende Geräte zur Verfügung stehen. Allerdings dürfte angesichts leerer Kassen ein "Nobelgerät" wie ein iPad wohl eher nicht in Betracht kommen.

    1 Kommentar

    Bild von Sascha
    Sascha sagt:
    19. März 2011 - 13:12

    Wenn ich meinen Desktop tagsüber verlasse und von unterwegs via pocketcloud zugreifen möchte, darf mein PC nicht in den Energiesparmodus gehen da pocketcloud ihn nicht "wach" bekommt.

    Gibt es eine Möglichkeit dennoch Strom zu sparen und ihn wecken zu können?