Fujitsu stellt Smartphone mit Windows 7 Home Premium vor

    Fujitsu-Smartphone F-07C mit Windows 7 Home PremiumKurz vor dem Start ins Wochenende eine eher "feuilletonistische" Meldung, die ein bezeichnendes Licht auf die Irrungen und Wirrungen wirft, die derzeit den Bereich Mobile Computing "erschüttern". Nicht nur, dass Apple laut IDC drauf und dran ist, Nokia als Nummer eins unter den Herstellern zu überholen. Im ersten Quartal 2011 verkaufte Apple 18,7 Millionen iPhone, Nokia an die 24,2 Millionen Mobiltelefone. Wer vor vier, fünf Jahren darauf gewettet hätte, wäre heute ein betuchter Mann.

    Nun hat Fujitsu für den japanischen Markt ein Smartphone der besonderen Art angekündigt. Es läuft unter Windows – nein, nicht Windows Phone, sondern einem ganz normalen Windows 7 Home Premium (32 Bit) mit Service Pack 1. Der japanische IT-Hersteller nennt das Gerät denn auch nicht "Smartphone", sondern den "weltweit kleinsten PC".

    Das F-07C ist mit einem "Atom"-Prozessor Z600 (1,2 GHz) von Intel, 1 GByte RAM und einem Flash-Speicher (Solid State Drive, SSD) von 32 GByte Kapazität ausgestattet. Neben 3G-Mobilfunk ist ein IEEE-802.11b/g/n-WLAN-Modul an Bord, das Datenraten von bis zu 65 MBit/s unterstützt.

    Schwerer Brocken

    Mit 218 Gramm, inklusive Akku, ist das F-07C nicht gerade ein Leichtgewicht. Dafür bietet es eine ausziehbare Tastatur und einen VGA-Touchscreen mit 1024 x 600 Pixeln Auflösung. Zum Vergleich: Das HTC Pro, das ebenfalls Geschäftskunden anspricht und über eine vollwertige Tastatur verfügt, bringt nur 185 Gramm auf die Waage. Das Smartphone, das Windows Phone OS 7 nutzt, hat allerdings nur ein Display mit 480 x 600 Pixeln. Nokias N97, das unter Symbian S60 läuft, kommt gar nur auf 150 Gramm.

    Office 2010 mit an Bord

    Fujitsu-Smartphone F-07C mit Windows 7 Home PremiumIm Windows-7-Betrieb soll das Fujitsu-Mobiltelefon (Maße: 125 × 61 × 19,8 mm) zwei Stunden lang durchhalten. Beim Telefonieren hält der Akku angeblich 6 Stunden und 10 Minuten, bei Videotelefonie an die 170 Minuten. Die Standby-Zeit liegt bei 600 Stunden.

    Vermarktet wird das PC-Smartphone vom japanischen Telekommunikationskonzern NTT Docomo. Der liefert das System zusammen mit einer Office-2010-Version aus. Ebenfalls mit an Bord sind all die Tools, die man von jedem Windows-7-Rechner her kennt: Adobe Flash, Microsoft Silverlight und der Internet Explorer 9.

    Auf dem Bild, das Fujitsu und NTT Docomo veröffentlichten, wirkt der Windows-7-Screen allerding extrem "gedrängt": Die Anwendungsverknüpfungen sind riesig, sodass wenig Platz für ein Office-Dokument oder ein Browserfenster bleibt. Aber vermutlich lässt sich dies über die Systemsteuerung "begradigen".

    Fazit: Ein interessanter, vielleicht auch skurriler Versuch, einen anderen Windows-Weg bei Smartphones zu beschreiten. Schade, dass das F-07C nur in Japan zu haben ist. Bislang gibt es angeblich keine Pläne, das Smartphone auch in Europa oder Nordamerika zu vermarkten. Ein Test des Geräts auf seine Brauchbarkeit im (Arbeits-)Alltag ist somit leider nicht möglich.

    2 Kommentare

    Anton Charly sagt:
    23. Juli 2011 - 12:58

    Schon die kleinen 10'' Netbooks machen große Mühe beim flüssigen Arbeiten. Nach längerem Gebrauch bekomme ich Probleme mit den Augen. Wie wird das mit diesem mit Apps gespicktem Smartphone erst sein?

    Adrian sagt:
    23. Juli 2011 - 20:36

    @Anton

    Sehe ich genauso. Die sind so nutzlos, außer es tut sich bald ein Markt für Ansteckbildschirme auf.