Microsoft kombiniert Hyper-V und System Center zu Private Cloud

    Microsoft Public Cloud: die StrukturDie TechEd in Berlin nutzte Microsoft, um einen weiteren Baustein seiner Cloud-Computing-Strategie vorzustellen: die "Private Cloud". Darin hat der Hersteller zwei bereits bekannte Produkte zu einem neuen Paket zusammengefasst. Erster Bestandteil ist der Hypervisor Hyper-V, der zweite ist die Management-Plattform "System Center". Gewissermaßen als Umverpackung des Ganzen dient das "Hyper-V-Cloud-Programm". Für IT-Fachleute besonders interessant dürften hier die "Hyper-V Cloud Deployment Guides" sein. Sie enthalten Informationen, wie sich eine private Cloud-Umgebung in einem Unternehmen aufbauen lässt und welche Tools dem IT-Admin dabei helfen können.

    Alles rund um die Private Cloud hat Microsoft folgender Web-Site zusammengestellt: www.microsoft.com/privatecloud. Kurz zum Begriff "private Cloud": Im Gegensatz zu Public-Cloud-Angeboten, etwa von Amazon oder Google, ist eine private "IT-Wolke" im Unternehmen angesiedelt. Den Schlüssel bildet das Virtualisieren von Anwendungen und Betriebssystemen, gegebenenfalls auch von Storage-Kapazitäten und Netzwerk-Ressourcen (Port-Virtualisierung).

    Cloud in der Praxis

    Doch zurück zu den Deployment-Guides, die (leider) derzeit nur in Englisch zur Verfügung stehen. Hier der Link zur entsprechenden Web-Seite. Sie decken folgende Bereiche ab: die Architektur der privaten Cloud-Umgebung, das Aufsetzen sowie den Betrieb der Infrastruktur. Gut dabei: Microsoft hat zwar auch diese Guides ein wenig "Marketing-Blabla" einfließen lassen, aber im Großen und Ganzen beschränken sich die Dokumente auf Tipps und Handreichungen für den Praktiker. Manchmal sind die Ratschläge allerdings etwas schlicht ausgefallen, etwa dass man die Server möglichst mit Netzwerkkarten mit mehreren Ports ausstatten sollte oder dass unter 16 GByte RAM pro Server Virtualisierung keinen Spaß macht. Allerdings mögen solche einfach gehaltenen Tipps für Neulinge in Sachen Cloud und Virtualisieren durchaus hilfreich sein.

    Microsoft Private Cloud: das NetzwerkEbenfalls gut: Microsoft beschränkt sich nicht nur auf seine klassischen Domänen, sprich Betriebssysteme, Hypervisor oder Systemverwaltung ("System Center"), sondern bezieht auch das Drumherum mit ein, etwa wie Storage-Systeme ausgelegt und angebunden werden sollten oder wie das Netzwerk (VLANs, aussehen sollte. Im Guide "Deployment" dreht auf mehr als 90 Seiten alles um den Betrieb der Cloud. Auch hier steht naturgemäß das Thema Kreieren und Verwalten von Virtual Machines im Vordergrund, speziell mit System Center Virtual Machine Manager 2008. Besonders interessant, wenn auch etwas arg knapp ausgefallen, ist der Teil, in dem der Aufbau eines Self-Service-Portals mithilfe von SCVMM 2008 R2 Self-Service Portal v2.0 beschrieben wird. Dabei ist gerade dieser Punkt in einer private Cloud spannend: IT-User (Abteilungen) können, natürlich in Grenzen, ihre eigene "Sub-Cloud" erstellen und selbst managen.

    Das tägliche Geschäft

    Um das "Am-Laufen-Halten" der privaten Cloud geht es in Teil 3 "Operations". Allerdings gibt es hier doch die eine oder andere Überschneidung mit "Deployment", etwa was das Aufsetzen und Managen von VMs betrifft, oder auch das Definieren der diversen Rollen von Usern beziehungsweise Nutzergruppen. Gut, aber wegen der Wichtigkeit des Themas etwas zu knapp ausgefallen: der Part über das Erstellen von Backups von VMs, VM-Manager-Servern.

    Als Ergänzung bietet die Web-Site Projektmanagement-Tools im Excel- und Powerpoint-Format an. Auch wenn diese ein wenig gar an klassische "Checklisten-Abhak"-Dokumente erinnern, sind sie doch zumindest als "Gedächtnisstütze" für IT-Manager hilfreich, die mit Projektmanagement länger nichts mehr zu tun hatten. Für den IT-Praxisprofi bieten sie nicht unbedingt Neuland.Microsoft Private Cloud: Anleitung in kleinen Schritten

    Fazit

    Natürlich will Microsoft mit "Private Cloud" seine eigenen Produkte vermarkten. Aber warum nicht? Schließlich besteht ein Gutteil der IT-Welt hierzulande aus Windows-Servern und –Clients. Und Hyper-V ist sicherlich nicht der schlechteste Hypervisor auf dem Markt. IT-Fachleute, die sich mit den Themen Virtualisierung auf Basis von Windows Server 2008 R2 und Hyper-V beschäftigen, sind die die "Hyper-V Cloud Deployment Guides" zwar nicht der Stein der Weisen, aber eine brauchbare Hilfe.

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