Privileged Access, SQL App Sync, IaaS: Microsoft baut Azure aus


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    Microsoft Windows Azure LogoAllmählich nimmt Microsofts Cloud-Computing-Plattform Azure Gestalt an. Auf der Professional Developers Conference (PDC) gab der Hersteller einen Ausblick darauf, in welche Richtung sich Azure entwickeln wird. Ein Schwerpunkt liegt darauf, vorhandene Applikationen auf das Platform-as-a-Service-Angebot (PaaS) des Software-Herstellers zu portieren. Eine Erweiterung des Azure-Konzepts, die das ermöglichen oder besser gesagt vereinfachen soll, ist "Windows Azure Virtual Machine Role". Damit will Microsoft nach eigenen Angaben eine Brücke zwischen PaaS und Infrastructure-as-a-Service (IaaS) schlagen. Azure Virtual Machine Role erlaubt es, auf Azure Virtual Machines (VMs) laufen zu lassen.

    Bestandteile von Microsoft Windows AzureDer IT-Fachmann kann sie mittels Microsofts Hypervisor Hyper-V erstellen und anschließend in eine Azure-Umgebung hochladen. Die Voraussetzung ist, dass die VMs auf Windows Server 2008 R2 basieren. Andere Windows-Versionen werden, zumindest bislang, nicht unterstützt. Allerdings hat Microsoft bereits zu erkennen gegeben, dass ab 2011 auch Windows Server 2008 und die ältere Server-Version Windows Server 2003 R2 unterstützt werden. Das ist angesichts des hohen Verbreitungsgrades der beiden Betriebssysteme auch aus Sicht der Anwender sinnvoll.

    Mit Virtual Machine Rolle lassen sich somit Windows-Anwendungen, die in auf einer virtualisierten Windows-Server-Version laufen, in die Cloud befördern. Vorsicht ist jedoch geboten: Es muss sich um eine stateless VM handeln, die keine Einstellungen auf der Virtual Hard Disk (VHD) speichern. Diese wären nach einem Neustart der Virtual Machine "weg". Ebenfalls im kommenden Jahr soll der Umweg über eine lokale Hyper-V-Umgebung entfallen. Dann werden IT-Fachleute die Möglichkeit erhalten, direkt in Azure VMs zu erstellen. Details dazu hat Microsoft noch nicht bekannt gegeben.

    Verwaltung mittels Remote Desktop

    Das Management der Virtual Machines auf Azure erfolgt mittels Remote Desktop. Microsoft bietet dazu einen Zugang mit erweiterten Zugriffsrechten (Priviledged Access) an. Privileged Access ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn der IT-Fachmann kleinere Änderungen vornimmt, etwa am Internet Information Server (ISS) oder an Microsoft-Azure-Anwendungsbeispielvirtualisierten Applikationen.

    Zusammen mit Virtual Machine Role gibt Privileged Access einem IT-Administrator und Anwendungsentwicklung einer weitreichendere Kontrolle über "ihre" Anwendungsumgebung als bislang. Dies dürfte vielen Entwicklern entgegenkommen und eventuell vorhandenes Misstrauen gegenüber Azure beseitigen helfen.

    Apropos Entwickler: Für sie wird Azure ab kommenden Jahr weitere Funktionen bereithalten. Dazu zählt "SQL Azure Reporting". Damit lassen sich Reports in Azure-Anwendungen einbetten. Die Daten lassen sich in grafischer Form darstellen und andere Formate wie Excel und Adobe PDF exportieren.

    Tools für SQL Azure

    Ebenfalls auf Anwendungsentwickler zielen "SQL App Sync" und "Database Manager for SQL Azure". App Sync ist ein Bindeglied zwischen Cloud-gestützten und mobilen Applikationen sowie solchen, die in der hauseigenen IT-Umgebung laufen. Die zugrunde liegenden Daten werden mittels App Sync zwischen allen drei Instanzen abgeglichen. Auch dieses Feature soll 2011 kommen. Man darf gespannt sein, wie es in der Praxis funktioniert. Für die "IT-Welt von morgen", die zunehmend durch Cloud-Services und mobile Geräte geprägt sein wird, ist eine solche Funktion essenziell.

    Bereits Ende des Jahres soll dagegen der Database Manager verfügbar sein. Mit diesem Web-basierten Tool lassen sich SQL-Azure-Datenbanken verwalten. Erfreulich ist, dass der Benutzer zu diesem Zweck keine Zusatzwerkzeuge installieren muss. Alles lässt sich vom Browser aus erledigen.

    Fazit: Microsoft drückt bei Azure aufs Tempo. Das natürlich aus gutem Grund: Die Konkurrenten wie Vmware und Citrix schlafen nicht beziehungsweise haben immer noch einen gewissen Vorsprung. Allerdings wird Azure dank der genannten Erweiterungen und vieler weiterer Tools und Ergänzungen, die in separaten Beiträgen besprochen werden müssen, allmählich zu einer ernst zu nehmenden Cloud-Computing-Plattform.

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    Bild von Bernd Reder

    Bernd Reder ist seit über 20 Jahren als Journalist zu den Themen IT, Netzwerke und Telekommunika­tion tätig. Zu seinen beruflichen Sta­tionen zählen unter anderem die Fachtitel "Elektronik" und "Gateway".Bei der Zeitschrift "Network World" war Reder als stellver­tretender Chefredakteur tätig. Von 2006 bis 2010 baute er die Online-Ausgabe "Network Computing" auf.Derzeit ist Bernd Reder als freier Autor für diverse Print- und Online-Medien sowie für Firmen und PR-Agenturen aktiv.
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