Windows Server 8 unterstützt keine ARM-Prozessoren

    Windows 8 BenutzeroberflächeAuf der BUILD-Konferenz, die noch bis zum 16. September in Anaheim (Kalifornien) läuft, hat Microsoft einige Details zum neuen Betriebssystem Windows 8 präsentiert. Eine der Neuigkeiten: Die Server-Version von Windows 8 wird nicht auf Rechnern mit ARM-Prozessoren laufen.

    In den vergangenen Monaten waren Gerüchte hochgekommen, dass Windows 8 Server neben x86- und x64-CPUs auch die ARM-Architektur unterstützen werde. Einige Server-Hersteller, darunter Dell und Lenovo, sollen mit dem Gedanken spielen, Systeme mit ARM-Prozessoren zu entwickeln.

    Bill Laing, der bei Microsoft als Vice President für die Server und Cloud-Computing-Sparte zuständig ist, hat nach einem Vortrag auf der Konferenz klargestellt, dass es kein Windows 8 Server für ARM geben wird. Ein Grund: Windows 8 Server wird nur als 64-Bit-Version vorliegen. Die aktuellen ARM-CPUs sind dagegen nur als 32-Bit-Ausgaben zu haben. Bereits mit Windows Server 2008 R2 hat Microsoft die 32-Bit-Arä bei Windows beendet.

    Technische Details Windows 8 Server

    In einem Blog-Beitrag hat Bill Laing einige wenige Details zu Windows 8 Server veröffentlicht. So wird das Betriebssystem stark auf Cloud-Computing ausgerichtet sein und über verbesserte Disaster-Recovery-Funktionen verfügen. Die Management-Funktionen sollen entsprechend angepasst werden. Apropos Management: Erste Wahl bei der Verwaltung von Windows 8 ist laut Laing eine erweiterte Powershell-Konsole, nicht die grafische Benutzerschnittstelle.

    Windows 8: Gewöhnungsbedürftige BenutzeroberflächeLaing "spielt" derzeit nach eigenen Angaben mit einem Windows-8-Server, der in seinem Büro installiert ist. Dieser ist mit 10 Festplatten mit 500 GByte bis 3 TByte ausgestattet. Neue Tools machen nach Angaben des Managers einfacher als zuvor, den Plattenplatz zu Volumens und Pools zusammenzufassen.

    Größeres Gewicht auf Virtualisierung

    Deutlich detaillierter auf die neuen Features von Windows 8 Server geht Eric Tierling in diesem Beitrag auf Computerwoche.de ein. So hat das Betriebssystem in Sachen Virtualisierung erheblich zugelegt, wie Eric Tierling schreibt. Jeder physische Host kann demnach 160s CPU und bis zu 2 TByte RAM verwalten. Jeder VM lassen sich 512 GByte Arbeitsspeicher zuweisen.

    Virtuelle Harddisks von bis zu 16 TByte werden bei Windows 8 Server im neuen Format VHDX abgelegt. Einfacher soll der Umzug einer VM auf eine neue Hardware funktionieren. Ein Migrationsassistent übernimmt den Großteil der Arbeit. Der Transfer funktioniert auch bei aktiven Gastbetriebssystem.

    Virtual Machines lassen sich mit Windows 8 zudem auch auf File-Servern zu speichern. Eine aktualisierte Version des File-Server-Protokolls SMB 2.2 ermöglicht dies. Ein Hypver-V-Cluster soll sich dann auch ohne SAN (Storage Area Network) einrichten lassen.

    Windows 8 und ARM auf mobilen Rechnern

    Prototyp eines Windows-8-Rechners von SamsungDoch zurück zu ARM und Windows 8: Auf mobilen Rechnern, wie etwa Tablets, war auf der BUILD bereits Windows 8 zu bewundern. Nvidia beispielsweise demonstrierte den Prototypen eines Windows-8-Tablets mit dem ARM-Prozessor. Zudem hat ein Entwicklungsprogramm gestartet, in dessen Rahmen Geräte mit Windows 8 auf die Schiene gebracht werden sollen.

    Allerdings fährt Nvidia, wie andere Anbieter von mobilen Rechnern auch, nicht komplett auf ARM. Auch Windows-8-Systeme mit Intel-Prozessoren waren in Anaheim zu sehen.

    Unklar ist derzeit, ob ARM tatsächlich in das Geschäft mit Server-Prozessoren einsteigt. Zwar verlieren auf diesem Markt einige Exoten Anteile, etwa die SPARC-Architektur von Oracle-Sun und die Itanium-Modelle von Intel. Dennoch ist die Konkurrenz groß: Intel und AMD mit ihren x86-/x64-Prozessoren und IBM mit seinen Power-Prozessoren wären für ARM extrem starke Konkurrenten.

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