Studie: Exchange, Sharepoint und CRN aus der Cloud schonen die Umwelt

    Studie von Accenture und WSP zur Umweltverträglichkeit von Cloud-ComputingNatürlich ist es so eine Sache, wenn ein Unternehmen wie Microsoft Beratungsfirmen, wie in diesem Fall Accenture und WSP, damit beauftragt, bestimmte Technologien unter die Lupe zu nehmen. In "Cloud Computing and Sustainability" geht es um die geringere Belastung der Umwelt, Stichwort CO2-Ausstoß, den die "Cloud" mit sich bringen soll. Doch auch wenn es sich um einen Auftragsstudie handelt, enthält sie doch einige interessante Resultate – oder "Hinweise" in Bezug auf Cloud und Umwelt. Verglichen wurden drei Szenarien: Ein mit 100 Rechner-Arbeitsplätzen, eines mit 1000 PC-User und ein Großunternehmen mit 10.000 IT-Arbeitsplätzen.

    In allen drei Fällen gingen Accenture und WSP davon aus, dass die Firmen Exchange, Sharepoint und Dynamics CRM einsetzen – einmal in klassischer Form auf Servern und Storage-Systemen im eigenen Haus, einmal als Cloud-Services. Ein Resultat, das sich mit Ergebnissen anderer Studien deckt: Kleine Firmen mit bis zu 100 Rechner-Arbeitsplätzen profitieren am stärksten von Cloud-Diensten. Sie können laut Accenture/WSP den CO2-Ausstoß pro User um mehr als 90 Prozent verringern, wenn sie die drei genannten IT-Services aus der "Wolke" beziehen.

    Dies ist darauf zurückzuführen, dass vor allem kleinere Unternehmen ihre Server- und Speicher-Systeme nicht optimal auslasten: Laut der Untersuchung nutzt eine Anwendung typischerweise nur zwischen 5 und 10 Prozent der Kapazitäten eines Servers, wenn dieser beim Anwender steht. Wird dieselbe Anwendung über die Cloud bereitgestellt, beträgt die Server-Auslastung 40 bis 70 Prozent. Der "Trick" dabei: Der Strombedarf eines Server-Systems steigt in diesem Fall trotz der höheren Belastung nur um 10 bis 20 Prozent.

    Große Firmen profitieren am wenigsten von Cloud-Computing

    Ebenfalls im hohen zweistelligen Bereich liegt die CO2-Einsparung bei mittelständischen Firmen. Das gilt mit 90 Prozent Einsparpotenzial vor allem für Collaboration-Software wie Sharepoint. Großunternehmen können dank Cloud-Computing dagegen laut der Studie denCO2-Ausstoß in geringerem Maße reduzieren. Immerhin mehr als 80 Prozent sind es bei Sharepoint, nur 20 Prozent bei der CRM-Lösung von Microsoft. Ein Grund dafür dürfte sein, dass Großfirmen in der Regel eine straffer durchorganisierte IT besitzen, die zudem in einem höheren Maße automatisiert ist als die von kleinen und mittelgroßen Unternehmen.

    Das ist kein Wunder, verfügen Konzerne doch auch über entsprechend voluminöse IT-Abteilungen, während bei typischen deutschen Mittelständler der Chef noch häufig selbst im operativen Geschäft aktiv ist. Zeit für eine Optimierung der IT-Umgebung bleibt da kaum.

    Guter Kompromiss: die Hybrid-Cloud

    Doch heißt das nun, dass ein Unternehmen auf einen Public-Cloud-Anbieter wie Microsoft, SAP oder Oracle umschwenken muss, will es die Effizienz seiner IT erhöhen und die Umwelt schonen? Nicht unbedingt. Denn zur "öffentlichen" Cloud, also dem Beziehen von Anwendungen (Software as a Service, SaaS) oder Plattformdiensten (Platform as a Service, PaaS) gibt es durchaus die Alternative "Private Cloud": Das Unternehmen nutzt Server- und Speicherkapazitäten besser aus, indem es Anwendungen und Betriebssysteme virtualisiert und somit die vorhandene Infrastruktur besser ausnutzt. Der Vorteil: Die Daten bleiben im Haus, und es besteht keine Abhängigkeit von einem Service-Provider. Die Nachteile: Ein hauseigenes Rechenzentrum lässt sich in der Regel nicht so effizient betreiben wie das eines großen Cloud-Computing-Anbieters. Außerdem hat auch das Virtualisieren seine Tücken und bindet Ressourcen der IT-Abteilung.

    CO2-Effizienz von Cloud-Computing im Vergleich zu lokalen Software-InstallationenWas also tun? Auch wenn es aufwändig ist, Stichwort Zeit, sollte die IT-Abteilung analysieren, welche Applikationen aus der Cloud bezogen werden können. Das kann beispielsweise eine E-Mail-Archivierungslösung sein, aber auch Speicherkapazität (Storage), ein Messaging-System wie Exchange oder eine Office-Lösung (siehe Office 365). Parallel dazu bietet es sich an, unternehmenskritische Anwendungen zu virtualisieren und auf eigenen Systemen zu betreiben. Eine solche Hybrid-Cloud ist in der Regel ein guter Kompromiss zwischen Effizienzsteigerung, Kostenersparnis, Sicherheit (auch in Bezug auf die Abhängigkeit von Cloud-Anbietern) und Umweltverträglichkeit.

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