Windows 8 kommt angeblich mit Cloud-Backup-Funktion


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    Launch-Party von Windows 7 in Hamburg (2009)Nicht auf der TechEd, der derzeit in Berlin läuft, machten interessante Details zur Windows 8 die Runde, sondern vielmehr im Windows8Beta-Weblog. Dieser ist allerdings keine offizielle Publikationsplattform von Microsoft. Laut Windows8Beta wird der Nachfolger von Windows 7, der angeblich bereits Ende 2012 auf den Markt kommen soll, wesentlich stärker als seine Vorgänger mit Online- und Cloud-Computing-Services verzahnt sein. Das Blog bezieht sich auf eine Stellenausschreibung der Windows Server Solutions Group von Microsoft. Darin war zu lesen, dass das Team unter anderem eine Backup-Funktion für Windows 8 entwickelt, die auf der Cloud-Plattform Azure von Microsoft basiert.

    Allerdings hat das Unternehmen dieses Jobangebot mittlerweile wieder von seiner Web-Site entfernt. Gleiches gilt für eine zweite interne Stellenanzeige, in der von einer engen Verzahnung von Windows Live und Windows 8 die Rede ist. Bewerber würden eine "zentrale Rolle dabei spielen, unsere Online-Dienste mit Windows 8 zu kombinieren", so eine Passage des Texts.

    Auch wenn es sich um indirekte Hinweise auf Funktionen von Windows 8 handelt, dürfte sie der Wahrheit doch ziemlich nahe kommen. Microsoft hat, wenn auch mit einer gewissen Verspätung, erkannt, dass Cloud-gestützte Services in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen werden. Daher auch die Aktivitäten in Sachen Azure und der Online-Version von Office, über die WindowsPro bereits berichtet hat.

    Eine Online-Backup-Funktion wäre eine sinnvolle Ergänzung, vorausgesetzt, Microsoft würde diese entsprechend umsetzen. Das heißt speziell für Unternehmenskunden, dass eine starke Verschlüsselung der Daten Standard ist und die Storage-Kapazitäten – auch aus rechtlichen – Gründen in Europa oder besser Deutschland platziert werden. Derzeit betreibt Microsoft für Azure und Office 365 Datacenter in Dublin und Amsterdam. Zu Plänen, auch in Deutschland ein Rechenzentrum zu errichten, hat sich Microsoft noch nicht geäußert. Angesichts der Bedeutung des deutschen Marktes wird das allerdings sicherlich nicht lange auf sich warten lassen.

    Windows 8 bootet schneller

    Auch wenn vieles rund um Windows 8 noch Spekulation ist, sind doch einige Informationen bereits durchgesickert. So arbeitet Microsoft daran, den Boot-Vorgang deutlich zu beschleunigen. Dies könnte durch den Ersatz des BIOS durch das "Unified Extensible Firmware Interface" (UEFI) umgesetzt werden. Es handelt sich um eine Art "Vor-Betriebssystem", das unabhängig von der CPU und Treibern arbeitet und Festplatten von bis zu 2 TByte unterstützt. In einem White Paper vom September 2009 erläutert Microsoft, dass in künftige Versionen von UEFI auch Sicherheitsfunktionen wie der Schutz vor Rootkits und Netzwerk-Authentifizierung integriert werden.

    Umgehend entfernt hat Microsoft die Stellenausschreibung mit Verweis auf Windows 8Aus Anwendersicht, und zwar sowohl für private als auch Firmen-User, dürfte ein weiteres Feature sein: Windows 8 soll dem Nutzer über unterschiedliche Rechner hin "folgen" können. Hier kommt wieder die Cloud ins Spiel: Nutzer-Einstellungen und Authentifizierungsfunktionen werden online gespeichert, vorzugsweise in einer privaten Cloud-Umgebung. Der User hat dann die Möglichkeit, diese Daten via Internet beziehungsweise Netzwerkverbindung von unterschiedlichen Systemen und Standorten aus auf seinen aktuellen Rechner zu transferieren. Der Windows-8-Log-in wird damit gewissermaßen zum Generalschlüssel – mit allen Vorteilen, aber auch (Sicherheits-)Risiken.

    Restore nach Totalschaden oder Virenbefall

    Ein Szenario, mit dem Microsoft die Vorteile der Verschwisterung von Betriebssystem und Online-Ressourcen (Cloud) belegen will: Ein User "fängt" sich eine Schadsoftware ein, die seinen Rechner de facto unbedienbar macht. Die Lösung laut Microsoft: Der Nutzer drückt auf einen "Roten Knopf", sprich Reset-Button, und die Maschine wird komplett neu aufgesetzt. Die System- und Benutzereinstellungen, zudem die Anwendungen, holt sich Windows 8 automatisch von Storage-Systemen, seien es Speicherkapazitäten in der "Wolke" oder vor Ort im Unternehmen beziehungsweise Home-Office.

    Soweit die Windows-8-Theorie. Etliche Kommentare zu entsprechenden Blog-Beiträgen sehen eher praktische Probleme: "Microsoft bekommt bereits jetzt nicht die Sicherheitsproblematik bei Windows in den Griff. Wie soll das bei einem Cloud-gestützten System werden?" – so einer Kommentatoren. Nicht ganz zu Unrecht. Aber bis 2012 haben wir beziehungsweise hat Microsoft ja noch etwas Zeit.

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    Bild von Bernd Reder

    Bernd Reder ist seit über 20 Jahren als Journalist zu den Themen IT, Netzwerke und Telekommunika­tion tätig. Zu seinen beruflichen Sta­tionen zählen unter anderem die Fachtitel "Elektronik" und "Gateway".Bei der Zeitschrift "Network World" war Reder als stellver­tretender Chefredakteur tätig. Von 2006 bis 2010 baute er die Online-Ausgabe "Network Computing" auf.Derzeit ist Bernd Reder als freier Autor für diverse Print- und Online-Medien sowie für Firmen und PR-Agenturen aktiv.
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