Hyper-V Replica: Virtuelle Maschinen auf USB-Medium zum Ziel-Host transportieren

    Seeding von Hyper-V Replica durch externes MediumBei der Erst­über­tragung kopiert Hyper-V Replica komp­lette VMs über das Netz, um danach nur mehr die Del­tas zu über­tragen. Diese initiale Repli­kation kann bei großen VMs über lang­same Netz­werke sehr lange dauern. Alter­nativ kann man daher eine Kopie von VMs auf exter­nen Speicher­medien zum Replikat-Server trans­ferieren.

    Zur Einstimmung ein paar Zahlenpaare: Bei einer virtuellen Maschine mit nur 10 GB über eine WAN mit 8 Mbit dauert der Transfer 3 Stunden, bei einer Größe von 1 TB über ein WAN mit 10 Mbit sogar 256 Stunden, das sind 10 Tage. Diese Werte sollen verdeutlichen, wie wichtig die Möglichkeit ist, Kopien über ein anderes Medium als die WAN-Strecke zu transportieren, auch wenn die Replikation von Windows Server mit hohen Latenzen gut zurechtkommt.

    Replikat exportieren

    Voraussetzung für den Transfer vom primären Host zum Replikatserver ist natürlich, dass der Replikatserver als solcher aktiviert wurde (siehe dazu: Hyper-V Replica: Virtuelle Maschinen an andere Standorte übertragen).

    Mit dem rechten Mausklick auf die zu transferierende VM wird die Replikation erst einmal aktiviert und man durchläuft nun den Wizard für ihre Konfiguration. Als erstes gibt man den Replikatserver als Ziel an, dann werden Authentifizierungstyp, Port und Komprimierung über das Netzwerk abgefragt. Kerberos mit Port 80 ist hier im AD Forest ausreichend und die Komprimierung der Daten ist ebenfalls angebracht. Nach Auswahl der virtuellen Festplatten, der benötigten Replikationsfrequenz (ab 2012 R2) und wie viele Wieder­herstellungs­punkte gebraucht werden, kommen wir zur Methode für die erste Replikation.

    Zielort für den Export der Erstkopie ist hier ein USB-Laufwerk.

    • Der Radiobutton wird auf Erstkopie mithilfe eines externen Mediums senden gesetzt und das USB-Medium ausgewählt. Bestätigt man die Zusammenfassung der konfigurierten Einstellungen, dann wird die virtuelle Maschine auf dem Replikatserver automatisch erstellt, die Erstkopie sendet Host A an das USB-Laufwerk.
      Die Replikation beginnt mit dem Senden der initialen VM-Kopie an den USB-Datenträger.
    • Nach erfolgreichem Export der virtuellen Festplatte findet man diese auf dem USB-Datenträger im Ordner benannt nach der virtuellen Maschine + ID. In diesem Ordner befindet sich auch die XML-Konfiguration mit den eingestellten Parametern, zum Beispiel dem Replikationsintervall. Ohne XML-Datei wird der Gesamtvorgang am Replikatserver nicht abgeschlossen, da dieser die virtuelle Festplatte nicht zuordnen kann.
    • Der USB-Datenträger kann nun ggf. verschlüsselt per Kurierdienst oder eigenhändig zum Rechenzentrum des Replikatservers gesandt werden. Das USB-Medium wird angesteckt und der Konfigurationsvorgang abgeschlossen.

    In der Zeit, während der sich das USB-Laufwerk mit der Momentkopie der virtuellen Festplatte(n) auf dem Weg zum Rechenzentrum befindet, sendet der primäre Host A alle Änderungen seit dem Erstellen der Kopie auf den USB-Datenträger an den Replikatserver. Diese finden Sie am Ziel-Host im konfigurierten Hyper-V-Speicherpfad im Ordner Hyper-V Replica\Virtual hard disks. Dort existiert ein Verzeichnis mit der entsprechenden Maschinen-ID, das die differenzierende AVHDX-Datei mit den Deltas enthält.

    Replikat importieren

    Im letzten Schritt wird die virtuelle Festplatte vom USB-Datenträger importiert. Man startet den Vorgang mit einem Klick in das Kontextmenü der ausgeschalteten virtuellen Replikatmaschine am Replikatserver.

    Der Import erfolgt mit dem Befehl 'Erstes Replikat importieren' im Kontextmenü der VM.

    Wählen Sie nun den zutreffenden Ordner auf dem USB-Medium aus und anhand der XML-Konfigurationsdatei erkennt der Hypervisor, dass die Erstkopie und die Replikatmaschine zusammengehören (ID). Die Erstkopie wird importiert und mit dem aktuellen Replica-Snapshot zusammengeführt. Die AVHDX-Datei sollte nach erfolgreichem Import verschwunden sein.

    Prüfen Sie anschließend den Replikationsstatus über den Hyper-V Manager oder über das PowerShell-Cmdlet Measure-VMReplication. Kontrollieren Sie bei Ausgabe State und Health. Einzelne virtuelle Maschinen lassen sich gezielt so abfragen:

    Measure-VMReplication <Name-der-VM>

    Als Nacharbeit und zur Sicherheit lohnt es sich, einen Testfailover zu starten, um die Funktionsfähigkeit des Replikats zu überprüfen.

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