System Center Virtual Machine Manager 1801: Funktionen, Komponenten, Neuerungen

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    System Center Virtual Machine ManagerDer System Center Virtual Machine Manager (SCVMM) dient einer Admini­stration von virtua­lisierten Rechen­zentren, seine Reich­weite geht bis in die Azure Cloud. Neben VMs ver­waltet er Hosts, Storage und Netzwerke. Zu den Neuer­ungen der Version 1801 gehört der Support für Nested Virtualization und Linux Shielded VMs.

    VMM ist Teil von System Center und gilt als Schalt­zentrale in einem Software-defined Datacenter bzw. einer private Cloud. Er berücksichtigt nicht nur Hyper-V-Hosts, sondern integriert auch VMware vSphere. Wie Windows Server ist die System Center Suite fast vollständig in den Semi-annual Channel (SAC) gewandert, so dass alle 6 Monate ein Feature-Upgrade erscheint. Die Version 1801 steht daher für: 18 = Kalenderjahr, 01 = Januar. Version 1801 gibt es jedoch erst seit dem 8. Februar.

    Wichtige Funktionen

    Der Virtual Machine Manager bietet dem Administrator eine nach Ressource-Typen abstrahierte Ansicht und Anpassung des Inventars. Eine Bibliothek (Library) dient als zentrale Ablage für ISO-Images, VHD(X) oder Skripten. Per GUI lassen sich komplexe Vorgänge, welche sonst größtenteils PowerShell vorbehalten sind, umsetzen.

    VMM erweitert Hyper-V dann nicht um neue Features, ist jedoch in größeren RZ-Umgebungen (und eventuell gemischter Infrastruktur) das dominierende Management-Tool. Dabei spreche ich von Strukturen größer 4 Host-Knoten oder mehr als 20 VMs und entsprechender Komplexität.

    Zu den Funktionen zählen die Konfiguration und das Ausbringen von VMs auf Basis von Vorlagen, die Verwaltung des Software-defined Networks und des zugrunde liegenden Storage z.B. über SMI-S. So können mit dem VMM nicht nur Hyper-V-Cluster alleine, sondern diese auch samt Storage Spaces Direct (S2D) erstellt und angepasst werden.

    Erstellen eines Hyper-V Clusters über den VMM

    Die Bewältigung diverser Aufgaben, welche sich durchgängig mit SCVMM und dessen Konsole erledigen lassen, habe ich auf Basis von Hyper-V Manager, Failover Cluster Manager (FCM) und PowerShell in nachfolgenden Anleitungen bereits beschrieben:

    u.a.m.

    Kommt der VMM als zentrales Werkzeug im Datacenter zum Einsatz, gilt er als führendes Tool für Konfigurationen, diese sollten möglichst auf VMM-Ebene stattfinden. Ein weiteres wichtiges VMM-Feature besteht in der Orche­strierung eines unterbrechungs­freien Cluster Rolling Upgrade von 2012 R2 auf 2016 (siehe Link oben). Auch virtuelle Netzwerk­technologien wie SET (Switch Embedded Teaming) lassen sich hierüber konfigurieren.

    Nested Virtualization über die GUI des VMM aktivieren

    Die Version 1801 erlaubt zudem eine Administration von Nested Virtualization oder der Guarded Fabric mit Shielded VMs. Nicht abgeschirmte VMs konvertiert man mit dem VMM in Shielded VMs. Das manuelle Vorgehen dafür habe ich bereits im Blog-post Virtuelle Maschine in eine Shielded VM konvertieren beschrieben.

    Haupt-Komponenten des VMM

    System Center Virtual Machine Manager umfasst folgende Bestandteile:

    • Der VMM Management Server ist die Kernkomponente, welche alle Funktionen bündelt, ausführt und überwacht. Dieser Server kann als virtuelle oder physische Maschine konfiguriert werden. Ist Hoch­verfügbarkeit gefordert, lässt er sich in einem Windows Failover Cluster betreiben.
    • Die VMM-Konsole ist das Management Interface und liefert die GUI für den Virtual Machine Manager. Diese kann hier direkt auf dem VMM Management Server oder auf einem unterstützten Client installiert und aufgerufen werden. Über die Konsole verbindet man sich zum Management Server.
    • Beim VMM Datenbank-Server handelt es sich um den Server, der die VMM-Datenbank ausführt und verwaltet. Auf diesem muss dann eine unterstützte Version von Microsofts SQL Server laufen. Er kann separat oder bei Umgebungen mit weniger als 150 Hosts auch direkt auf dem VMM Management Server installiert werden.

      Hinweis: Für die Installation des VMM 1801 im zweiten Teil dieser Reihe verwende ich einen dedizierten SQL Server 2016.

    • Es ist möglich die VMM Library (Bibliothek) auf einem gesonderten Server Ihre Dienste anbieten zu lassen oder auch direkt auf dem VMM Management Server. Sie speichert virtuelle Festplatten, ISO-Images, Skripte, Anwendungen oder Templates. Darüber hinaus können hier auch Offline-VMs abgelegt werden.
    • SCVMM kann außerdem mit einem WSUS Server verbunden werden, welcher beispielsweise gleich dem von SCCM ist.
    • PXE Server (Pre-boot execution environment) werden verwendet für ein bare-metal Deployment von Hyper-V Host.

      Verbinden zum VMM-Management-Server über die Konsole

    Voraussetzungen für eine VMM-Installation

    Der VMM-Server 1801 kann nur auf Windows Server 2016 (Core und Desktop Experience) oder Server 1709 installiert werden. Folgende Matrix zeigt die Anforderungen an die Hardware für eine VMM Infrastruktur:

    HardwareVMM-ServerVMM-KonsoleVMM-DatenbankVMM-Bibliothek
    CPU (empfohlen) 16 Core,
    2.66 GHz
    2 Core,
    2 GHz
    16 Core,
    2.6 GHz
    4 Core,
    2.8 GHz
    RAM (empfohlen) 16 GB 4 GB 16 GB 4 GB
    Festplatten­platz (empfohlen) 10 GB 10 GB 200 GB Abhängig von der Anzahl und Größe der zu spei­chern­den Dateien

    Die VMM-Konsole ist lauffähig unter Windows 10 Enterprise, 2012 R2 und 2016. Unterstützte Microsoft SQL Server sind die Versionen 2014 und 2016 inklusive Service Pack. Die Installation des VMM Management Server sollte nicht auf einem Server mit aktiviertem Hyper-V stattfinden, d.h., keine Installation in das Management-OS. Unterstützte OS der VMM Infrastruktur sind Windows Server ab 2012 R2 bei Hyper-V Hosts und SoFS.

    Alle Anforderungen und Limits finden Sie hier.

    Neuerungen der Version 1801

    Zu den aktuellen Features der Version 1801 und somit neu gegenüber VMM 2016 sind:

    • Unterstützung der Nested Virtualization
    • Migration von EFI-basierten VMware VMs nach Hyper-V
    • Leistungs­steigerung beim Management einer größeren Anzahl von Hosts und VMs
    • Eine erweiterte Konsolen-Sitzung als Alternative zum Remote Desktop und zur bisherigen Konsolen-Verbindung
    • Verbesserungen beim Storage QoS
    • Unterstützung für Linux Shielded VMs
    • Verwaltung von ARM-basierten und regions­abhängigen Azure Subscriptions

    Konfiguration von

    • Guest-Clustern unter Software-defined Networking (SDN)
    • Software Load Balancing Virtual IPs (SLB VIPs) in Service-Vorlagen
    • verschlüsselten VM-Netzwerken
    • Fallback Host Guardian Service (HGS)

    2 Kommentare

    Bild von Andreas
    Andreas sagt:
    23. Februar 2018 - 21:06

    Vielen Dank für diesen informativen und gut aufbereiteten Artikel!

    Bild von Marcel Küppers
    24. Februar 2018 - 6:54

    Danke für Dein positives Feedback!