Test: Vembu Backup und Disaster Recovery (BDR) Suite

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    Vembu Hyper-V BackupVembu BDR deckt eine Reihe von Szen­arien ab, darun­ter auch die Sicherung nicht virtua­lisierter Server oder von Work­stations. Die Kern­kompo­nente ist VMBackup für agen­ten­lose Backups von VMs unter VMware vSphere und Hyper-V. Die relativ groß­zügige Free Edition kann für kleinere Umge­bungen aus­reichen.

    Im Einzelnen umfasst ebendiese BDR Suite VMBackup (Backup & Replication), ImageBackup, NetworkBackup und OffsiteDR. Vembu liefert zusätzlich Tools wie OnlineBackup, SaaSBackup und den Universal Explorer. Beispielsweise dient ImageBackup dem Sichern und Bare-Metal-Restore von physischen Servern, OffsiteDR kann zusätzliche Kopien der Backups lokal oder in anderen Rechen­zentren aufbewahren. Ein Cloud-Backup stützt sich auf AWS. Eine Übersicht über die Bestandteile der Suite findet sich auf der Website des Herstellers.

    Aufbau der Vembu BDR Suite

    Support von VSS, CBT, CSV, Tape-Laufwerken

    Durch den kürzlich hinzu­genommenen Support für Band­laufwerke in Vembus BDR können Unter­nehmen in Zeiten von Ransomware bei Image-basierten Backups auch wieder Tape-Archive in ihre Sicherungs­strategie einbeziehen (Stichwort "3-2-1" Regel).

    Der folgende Beitrag konzentriert sich auf das Backup virtueller Maschinen unter Hyper-V und beschreibt dafür erforderliche Schritte. Vembu bietet für Hyper-V unter anderem ein anwendungs­konsistentes Backup mit Microsofts VSS-Writern und Changed Block Tracking durch Vembus CBT-Treiber. Die Software erstellt VM-Backups von einzelnen Hyper-V-Hosts oder eben Cluster-Knoten samt Cluster Shared Volumes (CSV). Hyper-V Failover Cluster als Gesamteinheit werden in der aktuellen Version noch nicht berücksichtigt, laut Vembu steht diese Option jedoch in den Startlöchern.

    Download und Installation der BDR Suite

    Aktuell liegt Vembus Software in der Version 3.9.0 vor und diese lässt sich über die Website des Herstellers herunterladen. Nach kurzer Registrierung kann das ca. 833 MB große Paket gespeichert werden.

    Vembus BDR Suite kommt in meinem virtuellen Labor in einer VM (8 GB vRAM) mit Windows Server 2012 R2 zum Einsatz. VMs werden von lokalen Hyper-V-Hosts (Standalone und Cluster-Knoten) online gesichert und Backups dann auf einem Windows Server 2012 R2 abgelegt.

    Eine Installation ist nicht ungewöhnlich, trotzdem picke ich ein paar markante Punkte heraus. Dazu zählt die angepasste Installations­routine, welche ich mit der Checkbox Let me customize the configurations aktiviere.

    Angepasste Installation wählen

    Danach erscheint der Dialog zum Download und zur Installation der Open-Source-Datenbank PostgreSQL 9.6 für die Vembu BDR Suite. Hier belasse ich alle vorgegebenen Werte.

    Konfiguration des PostgreSQL Server

    Anschließend liefert der Wizard eine Auswahl für die Vorab­konfiguration des Storage Repository. Da es auf einem Server 2012 R2 erstellt werden soll, entscheide ich mich hier für Network Drive.

    Vorab-Konfiguration des Storage Repository

    Nachdem Vembu einen der modernen Web-Browser (z.B. Edge, Chrome) für administrative Arbeiten vorsieht, fragt jene Installations­routine im nächsten Fenster den Port für den Web-Server ab sowie Zugangsdaten zur Web-Konsole. Danach werden weitere aktuelle Pakete zum PostgreSQL-Server geladen und installiert. Schlussendlich startet der Dienst für Vembu BDR Server und bei Bedarf gleich die Web-Konsole über Apache.

    Backup-Repository definieren

    Nach dem ersten Login verlangt Vembu eine eindeutige ID, diese lege ich mit vembu.lab fest. Anschließend kann man via Web-Konsole das Backup-Repository bestimmen.

    Vembu BDR Web-Konsole

    In der Hauptnavigation gelangt man über den Link Management zum Storage-Management. Hier erfolgt die Pool-Konfiguration und das Hinzufügen von Netzwerk­laufwerken. Über den Link Add Network Drive kann man Pfade zu den SMB-Freigaben festlegen.

    Hinzugefügtes Network Volume

    Sobald eines verbunden ist, ist es möglich mit dem Button Add im Storage Pool Management einen Pool zu definieren.

    Hyper-V Hosts inventarisieren und Host-Agent ausbringen

    Als nächstes füge ich die Hyper-V-Hosts über den Menüeintrag Backup => Microsoft Hyper-V hinzu. Dabei erhält jeder Host, egal ob Standalone oder Cluster-Knoten, je einen Vembu-Agenten ("VembuIntegrationService"). In meiner Umgebung bekam ich den Hinweis, dass der VembuBDR-Service im Kontext des lokalen Systems ausgeführt wird und für diese Aktion administrative Rechte benötigt. Nachdem ich den Dienst entsprechend angepasst hatte, ließen sich Hosts dann einbinden.

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    Backup-Jobs definieren

    Ein Hyper-V Backup-Job lässt sich mit Vembu BDR in 5 Schritten erstellen:

    1. Einzelne VMs (online/offline) oder eben gesamten Host für das Backup auswählen. Virtuelle Disks für den Ausschluss definieren.
    2. Einstellung Application-aware wählen, d.h. auch Logfile-Kürzung im Fall von Exchange oder SQL Server
    3. Dann wird der Zeitplan für den Job definiert. (z.B. jede Stunde an allen Werktagen).
    4. Settings wie beispielsweise Aufbewahrungs­richtlinien, aktivieren der Ver­schlüsselung und Storage-Pool bestimmen
    5. Zusammenfassung validieren und Job-Namen angeben.

    Zusammenfassung zum definierten Backup-Job

    Über Backup => List all Jobs lassen sich alle definierten Jobs anzeigen und administrieren. Das Dashboard zeigt aktive Jobs inklusive Details zum Fortschritt und zur Storage-Pool-Auslastung.

    Komplette VMs oder einzelne Dateien wiederherstellen

    Vembu erlaubt z.B. eine komplette Wieder­herstellung gesicherter VMs, einen granularen Restore oder eine Konvertierung in verschiedene Formate wie VHDX oder VMDK. Die Wieder­herstellung einzelner Objekte betrifft Exchange, SQL Server, Active Directory und SharePoint. Als Tool dafür liefert der Hersteller den Universal Explorer. Vembus Wizard ist klar strukturiert und im Fall des Recovery leicht zu bedienen.

    Die verschiedenen Recovery-Möglichkeiten von Vembu BDR

    Systemanforderungen für Backup Server und VMBackup Client

    Der Vembu BDR Backup Server unterstützt Windows Server ab 2008 R2 und Ubuntu ab 12.04 LTS. Ein virtueller oder physischer Server sollte einen Arbeits­speicher von mindestens 8 GB und eine Quad-Core-CPU aufweisen.

    Zulässige Hosts für das VMBackup sind dann Windows Server ab 2008 R2, VMware ESXi und vCenter ab 4.0. Cluster mit Storage Spaces Direct werden laut Vembu zum jetzigen Zeitpunkt nicht unterstützt, VMware vSAN und VVols dagegen schon.

    Lizenzierung, Free vs. Paid Edition

    Auch Vembu berechnet Lizenzen pro CPU-Sockel von Virtualisierungs-Hosts. Dabei kann man sich zwischen einer Jahres- oder einer unbefristeten Lizenz entscheiden. Die Jahreslizenz beinhaltet 24/7 E-Mail- bzw. Telefon-Support und fortlaufende Produkt-Upgrades.

    Vembu VMBackup für Microsoft Hyper-V kostet aktuell 240 Dollar (ca. Euro 190) pro Sockel und Jahr. Kauft man die BDR Suite nicht innerhalb von 30 Tagen nach der Installation der Testversion, dann reduziert sich deren Funktionsumfang automatisch auf den der Free Edition.

    Dabei kann man zwischen zwei Modellen wählen, wobei das erste eine Sicherung von maximal 3 VMs mit sämtlichen Funktionen erlaubt und das zweite unbegrenzt viele VMs, aber dafür mit weniger Features. Einen Überblick über die Editionen und ihre Funktionen gibt die Matrix auf der Vembu-Website.

    Fazit

    Die Suite ist überschaubar (im positiven Sinne) und ohne große Umschweife zu administrieren. Ähnlich wie ein Schweizer-Taschenmesser bietet die Lösung passende Tools für verschiedene Szenarien.

    Sie eignet sich nicht alleine nur für voll virtualisierte Rechenzentren, sondern zusätzlich für physische Server. Vielleicht muss hier der eine oder andere nicht-virtualisierte Domänen-Controller oder CTI-Server gesichert werden.

    Wichtig bei agentenlosen VM-Backups ist ein applikations­konsistentes Backup, Vembu setzt hier wie andere auf VSS-Writer und erfüllt nötige Anforderungen.

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