Active Directory in Windows Server 2022 bleibt auf Funktionsebene von Server 2016

    Active Directory StrukturNachdem bereits Windows Server 2019 keine eigene Funktions­ebene für Domänen und Forests brachte, stagniert die Ent­wicklung des Active Directory auch in Windows Server 2022. Die erneute Bei­be­haltung des Functional Level reflek­tiert die Tat­sache, dass Microsoft dem AD keine wesent­lichen Neuerungen gönnt.

    Mit dem Hochstufen der Funktions­ebene einer Domäne schalteten Admins in der Vergangenheit die neuen Funktionen der betreffenden Version von Windows Server frei. So ist etwa der AD-Papierkorb erst dann verfügbar, wenn man die Funktions­ebene von 2003 oder 2008 auf 2008 R2 anhebt.

    Auch die Schema-Version bleibt unverändert

    Erst nachdem alle Domänen einer Gesamtstruktur auf eine bestimmte Funktions­ebene gebracht sind, lässt sich auch der Functional Level des Forests hochstufen. Mangels Neuerungen entfällt diese Option in Server 2022.

    Wenn DCs unter Server 2019 laufen, dann lässt sich die Funktionsebene meximal auf 2016 anheben..

    Zusätzlich zu einer neuen Funktions­ebene erweiterte bisher jede neue Version von Windows Server das AD-Schema. Das galt auch selbst für Windows Server 2019, der ebenfalls keine eigenen Funktions­ebenen brachte. Der Nachfolger verzichtet aber sogar auf solche minimalen Änderungen und behält die Schema-Version 88 bei.

    Mischbetrieb zwischen 2016, 2019 und 2022

    Fügt man erstmals einen Domain-Controller unter Server 2022 zu einem AD hinzu, das noch auf einer OS-Version vor 2019 läuft, dann erweitert das Promoten des Servers zu einem DC jedoch das Schema automatisch auf Version 88.

    Als Konsequenz der AD-Stagnation können Admins einem Active Directory, dessen DCs unter Windows Server 2022 laufen, auch Domänen-Controller unter Server 2016 oder 2019 hinzufügen. In der Vergangen­heit ließen sich alte Server ausschließen, wenn man die Domänen und Forests auf die aktuellste Funktions­ebene anhob. Diese Möglichkeit entfällt nun.

    Beim Active Directory zeigt sich, was generell bei den On-prem-Versionen der Server-Produkte schon länger zu beobachten ist: Sie haben für Microsoft keine Priorität mehr, die ganze Aufmerk­samkeit gilt der Cloud. So erhält das Azure AD beinahe im Wochenrhythmus neue Funktionen, während der Hersteller für das Active Directory offenbar keine Roadmap mehr hat.

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    1 Kommentar

    Karl Wester-Ebb... sagt:
    15. September 2021 - 9:40

    Funfact: Das Level heißt in PowerShell immer noch so wie in der Windows Server 2016 Beta und leider nicht Server2016. Fehlende Liebe zum Detail.

    https://techcommunity.microsoft.com/t5/windows-server-insiders/issue-ser...