Amazon Storage Gateway: Backup und DR in der Cloud

    Amazon baut seinen Cloud-Service um einen Dienst für das Backup und Disaster Recovery aus. Er beruht auf einem Virtual Appliance namens AWS Storage Gateway, das die Kunden in ihren Rechen­zentren installieren und das geänderte Daten automatisch auf Amazons S3-Speicher überträgt. Die erste Version weist noch einige Einschränkungen bei Funktionalität und Plattformunterstützung auf, die laut Anbieter nach und nach beseitigt werden sollen.

    Das AWS Storage Gateway liegt als virtuelle Maschine vor, die im Rechen­zentrum der Firmen zwischen Applikations-Server und Speichersysteme geschaltet wird. Anwender hängen Storage in Form von DAS oder SANs an das Appliance an, das sich gegenüber den Applikationen als iSCSI-Target präsentiert und das für sie die angeschlossenen Speichermedien bereitstellt.

    Alle Änderungen gelangen in die Cloud

    Wenn Anwendungen über das Storage Gateway auf die im Unternehmen installierten Speichersysteme schreiben, dann fängt die Amazon-Software diese Informationen ab und leitet sie in die Rechen­zentren des Cloud-Providers um. Die Nutzer können explizit festlegen, wo ihre Daten abgelegt werden, also beispielsweise sicherstellen, dass sie nicht außerhalb Europas gelangen.

    Das AWS Storage Gateway schaltet sich im Rechenzentrum des Kunden zwischen Applikationen und Storage.

    Speicherung als EBS-Snapshots

    Das Storage Gateway speichert die Backups als Snapshots im Format für Elastic Block Store, die es bei Bedarf auf lokalen Storage-Systemen wiederherstellen kann. Über die AWS Management Console können Administratoren die Intervalle für das Anlegen solcher Snapshots festlegen, sie liegen bei 1, 2, 4, 8, 12 oder 24 Stunden.

    Die Verwendung von EBS hat den Vorteil, dass die dort gespeicherten Daten nicht in irgendeinem Archivformat vorliegen, sondern in direkt nutzbarer Form verfügbar sind. Das eröffnet die Möglichkeit, auch Applikationen auf EC2-Instanzen zu übertragen, wo sie mit den Daten operieren können. Amazon unterstützt einen solchen Transfer mit dem vor einem Jahr eingeführten vmdk-Import. Nützlich wäre dies etwa für das Disaster Recovery oder zum Aufbau einer Testumgebung.

    Cache-Modus folgt in den nächsten Monaten

    In der ersten Ausführung unterstützt Amazon nur Gateway-Stored Volumes, bei denen wie beschrieben die Daten vollständig auf internen Speichern abgelegt und gleichzeitig in die AWS-Rechenzentren übertragen werden. Bereits angekündigt ist der Modus Gateway-Cached Volumes, bei dem firmeneigenes Storage nur noch als Zwischenspeicher für die am häufigsten benötigten Daten fungieren, der eigentliche Speicherort ist dann die Amazon-Cloud.

    Vorerst nur VMware

    Einschränkungen gibt es derzeit noch in Bezug auf die Systemanforderungen. Das Storage Gateway liegt nur als Virtual Appliance für VMware vor, Support für andere Hypervisor soll folgen. Die VM benötigt mindestens 4 virtuelle CPUs und 7,5 GB RAM. Ein Storage Gateway unterstützt höchstens 12 Volumes mit max. 12 TB Speicherplatz. Bei höheren Anforderungen lassen sich mehrere Gateway parallel betreiben.

    Preise

    Nach einer 60 Tage währenden kostenlosen Testphase für das Storage Gateway (limitiert auf 1GB) bezahlen Nutzer pro Instant 125 Dollar im Monat. Hinzu kommen die üblichen Gebühren für S3, die pro GB und Zeit abgerechnet werden, sowie für den aus Amazon ausgehenden Traffic. Die Daten werden vom Storage Gateway komprimiert und verschlüsselt übertragen.

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