Amazon-Cloud: vCenter-Plugin, Server 2012 R2, Kostenrechner

    Amazon Web ServicesAmazon kündigte zuletzt gleich mehrere Neuerungen für seine Cloud-Services an. Dazu zählt ein Plugin für vCenter, so dass AWS-Ressourcen aus der Management-Umgebung von VMware verwaltet werden können. Hinzu kommen die Verfügbarkeit von Windows Server 2012 R2 sowie ein Rechner, der die Kosten von Amazon mit denen für firmeninterne Server und Storage-Systeme vergleicht.

    Die Absicht, die Amazon mit dem kostenlosen AWS Management Portal for vCenter verfolgt, ist relativ klar: Nachdem sich der Cloud-Provider nicht mehr bloß um Web-Startups, sondern verstärkt auch um Enterprise-Kunden bemühen will, klinkt er sich mit seinen Management-Funktionen in das meistgenutzte Tool zur Verwaltung von virtuellen Maschinen ein.

    AWS-Basisfunktionen für vCenter

    Aus ihrer vertrauten Umgebung können nun vSphere-Administratoren gängige AWS-Aufgaben erledigen, beispielsweise das Anzeigen von Ressourcen, das Erstellen von Templates und VMs, die Zuteilung von Speicherplatz oder die Konfiguration des Netzwerks. Außerdem bietet das Plugin eine GUI für den schon länger vorhandenen Import für VMDKs.

    Nachdem VMware seit letztem Jahr damit begonnen hat, nicht nur über Partner, sondern auch selbst Cloud-Services anzubieten, steht es einerseits in Konkurrenz zu Amazon. Andererseits sind Microsofts Cloud-Ambitionen mit Windows Azure schon wesentlich weiter gediehen, so dass VMware die zusätzliche AWS-Option gelegen kommen sollte.

    Allerdings tut dieser Blog-Eintrag des CTO von VMware, Chris Wolf, das AWS Management Portal for vCenter als bloßes Import-Werkzeug ab, das nicht für die Verwaltung von hybriden Clouds geeignet sei. Dazu fehlten die Möglichkeit zum einfachen Transfer von Workloads zwischen privater und öffentlicher Cloud, die feste Verknüpfung von Policies mit VMs unabhängig vom Ort der Ausführung oder die Automatisierung von administrativen Aufgaben.

    AMIs mit Windows Server 2012 R2 und SQL Server 2014

    Wie bei früheren Releases von Windows Server benötigte Amazon auch bei der Version 2012 R2 einige Monate Abstand, bis es entsprechende Amazon Machine Images (AMIs) bereitstellte. Dies ist nun der Fall, so dass Anwender die neueste Ausführung des Microsoft-Betriebssystems nutzen können.

    Die AMIs stehen in 19 verschiedenen Sprachen zur Verfügung und enthalten paravirtualisierte Treiber, die vor allem I/O-Operationen beschleunigen sollen und die von Microsoft zertifiziert wurden. Sie sind das Pendant zu den Integration Components von Hyper-V und auf den AWS-Hypervisor abgestimmt. Neu ist zudem die Option, SQL Server 2014 als integrierte Applikation für die Server-AMIs zu wählen.

    Kostenvergleich von AWS und Private Cloud

    Der Cloud-Provider versucht potenzielle Kunden mit Kostenargumenten von seinen Diensten zu überzeugen, indem er Benutzer das Einsparungspotenzial berechnen lässt. Der neue AWS Total Cost of Ownership (TCO) Calculator vergleicht den Aufwand, den Firmen für bestimmte Leistungen in einer Private Cloud leisten müssen, mit den Kosten, die dafür bei Amazon anfallen.

    Der AWS TCO Calculator berechnet nicht nur Einsparungen, sondern gibt detaillierte Auskunft über die Kosten der Private Cloud.

    Der Rechner erlaubt die Auswahl einer AWS-Region und sieht separate Kalkulationen für Server und Storage vor, in der erweiterten Version kommen Netzwerk und Angaben zum Jahresgehalt von Administratoren hinzu. Das Ergebnis zeigt nicht nur die möglichen Einsparungen, sondern gibt einen detaillierten Überblick über die einzelnen Kostenblöcke.

    1 Kommentar

    Bild von Christian Wimmer
    Christian Wimmer sagt:
    10. Juni 2014 - 17:59

    Kein Hyper-V als Virtualisierer und als einziges Gast-OS gibt es Linux. Toller Kostenrechner (: