Aus für Internet Explorer, Support endet 2022

    Internet Explorer 11 InfoMicrosoft beendet die Unter­stützung für den Internet Explorer (IE11) unter Windows 10 SAC am 15. Juni 2022. Nicht betroffen davon sind Windows 8.1, Windows 10 LTSC und das Server-OS. Das Aus betrifft den IE als eigen­ständige Desktop-App, als einge­betteter Browser wird er zu­mindest bis 2029 verfügbar sein.

    Mit Windows 10 brachte Microsoft die erste Version von Edge, der den Übergang zu einem modernen und auf Standards basierenden Browser einleiten sollte. Die Umstellung verzögerte sich jedoch, weil Edge von den Benutzern nur schlecht angenommen wurde.

    Ende des IE in Etappen

    Nach dem Wechsel von Edge auf die Chromium-Plattform sieht Microsoft die Voraus­setzungen gegeben, um den IE auszumustern. Einen ersten Vorstoß unternahm der Hersteller bereits mit der Ankündigung, den IE ab dem 17. August 2021 nicht mehr in Microsoft 365 zu unterstützen. Google zog den Stecker für den IE in den Workspace-Apps bereits am 15. März 2021.

    Fahrplan zum Ende des Internet Explorer als eigenständige Anwendung

    Der nächste konsequente Schritt folgte nun mit der Bekannt­gabe des offiziellen Endes der IE-Unterstützung am 15. Juni 2022. Diese betrifft den Browser als eigen­ständige Anwendung unter Windows 10 im Semi-annual Channel, und zwar für die Versionen 20H2 und danach folgende. Ab diesem Datum werden alle Aufrufe des Internet Explorer automatisch auf Edge umgeleitet.

    Deaktivierung per GPO ab sofort möglich

    Anwender können dieses Verhalten bereits heute über eine neue Einstellung in den Gruppen­richtlinien für Windows 10 21H1 erzwingen. Sie heißt Disable Internet Explorer 11 as a standalone browser und findet sich sowohl im Zweig Computer als auch Benutzer.

    Der IE11 lässt sich ab sofort per GPO deaktivieren, wenn Edge Chromium installiert ist.

    Ältere Versionen des Betriebs­systems, darunter 8.1 und alle Ausführungen von Windows Server, sowie Windows 10 im Long Term Service Channel behalten hingegen den IE bis zum Ende ihres Lifecycle bei.

    Eingebettete MSHTML-Engine weiter verfügbar

    Das größte Hindernis für den endgültigen Abschied vom IE stellen alte Web-Anwendungen dar, die speziell für den Browser-Veteranen entwickelt wurden. Diese nutzen proprietäre HTML- und Javascript-Elemente und werden in einem modernen Frontend meist nicht korrekt dargestellt. Völlig außen vor bleiben dabei ActiveX-Controls, die nie von einem anderen Anbieter unterstützt wurden.

    Microsofts sieht für die Migration auf Edge daher vor, dass die IE-Engine (MSHTML/Trident) für solche Anwendungen im neuen Browser startet. Der Hersteller bezeichnet diese Variante als Internet Explorer Mode.

    Aktivieren des Internet Explorer Mode über die Gruppenrichtlinien

    In ver­walteten Umgebungen können Admins eine Liste mit URLs über ein GPO definieren, bei denen Edge auf den IE umschaltet. Dies funktioniert nach dem gleichen Muster wie zuvor der IE11 Enterprise Mode.

    IE-Rendering bis 2029

    Dieser Modus kann nicht nur ActiveX-Controls ausführen, sondern lässt sich zudem über die Gruppen­richtlinien des IE konfigurieren. Microsoft möchte ihn bis mindestens 2029 unterstützen und die Anwender in jedem Fall ein Jahr vor dem Aus benachrichtigen.

    Die Trident-Engine soll weiterhin auch den zahlreichen Anwendungen zur Verfügung stehen, die sie bisher für die Darstellung von HTML-Content nutzen. Das gilt nicht nur für Produkte von Drittanbietern, sondern etwa auch für das PowerShell-Cmdlet Invoke-WebRequest.

    Entwickler, die in ihren Programmen Web-Seiten darstellen wollen, sollen künftig dafür jedoch nicht mehr den IE verwenden, sondern die Chromium-Engine über das WebView2-Control integrieren.

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