baramundi Management Suite 2022 R1: Support für neues Android-API, Mehrstufige Genehmigungen von Tickets, SSH für Network Devices


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    baramundi Management Suite 2022 R1Die baramundi software AG veröffentlichte die Version 2022 R1 seiner Client-Management-Lösung. Sie bringt zahl­reiche kleinere Neuerungen, die unter anderem die Sicher­heit, die Usability und den Plattform Support verbessern. Hinzu kommt eine engere Integration des im letzten Jahr vorgestellten Ticketing-Systems sowie eine vereinfachte Installation von macOS-Apps.

    Der Augsburger Anbieter wechselt in seinem Release-Zyklus zwischen Updates, bei denen neue Features im Vordergrund stehen und solchen, die mehr der Produktpflege dienen. Die baramundi Management Suite (bMS) 2022 R1 fällt in die zweite Kategorie und konsolidiert viele neue Features, die im Lauf der letzten zwei Jahre hinzugekommen sind.

    Verwaltung mobiler Geräte

    Eine Änderung, die Anwender unter Zugzwang setzt, besteht in Googles neuem API für Android Enterprise. Diese setzt der Such­maschinen­anbieter im September 2022 um, so dass danach ein entsprechend aktuelles MDM erforderlich ist.

    Die bMS 2022 R1 unterstützt mit dem Modul Mobile Devices nun das neue Google API und ist damit für die Umstellung in Q3 gerüstet. Allerdings müssen Anwender spätestes dann auf diese Version migrieren, wenn sie weiterhin Mobilgeräte über Android Enterprise verwalten möchten.

    Die Umstellung auf das neue API erlaubt es, den Update-Modus für jede App separat zu konfigurieren. Damit können beispiels­weise bestimmte Apps unabhängig von systemweiten Einstellungen auf einer älteren Version gehalten werden.

    Individuelle Update-Konfiguration von Android-Apps in bMS 2022 R1

    Android Apps lassen sich künftig nicht mehr direkt über den Play Store freigeben, sondern über eine eigens dafür angelegte Seite. Außerdem ist es möglich, firmeneigene Apps ohne Umweg über einen Developer Account direkt aus der bMC für die eigene Umgebung freizugeben.

    Verwaltung von Windows-Updates

    Das Update-Management für Windows erhielt zwei wesentliche Verbesserungen. Zum einen lässt sich ein Update-Profil als globaler Standard vorgeben, so dass auch neue Endgeräte sofort ausstehende Updates erhalten. Bisher wurde diesen kein Update-Profil automatisch zugewiesen und entsprechend entfiel die Installation der Patches.

    Zum anderen lassen sich Updates nun über eine Erweiterung des Jobschritts Microsoft Updates verwalten entfernen. Dies ist eine willkommene Neuerung, wenn Windows-Patches Probleme verursachen, wie zuletzt mehrfach geschehen. Diese Funktion können Admin auf einzelne Updates oder das letzte kumulative Update anwenden.

    Problematische Updates lassen sich über die KB-Nummer den Paketnamen deinstallieren.

    Nach der Installation führt das System eine Inventur durch.

    Versiegelte Applikationen

    Über das Modul Managed Software können Anwender gängige Anwendungen wie Browser, Editoren, Adobe Reader, Packer oder Grafik­programme installieren und aktualisieren. Die Pakete dafür stellt baramundi in stets aktuellen Ausführungen zur Verfügung.

    Der Anbieter prüft die Applikationen vor der Bereitstellung auf ihre Funktions­tüchtigkeit und auf eventuelle Malware. Zum Abschluss erstellt er eine Prüfsumme für jedes Paket, die zentral hinterlegt wird. Die bMS-Server beim Kunden stellen auf dieser Grundlage sicher, dass die Packages nicht verändert wurden.

    Das aktuelle Release verlängert nun die Sicherheitskette nun bis hin zum Agenten. Dieser lädt nun die Installations­quellen vor der Installation lokal herunter und verifiziert die Dateien.

    Eine Konsequenz daraus ist, dass Managed Software im Rahmen einer Aktualisierung keine Applikationen mehr deinstalliert, wenn nicht auch die Quellen für die Installation vorhanden und intakt sind.

    Individuelle Anpassungen sind aber dennoch weiterhin möglich. Hierfür muss das Paket aber nach der Änderung erneut versiegelt werden. Dies ist direkt am entsprechenden Produkt möglich.

    Das gleiche Verfahren wendet baramundi künftig auch auf den eigenen Agenten an. Diese wird nur installiert, nachdem die Integrität der Installations­dateien verifiziert wurde.

    Prüfung der Installationsdateien für den bMS-Agent

    Erweitertes Ticketing-System

    Im letzten Jahr ergänzte baramundi sein Endpoint-Management in Kooperation mit der Nürnberger Omninet GmbH um ein Ticketing-System, das auf einer Whitelabel-Version von OMNITRACKS basiert.

    Mit der Version 2022 R1 integrieren die Augsburger den Service-Desk enger mit der bMS. So kann bei der Zuordnung von Genehmigungen auf bMS-Jobs festgelegt werden, welche Benutzer oder Benutzer­gruppen bestimmte Jobs im Ticketsystem ausführen dürfen.

    Neu hinzu kommt die Option, die komplette Oberfläche des Systems inklusive der Admin-Konsole auf Englisch darzustellen. Damit harmonisiert der Service-Desk mit der bMS, die durchgängig zweisprachig ist.

    Eine weitere Neuerung dieser Komponente besteht in mehrstufigen Genehmigungen. Dabei werden Tickets nacheinander von unterschiedlichen Rollen geprüft und zur Bearbeitung freigegeben.

    Ein solches Szenario wäre etwa gegeben, wenn separate organisatorische und technische Genehmigungen nötig sind. Zunächst würde in einem solchen Beispiel die Fachabteilung eine Frei-gabe für ein Beschaffungs­budget erteilen und danach folgt die Prüfung auf technische Umsetzbarkeit.

    Weitere Neuerungen

    Die zahlreichen Verbesserungen in der bMS 2022 R1 betreffen fast alle Module. Die folgende Aufstellung enthält einen Ausschnitt aus der umfangreichen Liste:

    baramundi Kiosk: Das Self-Service-Portal lässt sich nun im Dark Mode darstellen. Außerdem ist die Zuordnung von Endpoints nun flexibler, sowohl die Variante "Ein Endpoint, mehrere Jobs" als auch "Ein Job, mehrere Endpoints" ist möglich.

    baramundi Network Devices: Mit dem neuen Release können Geräte über Secure Shell (SSH) erfasst werden. Damit steht dafür neben SNMP und ARP ein weiteres Protokoll zur Verfügung, das sich besonders für die Erfassung Linux-Systemen eignet.
    Außerdem können Admins eigene Client-Befehle definieren und diese global verfügbar machen. Diese vorbereiteten Kommandos erleichtern das Verwalten der Netzwerkgeräte.

    Geräte im Netzwerk können nun auch über SSH erfasst werden.

    baramundi Deploy: Bei der Verteilung von macOS-Applikationen können PKG-Dateien nun zentral abgelegt und als App in die bMC importiert werden. Für die anschließende Verteilung per Job auf die gewünschten Endpoints ist keine Verbindung zum Apple App Store notwendig.

    Argus Cockpit: Das Cloud-basierte Dashboard bietet IT-Admins die Möglichkeit, sich frühzeitig über kritische Zustands­änderungen per E-Mail informieren zu lassen.

    Verfügbarkeit

    Die baramundi Management Suite 2022 R1 ist im Juni erschienen. Eine jeweils aktuelle Testversion können Interessenten über die Website des Herstellers anfordern.

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    Bild von Wolfgang Sommergut

    Wolfgang Sommergut hat lang­jährige Erfahrung als Fach­autor, Berater und Kon­ferenz­sprecher zu ver­schie­denen Themen der IT. Da­ne­ben war er als System­ad­mi­ni­stra­tor und Con­sultant tätig.
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