baramundi Management Suite 2022 R2: Einstieg in Enduser Experience Monitoring, erweitertes Argus Cockpit


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    baramundi User Experience (bEX)Die Augsburger baramundi Software AG gab die Version 2022 Release 2 ihrer Management Suite frei. Zu den wichtigsten Neuerungen gehört ein Monitoring des Benutzererlebnisses, die Erweiterung des Cloud-basierten Argus-Dashboards, die Unterstützung der neuesten Client-Betriebs­systeme sowie ein Update des Ticketing-Systems.

    Aufgrund veränderter Arbeits­gewohnheiten der Benutzer, die nun häufig von unterwegs oder von zu Hause auf IT-Ressourcen im Unternehmen zugreifen, ist es für Admins oft nur schwer nachvollziehbar, warum bestimmte Programme auf einzelnen Rechnern Performance-Probleme haben oder regelmäßig abstürzen.

    Als Ursache kommen etwa langsame Netzwerke oder bestimmte Releases einer Software in Frage. Dieser Problematik widmet sich mittlerweile eine ganze Reihe von Herstellern, wobei deren Produkte unter der Bezeichnung Enduser Experience Monitoring firmieren.

    Cloud-basiertes Enduser Experience Monitoring

    Für einen Endpoint-Management-Anbieter, der ohnehin einen Agent auf allen Endgeräten betreibt und detaillierte Informationen über die Hard- und Software-Ausstattung der verwalteten Geräte erfasst, liegt es nahe, auch Daten sammeln, die Aufschluss über das Benutzererlebnis geben. Admins können dann proaktiv auf Probleme reagieren, bevor die User ein Ticket generieren.

    In der ersten Version dieses Features erfasst Argus Experience (bEX) die Abstürze von Programmen und bringt diese Ereignisse in Verbindung mit ihrem zeitlichen Auftreten sowie den Versionen der Software.

    bEX sammelt Informationen zu Abstürzen und verzögerte Antwortzeiten von Programmen

    Admins können so erkennen, ab wann bestimmte Probleme mit einer Anwendung gehäuft aufgetreten sind und sie so auf Änderungen auf dem Rechner zurückführen, beispielweise auf kürzliche Updates.

    bEX bietet zudem Ansichten, die Rechner mit auffälliger Software zeigen sowie ein eigenes Diagramm, das problematische Programme auflistet.

    Dieses Feature läuft auf der gleichen technischen Plattform in der Cloud wie das mit bMS 2020 R1 eingeführte Cloud-Dashboard. Beide Komponenten können aber unabhängig voneinander genutzt werden.

    Erweitertes Argus-Dashboard

    baramundi erweitert das Argus-Dashboard mit bMS 2022 R2, so dass sich dort mehrere Umgebungen abbilden lassen.

    Dabei kann es sich um verschiedene Standorte eines Unternehmens oder um Mandanten eines Managed Service Providers (MSP) handeln.

    Das Argus-Dashboard bildet nun mehrere bMS-Umgebungen eines Anwenders oder MSP ab.

    Wenn die verschiedenen Umgebungen nicht von einem, sondern mehreren Admins verwaltet werden, dann kann der Company-Administrator einzelnen Systemverwaltern gezielt Berechtigungen für einzelne Standorte zuweisen.

    Dafür sieht baramundi ein Rechte-Management auf Basis von Rollen vor, wobei mit Umgebungsadmin und Reader bereits zwei vorgegeben sind. Darüber hinaus steht es Anwendern frei, eigene Rollen mit spezifischen Berechtigungen zu definieren.

    In puncto Zugriff bietet das Argus Cockpit nun auch die Möglichkeit, nicht nur die Berechtigungen für Funktionen zu steuern, sondern auch die Sichtbarkeit von Inhalten einzuschränken. Dies erfolgt flexibel über Universelle Dynamischen Gruppen (UDGs).

    Zugriff auf Inhalte für UDGs mit Hilfe von Tags steuern

    Zu diesem Zweck kann ein Admin bestimmte Inhalte mit Tags versehen und UDGs auf solche Meta­informationen berechtigen. Besonders relevant ist auch dieses Feature für Umgebungen mit mehreren Mandanten, etwa für Kunden von MSPs.

    Ab Release 2022 R2 ist es zudem möglich, Jobs über UDGs nicht nur automatisch für Windows, sondern auch für iOS, macOS, Android und Geräte für die Produktions­steuerung zuzuweisen.

    Neue Funktionen im Ticketing-System

    Das aktuelle Update bringt auch Neuerungen für das Cloud-basierte Helpdesk-System, das die Augsburger mit der Version 2021 R1 eingeführt haben.

    So unterstützt es nun Exchange Online als weitere Option für eingehende bzw. ausgehende E-Mail-Konten. Die M365-Postfächer lassen sich sicher einbinden, wobei moderne Authentifizierungs­verfahren genutzt werden können.

    Zu den Funktionen des Ticketing-Systems gehört auch ein Reservierungs-Management, über das sich Anwender die Verfügbarkeit diverser Ressourcen sichern können. Neben IT-Ausstattung könnten dies beispiels­weise auch Besprechungsräume sein.

    Kalenderansicht für Reservierungen von Assets

    Dabei lässt sich festlegen, ob sich bestimmte Assets nur von internen Benutzern reservieren lassen oder ob diese auch über das Self-Service-Portal zugänglich sind. In den jeweiligen Ressourcen sind aktuelle sowie vergangene Reservierungen dokumentiert.

    Tickets können beim Erstellen automatisch damit verbundene Aufgaben auslösen, zum Beispiel Bestellungen. Für wiederkehrende Abläufe lassen sich diese in einer Ticketvorlage speichern.

    So lässt sich das On-Boarding neuer Mitarbeiter über eine Vorlage mit der Bestellung aller Artikel kombinieren, die für den neuen Arbeitsplatz benötigt werden.

    Ticket-Vorlage, die eine Bestellung für die Ausstattung eines neuen Arbeitsplatzes auslöst

    Interessant in diesem Zusammenhang ist die Erweiterung von Tickets um das neue und optionale Feld Kostenstelle. Auf diese Weise lassen sich die erforderlichen Aufwendungen den Verursachern des Tickets zurechnen.

    Schließlich bringt die neue Version noch eine globale Suchfunktion, die eine einfache Volltextsuche gleichzeitig in den wichtigsten Systembereichen (Tickets, Assets, Wissensdatenbank, Aufgaben) erlaubt. Diese steht auch im Self-Service-Portal zur Verfügung, wo Anwender nun in den abgeschlossenen Tickets recherchieren können.

    Weitere Neuerungen

    Wie jedes neue Release bringt auch 2022 R2 eine Vielzahl kleinerer Verbesserungen. Dazu gehören:

    Unterstützung für Windows Server 2019/2022 Core: Auf diesen Systemen lässt sich nun der baramundi-Agent betreiben, etwa um sie für die Inventarisierung zu erfassen. Oberflächen­aktionen können dort nicht ausgeführt werden, zudem lässt sich auf ihnen keine Fernwartungssitzung mit bRemote starten.

    Support für PowerShell 7.x: Diese Version kann nun im Automation Studio als PowerShell Core ausgewählt werden.

    Erweiterte Unterstützung für Android: Die Version 13 des Google-OS kennt zwei weitere Restriktionen für die Wifi-Konfiguration. So ist es in der bMS 2022 R2 auch möglich, das Teilen und Hinzufügen von Wifi-Netzwerken zu verbieten.

    Bei der Ermittlung der Hardware-Informationen wird nun ausgelesen, ob biometrische Sensoren (Fingerabdruck, Gesichtserkennung) vorhanden sind und auch, ob diese zur Entsperrung verwendet werden können.

    Im Google Managed Play Store Dialog App hinzufügen können nun mehrere Apps ausgewählt werden.

    iOS: Ab iOS 16 ermittelt die bMS, ob eine App vollständig installiert ist, oder lediglich als AppClip angelegt ist. Zudem liest das MDM-Modul nun Daten und Einstellungen zur Barrierefreiheit aus. Dadurch kann es feststellen, ob etwa größere Texte, Zoom, VoiceOver oder reduzierte Bewegungen aktiviert sind.

    baramundi License Management: Es bietet nun die Möglichkeit, eigene Variablen anzulegen und diese den Objekten Produkt, Lizenz und Vertrag einfach zuzuordnen. Damit lässt sich das bLM mit individuellen Informationen anreichern.

    Benutzerdefinierte Befehle: Diese können mit dem jetzigen Release für alle Endpunkttypen eingestellt und freigegeben werden. Kommandos lassen sich somit auf jedem Endpunkt direkt aus der Konsole heraus zu starten. Dabei können auch plattform­spezifische Variablen aus der Inventur, wie International Mobile Station Equipment Identity (IMEI), Seriennummer und die Unique Device ID verwendet werden.

    Das OS Customization Tool berücksichtigt nun Abweichungen zwischen Windows 10 und 11. Es unterstützt in der aktuellen Ausführung mehrere exklusive Einstellungen für Windows 11.

    Verfügbarkeit

    Die baramundi Management Suite 2022 R2 ist ab sofort verfügbar. Eine jeweils aktuelle Testversion können Interessenten über die Website des Herstellers anfordern.

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    Bild von Wolfgang Sommergut
    Wolfgang Sommergut hat lang­jährige Erfahrung als Fach­autor, Berater und Kon­ferenz­sprecher zu ver­schie­denen Themen der IT. Da­ne­ben war er als System­ad­mi­ni­stra­tor und Con­sultant tätig.
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