Cloud-Computing: Deutsche IT-Leiter sind skeptisch

    Während IT-Firmen und Service Provider längst das "Cloud-Zeitalter" ausgerufen haben, zeigen sich IT-Administratoren und -Leiter deutlich zurückhaltender in Bezug auf die "Wolke". Das ergab zumindest eine Umfrage der IT-Sicherheitsfirma Symantec. Für die "State of Cloud Survey 2011" wurden weltweit 5.300 IT-Experten befragt.

    So bezeichneten 80 Prozent der deutschen Studienteilnehmer IT-Sicherheit als größte Herausforderung beim Cloud-Computing, gefolgt von Bedenken bezüglich der Leistung von Cloud-Services (76 Prozent). Ebenfalls 76 Prozent der IT-Fachleute in Deutschland sehen in der Systemarchitektur das größte Problem, an die 71 Prozent darin, das Backup von Daten und Anwendungen sicherzustellen.

    Cloud-Sicherheit auch in anderen Ländern der springende Punkt

    Obwohl Deutsche als besonders kritisch und misstrauisch gelten, wenn es um neue Technologien geht, heben sie sich in puncto Cloud nicht sonderlich von anderen Ländern ab. Auch dort zählen IT-Sicherheit (80 Prozent) und Leistung (76 Prozent) zu den größten Problembereichen, gefolgt von Compliance (76 Prozent) und Kosteneinsparungen (74 Prozent).

    Laut der Symantec-Umfrage gehen die Meinungen hinsichtlich der Sicherheit in der Cloud auseinander: Sie wird als wichtigste Voraussetzung und gleichzeitig größte Sorge bei einer Migration angegeben. 87 Prozent sind sich sicher, dass der Wechsel in die Wolke keinen Einfluss auf ihre IT-Sicherheit nimmt oder diese sogar verbessert. Eine sichere Cloud-Umgebung aufzubauen, ist dennoch aus Sicht der meisten Unternehmen der wichtigste und herausforderndste Faktor. Als größtes potenzielles Risiko nennen deutsche Unternehmen Schadcode (59 Prozent), gefolgt vom Datendiebstahl durch Hacker (56 Prozent).

    IT-Personal noch nicht "Cloud-ready"

    Status der Cloud-Projekte in Deutschland laut SymantecHinzu kommt ein weiterer Faktor: Viele Firmen sind nach eigener Einschätzung noch nicht für die Cloud bereit. Nur ein kleiner Teil der Befragten (zwischen 15 und 18 Prozent) bewerteten ihre IT-Mitarbeiter als sehr gut vorbereitet für die Migration. Fast die Hälfte der Befragten gab an, ihr IT-Personal sei noch unzureichend gerüstet.

    Ein Grund dafür: Nur ein Viertel des deutschen IT-Personals konnte bislang Erfahrung mit Cloud Computing sammeln. Zwischen 45 bis 56 Prozent der Mitarbeiter haben damit sehr wenig bis gar keine Erfahrung mit Cloud-Computing. Weltweit sind es 47 bis 54 Prozent.

    Dennoch wollen Unternehmen Cloud-Dienste nutzen

    Trotz der Defizite und Vorbehalte diskutieren weltweit 75 bis 81 Prozent der Firmen, ob und in welche Form sie Cloud-Dienste einsetzen können. Hier zeigt sich ein gravierender Unterschied zu Deutschland: Hier zu Lande haben nur 14 bis 16 Prozent der Unternehmen die Cloud auf der Agenda.

    Besonders gefragt sind Cloud-Computing-Dienste rund um das Thema IT-Sicherheit. Das ist kein Widerspruch, denn die meisten Anbieter von IT-Security-Software bieten ihre Lösungen mittlerweile auch im Rahmen eines Software-as-s-Service-Modells an, oder sie ergänzen klassische Software-Produkte ("Boxen") durch Cloud-Komponenten.

    Zu den häufigsten Cloud-Diensten, die Unternehmen verwenden, zählen außerdem E- Mail-Services, darunter das Management von E-Mail-Systemen und Sicherheitsprodukte wie das Ausfiltern von Spam und Malware. Auch Security-Management sowie Web- und Instant Messenger-Sicherheit werden häufig in die Cloud verlagert.

    Fazit: Cloud bringt nicht immer den erhofften Nutzen

    Erwartungen von Cloud-Anwendern in Deutschland werden laut Symantec oft nicht voll erfülltDie Studie zeigt auch, dass Firmen, die Cloud-Technologien nutzen, bislang nicht die erhofften Ergebnisse erreichen konnten. So wünschten sich weltweit 88 Prozent, dass ihre IT damit an Flexibilität gewinnt. Jedoch trat das nur bei 47 Prozent der Befragten ein.

    Mager fielen zudem die Ergebnisse in den Bereichen Disaster Recovery, Effizienz, geringere Betriebskosten und verbesserte IT-Sicherheit aus. Offenkundig verspricht der eine oder andere Anbieter von Cloud-Services mehr, als er versprechen kann. Allerdings dürften auch Anwender in manchen Fällen überzogene Vorstellungen vom Nutzer eines Cloud-Services haben. Jedenfalls sind wir – Gott sei Dank – noch weit davon entfernt, einen Großteil der IT in die "Wolke" verlagern zu können.

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