Microsoft stellt Operations Management Suite für Hybrid Clouds vor

    Eine der Neuheiten, die Microsoft auf seiner Ignite-Konferenz in Chicago vorstellte, ist die Operations Management Suite (OMS). In der ersten Version können Systemverwalter damit "normale" IT-Umgebungen, aber auch Instanzen in Public- und Private-Clouds sowie Hybrid-Clouds verwalten. Unterstützt werden zu Beginn die Cloud-Plattformen Windows Azure und Amazon Web Services. Es liegt auf der Hand, dass weitere folgen werden beziehungsweise müssen, etwa die Cloud-Dienste von Google.

    Microsoft OMS - ÜbersichtZudem arbeitet die Management Suite mit Windows Server, Linux, VMware und der Orchestration-Lösung OpenStack zusammen. Details zur OM Suite hat der Microsoft-Manager Jeremy Winter in diesem Beitrag im Cloud and Server Blog von Microsoft veröffentlicht.

    Vier Funktionsblöcke

    Die Operations Management Suite wird über die Cloud als Software-as-a-Service-Angebot (SaaS) bereitgestellt. Sie umfasst vier zentrale Anwendungsbereiche:

    Log-Analyse: OMS erfasst und konsolidiert in Echtzeit Log-Daten, strukturiert diese und ermöglicht über ein Dashboard Abfragen (Queries) dieser Informationen. System Center 2012, das Microsoft im Datenblatt als Vergleich anführt, verfügt über keine vergleichbare Funktion. Mit der Auswertung von Log-Daten lassen sich unter anderem überlastete VM aufspüren und "Wäre-wenn-Szenarien" durchspielen. Zudem stehen "Best Practices" für das optimale Konfigurieren und Management von Workloads zur Verfügung.

    Verfügbarkeit von Servern sicherstellen: Das bedeutet de facto das Replizieren und nötigenfalls Wiederherstellen von physischen und virtualisierten IT-Ressourcen. Die Sicherungen können im firmeneigenen Datacenter, also einer Hybrid-Cloud, bei einem Hoster oder bei Microsoft, sprich Azure, gespeichert werden. Unterstützt werden auch SAN-Replizierungsfunktionen (Storage Area Network) von Anbietern wie EMC, HP und NetApp.

    Automatisierung von Aufgaben: Damit lassen sich wiederkehrende Konfigurations- und Managementaufgaben automatisch durchführen. Entsprechende "Runbooks" arbeiten mit Web-Sites, Virtual Machines, Storage-Ressourcen, SQL Server und anderen Azure-Diensten zusammen.

    Sicherheit: Der letzte große Funktionsblock betrifft IT-Security-Themen wie das Einspielen von Updates und Patches sowie Informationen über dem Status der Sicherheitssoftware. Als Datenquellen dienen beispielsweise Windows- und Linux-Server. So weist OMS Systemverwalter darauf hin, ob und auf welchem Server System-Updates fällig sind und startet auf Wunsch deren Installation. Ein Patch-Management will Microsoft ebenfalls integrieren, allerdings später. Zudem werden Änderungen an Systemkonfigurationen erfasst. Diese Daten lassen sich, zusammen mit den Informationen der Log-Analyse, für die Fehleranalyse oder für Audits heranziehen.

    Varianten und Preise

    Microsoft OMS - AnalysedatenLaut dem Datenblatt beziehungsweise Flyer, der auf der OMS-Web-Seite beim Anklicken von "Resources" heruntergeladen wird, wird Microsoft auch eine Freeware-Ausgabe von der Management-Suite anbieten. Sie ist auf die Übermittelung von 500 MByte Log-Daten beschränkt und speichert erfasste Daten sieben Tage lang. Auch bei den Automatisierungsfunktionen gibt es Begrenzungen, auf eine Laufzeit von 500 Minuten pro Job. Wer Backups erstellen möchte, muss dagegen die Bezahl-Version erwerben.

    Apropos bezahlen: Die Backup-Version kostet für die Region Westeuropa ab 3,7 Euro pro VM und Monat (Instanzen bis 50 GByte), die Automatisierungsfunktion 0,0015 Euro-Cent pro Minute. Site Recovery (Verfügbarkeit) schlägt mit rund 12 Euro monatlich pro Instanz zu Buche, wenn diese im Unternehmens-Rechenzentrum gesichert wird. Bei Sichern in der Azure-Cloud sind es an die 40 Euro pro Monat.

    Noch ein Blick auf die Logging-Funktion: Sie kostet in der Standardausgabe (Retention-Zeit von einem Monat) an die 1,71 Euro pro GByte. Eine Speicherzeit von zwölf Monaten schlägt sich in 2,6 Euro monatlich nieder.

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