Aus Microsoft Skydrive wird OneDrive - sonst nicht viel Neues


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    Microsoft - OneDirve-LogoMicrosoft hat seinen Cloud-Storage-Service SkyDrive in OneDrive umbenannt. Dies gilt sowohl für die kostenlose Version für Consumer als auch für Skydrive Pro, das Firmenkunden anspricht. Der letztgenannte Dienst wird unter OneDrive Pro firmieren. Der kostenlose Cloud-Service ist ab sofort unter www.OneDrive.com weltweit verfügbar.

    Der Hersteller verkauft die Umbenennung damit, dass OneDrive neue Funktionen und ein – Zitat aus der Pressemitteilung "verbessertes Nutzererlebnis über alle Plattformen hinweg" bereitstelle. Nutzer von allen Arten von Endgeräten, inklusive Smartphones und Tablets unter iOS (Apple iPad, iPhone) und Android, könnten nun mittels Apps quasi nahtlos auf den Cloud-Speicher zugreifen. Dies ist auch von Microsofts Spielekonsole XBox und selbstverständlich Windows-Systemen aus möglich.

    Wenig Neues

    Neu sind diese Funktionen allerdings nicht. Auch ansonsten ändert sich wenig: Die Benutzerdaten sind weiterhin gültig, und am Speichervolumen hat sich auch ebenfalls nichts geändert. Für private Nutzer stehen 7 GByte kostenlos zur Verfügung. Wer mehr haben will, kann den Speicherplatz gegen Bezahlung aufrüsten, in Schritten 50 GByte, 100 GByte und 200 GBtyte.

    Verbessert hat Microsoft dagegen nach eigenen Angaben das Sharing von Videos. Zudem soll es einfacher sein, Fotos von Android-Smartphones mit anderen Systemen zu teilen. Das war es mit den Änderungen aber auch schon.

    BSkyB hat Namensrechte erstritten

    Microsoft - OneDirve-StartbildschirmDiese eher kosmetischen Änderungen sind jedoch nicht der Auslöser für den teuren und Marketing-technisch suboptimalen Schritt, einen etablieren Namen aufzugeben. Dies hat vielmehr mit einem Gerichtsurteil zu tun, das der britische Bezahl-TV-Sender BSkyB in Großbritannien gegen Microsoft erwirkt hat. Es untersagt Microsoft die weitere Nutzung des Namens. Demnach hat sich die Muttergesellschaft von BSkyB, der Medienkonzern Sky, den Namen vor Microsoft gesichert. Sky ist der Sender, der in Deutschland gegen Geld unter anderem Formel-1-Rennen und die Fußball-Bundesligaspiele zeigt.

    Sky hat demnach bereits 2002 ähnliche Verwendungszwecke für "sein" Skydrive angegeben, etwa den Zugriff auf Datenbanken und das Internet. Details zu dem Fall hat der Kölner Rechtsanwalt Raphael Köllner in einem interessanten Beitrag in seinem Blog veröffentlicht.

    Was wird nun aus Skydrive?

    Offen ist, was Sky beziehungsweise BSkyB mit "Skydrive" anfangen wollen. Denkbar ist, dass der Medienkonzern eine Online-Videothek und einen Streaming-Dienst unter diesem Namen startet. Das würde naheliegen, Stichwort Medienkonzern.

    Weniger wahrscheinlich ist dagegen der Einstieg in den derzeit gut besetzten Markt von Cloud-Speicherdiensten. Dort müsste sich Sky mit Konkurrenten wie Dropbox, Box.Net, dem Cloud-Speicherdienst von T-Online auseinandersetzen, außerdem unter anderem mit Wuala (Schweiz), Sugarsync, Copy, Google Drive und eben OneDrive. Dies ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt wenig erfolgversprechend. Vorstellbar ist dagegen, dass Sky seinen Kunden als "Zuckerl" Cloud-Storage-Platz offeriert. Dies würde jedoch auf private Nutzer abzielen, nicht auf Firmenkunden.

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