Cloud-Storage: Box speichert Daten in Deutschland

    Auf den Spuren von Service-Providern für die Public Cloud wie Amazon (AWS) und Microsoft wandelt Box. Der Konkurrent von Dropbox bietet seinen Kunden an, Datenbestände in Rechenzentren in Deutschland und weiteren so genannten Box Zones in aller Welt zu speichern. Nutzer hier zu Lande können somit auf Cloud-Storage-Ressourcen von Box zurückgreifen, welche die Anforderungen des Datenschutzrechts in Deutschland beziehungsweise der EU erfüllen.

    Box stellt seine Cloud-Storage-Dienste in Box Zones bereit, darunter einer in Deutschland.Allerdings hat Box darauf verzichtet, ein eigenes Datacenter aufzubauen. Vielmehr hat sich das Unternehmen mit Amazon und IBM zusammengetan. IBM ist nach der Übernahme von Softlayer im Jahr 2013 derzeit dabei, das Geschäft mit Cloud-Services massiv auszubauen.

    Sowohl AWS (in Frankfurt am Main) als auch IBM (ebenfalls in Frankfurt/Main) betreiben in Deutschland Cloud-Datacenter. Damit fallen diese Standorte unter EU- beziehungsweise deutsches Datenschutzrecht. Ein Haken dabei: US-Firmen unterliegen amerikanischem Recht, auch deren Standorte in anderen Ländern. Sollte somit eine US-Behörde Daten von deutschen Kunden von Box einsehen wollen, müsste das Unternehmen diesem Wunsch nachkommen, so die derzeitige Gesetzeslage in den USA.

    Dropbox folgt im Herbst

    Dropbox will im Herbst 2016, sprich ab dem dritten Quartal, ebenfalls Daten von Kunden auf deutschem Boden speichern. Ebenso wie Box greift das Unternehmen dabei auf die IT-Infrastruktur von AWS zurück. Allerdings kommen nur Geschäftskunden in den Genuss dieses Features, also Nutzer von Dropbox Business.

    Die Pro-Version dieses Cloud-Storage-Dienstes für Selbstständige und Einzelpersonen kostet rund 10 Euro im Monat. Darin eingeschlossen sind 1 TByte Speicherplatz, die Integration von Office 365, der Fernlöschen von Daten und das Versenden von kennwort­geschützten Links. Die Business-Ausgabe für Teams (12 Euro monatlich pro Nutzer) bietet zusätzlich Collaboration-Funktionen sowie erweiterte Verwaltungs-Tools und unbegrenzten Speicherplatz.

    Preise von Box

    Zum Vergleich die Tarife von Box (siehe auch diese Web-Seite: Das "Starter-Paket" für Unternehmenskunden mit Teams von drei bis zehn Usern und 100 GByte Speicherplatz kostet 4 Euro pro Monat und Nutzer. Die Variante mit unbegrenztem Speicherplatz, Office-365-Integration, Unterstützung von Active Directory und Single-Sign-on sowie Basisfunktionen für das Enterprise Mobility Management (EMM) schlägt mit 12 Euro monatlich für jeden Nutzer zu Buche.

    Sowohl Dropbox als auch Box bieten zudem Enterprise-Versionen für Großunternehmen an. Sie zeichnen sich durch einen nochmals erweiterten Funktionsumfang aus. Dazu zählt beispielsweise die Möglichkeit, eDiscovery- und Data-Leak-Prevention-Systeme anzubinden. Der Preis ist bei diesen Services Verhandlungssache.

    Hintergrund: das Ende von Safe Harbor

    Die Aktivitäten von Box und Dropbox sind auf das Aus des Safe-Harbor-Abkommens mit den USA zurückzuführen. Dieses wurde im Oktober 2015 vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) unter dem Aspekt Datenschutz zur unzureichend erklärt. Seit dieser Zeit herrscht unter den Kunden von amerikanischen Cloud-Service-Providern Verunsicherung.

    Zwar soll mit dem EU Privacy Shield eine Nachfolgereglung an die Stelle von Safe Harbor treten. Es sieht unter anderem eine Beschwerde- beziehungsweise Klagemöglichkeit europäischer Nutzer von Cloud-Diensten amerikanischer Anbieter in den USA vor Doch gibt es bereits jetzt Spekulationen darüber, dass auch die neue Regelung nicht der Überprüfung durch EU-Gerichte standhalten dürfte. Datenschutzbeauftragte von EU-Mitgliedsstaaten haben laut dieser Meldung von Heise.de bereits Nachbesserungsbedarf angemeldet.

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