IBM mit Cloud-basiertem Object Storage für Hybrid Clouds


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    Anwendungsfelder des Object Storage Service (COS) von IBMUm bis zu 25 Prozent geringere Kosten als bei ähn­lichen Diensten ver­spricht IBM mit dem neuen Cloud Object Service (COS). Das Soft­ware-as-Service-Angebot ist für Unter­nehmen mit Hybrid-Cloud ausgelegt, die Daten sowohl im eigenen Datac­enter als auch in der IBM-Cloud speichern wollen.

    Der Object-Storage-Cloud-Service basiert auf der Technik von Cleversafe. Dieses Unternehmen hat IBM im Februar 2016 für 1,3 Milliarden Dollar gekauft. Von Cleversafe stammt auch mit "SecureSlice" eine zentrale Eigenschaft von COS. Sie ist für die Verschlüsselung der Daten-"Häppchen" (Slices) zuständig, die in den Storage-Knoten gespeichert sind.

    Spezielle Sicherheitsverfahren

    Ein Schlüsselmanagement-System ist bei SecureSlice nicht erforderlich. Der Inhalt der Daten kann nur mithilfe der Cloud’s-Accesser-Technologie von IBM in dem Rechenzentrum des Nutzers zusammengesetzt werden, in dem die Daten mithilfe von SecureSlice ursprünglich empfangen und entschlüsselt wurden.

    Für die Datenverschlüsselung beim Transport der Objects greift IBM COS auf Transport Layer Security (TLS) zurück. Der Zugang zu den Informationen lässt sich über mehrere Verfahren steuern, etwa Active-Directory- oder OpenLDAP-Server, den OpenStack-Keystone-Identity-Service, S3-Secret-Access-Keys oder das klassische Gespann Nutzername/Passwort.

    Object Storage für heterogene und verteilte Datenbestände

    Ein kleiner Exkurs zur Technologie: Bei Object Storage werden Daten als Objekte abgelegt, zusammen mit Meta-Informationen und einem Identifier. Zu den Vorteilen der Technik zählt, dass sie für das Speichern heterogener Daten ausgelegt ist. In die Metadaten lassen sich fast nach Belieben ergänzende Informationen packen, etwa zum Einsatzzweck oder dem Vertraulichkeitsgrad der Nutzdaten.

    Block- und objektorientierter Speicher im Vergleich (Bild: Druva)Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit, Objekte beziehungsweise Slices räumlich verteilt auf unterschiedlichen Storage-Knoten abzulegen. Das erhöht die Ausfallsicherheit. Hinzu kommt die Skalierbarkeit; sie ist vor allem angesichts rapide wachsender Datenmengen wichtig. Ist mehr Speicherplatz erforderlich, wird ein Storage-Cluster um weitere Knoten ergänzt.

    Zu den Nachteilen zählt, dass Object Storage wegen des Overheads nicht mit blockorientierten Speicherverfahren in Bezug auf die Performance mithalten kann. Daher ist für transaktionsorientierte Anwendungen und Applikationen mit vielen Schreibvorgängen Objektspeicher nicht die beste Wahl. Seine Stärken sind Anwendungen, bei denen Daten vorzugsweise gelesen werden. Eine zwar etwas ältere, aber gute Einführung (in Englisch) zur Technik ist in diesem Blog-Beitrag des Storage-Spezialisten Druva zu finden.

    Wirtschaftlichkeit

    IBM wirbt damit, dass Cloud Object Storage die Gesamtkosten von Cloud-Speicher im Vergleich zu Konkurrenzangeboten deutlich reduziert. Beim Speichern von 0,5 Petabyte (PB) soll der Service um bis zu 24 Prozent günstiger sein, bei 5 PB bis zu 25 Prozent. Diese Datenmengen deuten an, für welche Zielgruppe COS ausgelegt ist: Anwender, die größere Datenbestände speichern wollen.

    COS ist in zwei Formen verfügbar: Beim "Cross Region Service" werden die Daten-Slices an mindestens drei geografisch verteilte Regionen in Cloud-Rechenzentren von IBM übermittelt. Beim "Regional Service" kommen mehrere Rechenzentren in einer bestimmten Region zum Zuge. IBM bietet den Dienst als Ergänzung zum bestehenden Cloud-Object Storage-System für On-Premise-Objektspeicher und den Cloud-Object Storage-Dedicated-Service an, ein Private-Cloud-Angebot, das auf Bare-Metal-Servern läuft.

    Openstack und S3 werden unterstützt

    Object Storage zeichnet sich durch eine hohe Redundanz und damit Sicherheit aus, auch bei Ausfall von Storage Nodes.Alle Cloud-Object Storage-Services, gleich, ob sie in einem Unternehmensrechenzentrum oder als Cloud-Dienst genutzt werden, unterstützen die Schnittstellen von Amazon S3 und Openstack Swift. Zusammen mit weiteren Produkten von IBM können Nutzer eine Storage-Architektur aufbauen, die aus hausinternen und Cloud-Ressourcen besteht.

    Welche Daten wann auf welche Storage-Systeme verlagert werden, steuert der Storage-Administrator mit Hilfe von Regeln (Policies), die sich an Geschäftsprozessen orientieren.

    Cloud Object Storage ist ab sofort in den USA und Europa über die Cloud-Rechenzentren von IBM verfügbar. In Asien und dem pazifischen Raum wird es noch bis Dezember dauern. Preise gibt es nur auf Anfrage.

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