Ende von Windows XP wird für US-Firmen zum Problem


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    Am 8. April ist endgültig Schluss mit Windows XP. Dann endet der erweiterte Support des Betriebssystem-Veteranen durch Microsoft. Das bedeutet, dass weder Sicherheits-Patches noch funktionale Erweiterungen für XP verfügbar sind. Kurzum: Der Umstieg auf Windows 7 oder 8 ist für Unternehmen an der Zeit.

    Doch die Auffassung, dass US-Firmen mit der Migration von XP auf andere Windows-Versionen bereits "durch" sind und sich nur Unternehmen in Fernost und Europa noch an Windows XP festklammern, ist offenbar falsch. Laut einer Umfrage des amerikanischen Cloud-Service-Providers Evolve IP (siehe diesen Beitrag auf TechWorld) haben vor allem mittelständische US-Firmen Probleme mit der Umstellung auf neue Windows-Versionen.

    Windows 7 erste Wahl

    Evolve IP - Studie zu Windows XP in US-FirmenBefragt wurden rund 1100 Unternehmen. Rund 77 Prozent von ihnen setzen immer noch XP ein, und 60 Prozent werden die Migration auf Windows 7/8 oder eine andere Plattform wie Linux nicht vor der Deadline am 8. April schaffen. Fast die Hälfte (45 Prozent) der befragten Mittelständler räumten ein, dass in ihrem Unternehmensnetz zwischen 10 und 30 Prozent der Client-PCs noch XP verwenden.

    Wenn denn doch umgestellt wird, dann vorzugsweise auf Windows 7 (72 Prozent). Nur 13,5 Prozent der Befragten geben Windows 8 den Vorzug. Für Windows 7 spricht aus Sicht vieler Anwender unter anderem, dass Microsoft noch bis zum 14. Januar 2020 erweiterten Support zur Verfügung stellt. Der "grundlegende Support" für Win 7 läuft am 13. Januar 2015 aus (siehe dieses Dokument von Microsoft).

    Grund für das Zögern: Inkompatible Anwendungen

    Als Grund für den Betrieb von XP-Rechnern gaben 72 Prozent der befragten IT-Fachleute an, dass Anwendungen vorhanden seien, die sich nicht an Windows 7 oder 8 anpassen ließen. An die 42 Prozent führten ein zu geringes IT-Budget an, rund 22 Prozent Zeitmangel.

    Erschreckend war, dass 19 Prozent der befragten Geschäftsführer und IT-Manager nicht wussten, dass der Support für XP endet. Fairerweise muss man feststellen, dass dieses Unwissen vor allem bei den "Business-Verantwortlichen" vorhanden war. Nur 7,5 Prozent der IT-Profis waren diesbezüglich nicht informiert – immer noch ein allzu hoher Anteil.

    Ob sich diese Resultate auf Deutschland übertragen lassen, sei dahingestellt. Es steht allerdings zu befürchten, dass auch hier zu Lande gerade kleinere Firmen mit selbst entwickelten oder angepassten Anwendungen vor dem Schritt hin zu Windows 7 oder 8 zurückschrecken. Allerdings sollten sich diese Unternehmen fragen, was sie letztlich mehr kostet: eine Windows-Migration oder ein möglicher Schaden durch Hacker-Angriffe oder Datenverluste.

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