Firmen sind nicht an den App Store von Windows 8 gebunden


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    Schon seit letztem Jahr gab es Hinweise darauf, dass Microsoft mit Windows 8 einen App Store nach dem Vorbild von Apple einrichten würde. Allerdings bezogen sich noch alle Spekulationen und Erwartungen auf den Vertrieb von herkömmlichen Windows-Anwendungen, weil noch nicht bekannt war, dass Windows 8 zwei unterschiedliche Arten von Programmen unterstützen würde. Nun stellt sich heraus, dass der App Store vor allem dem exklusiven Verkauf der neuen Metro-Anwendungen dient, andere Kanäle sind dafür nicht zugelassen. Eine Ausnahme gilt nur für Unternehmen und Entwickler.

    Die Präsentation der Developer Preview offenbarte, dass Windows 8 ein hybrides System ist. Bei der neuen Startseite handelt es sich nicht bloß um einen Tablet-tauglichen Nachfolger für das gewohnte Startmenü, sondern um eine vollständig neue Umgebung für Anwendungen, die Seite an Seite mit dem klassischen Desktop und den dafür geschriebenen Win32- und .NET-Applikationen existiert. Die dafür erforderlichen Metro-Anwendungen unterscheiden sich nicht nur oberflächlich von bisherigen Windows-Applikationen, sie müssen auch anders bedient und auf Basis eines neuen Programmiermodells entwickelt werden.

    Metro-Anwendungen für den Store programmiert

    Dieser neue Schlag von Anwendungen nutzt WinRT-APIs und Metadaten, um für den Vertrieb über den App Store vorbereitet zu sein, beispielsweise um bestimmte Optionen des einheitlichen Lizenzmodells zu wählen. Zusätzlich müssen sie eine 6-stufige Prüfung bis zur Freigabe im Store durchlaufen. Microsoft verlangt von App-Entwicklern zudem nach bisherigen Meldungen einen Anteil von 30 Prozent an ihrem Umsatz.

    Insgesamt unterwirft Microsoft die neuen Metro-Anwendungen strengeren Vorgaben und behält sich ihren exklusiven Vertrieb vor. Aufgrund der öffentlichen Zugänglichkeit des Stores, der lizenzrechtlichen Zwänge und der erheblichen Gebühren für den Vertrieb ist dieses Modell zwar für den Consumer-Markt geeignet, aber nicht für Unternehmen, die Metro-Applikationen für den internen Gebrauch entwickeln. Daher ist es ihnen und Programmierern möglich, Metro-Apps direkt auf Windows-8-Geräte und ohne Umweg über den App Store aufzuspielen.

    Win32-Apps werden im Store nur gelistet

    Microsoft kündigte zusätzlich an, dass nicht nur die neuen Metro-, sondern auch traditionelle Win32- und .NET-Anwendungen über den App Store verfügbar sein sollen. Allerdings beschränkt sich ihre Präsenz auf das bloße Listing, der Download erfolgt von der Website des Anbieters.

    Außerdem gelten die für Metro-Anwendungen eingeführten Zwänge nicht, also weder die lizenzrechtlichen Vorgaben oder gar der exklusive Vertrieb über den App Store. Da Metro-Applikationen vor allem für die Touch-Bedienung ausgelegt sind und grundsätzlich im Vollbildmodus laufen, dürften die tägliche Arbeit in Unternehmen noch lange hauptsächlich mit herkömmlichen Desktop-Programmen erledigt werden.

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    Wolfgang Sommergut hat lang­jährige Erfahrung als Fach­autor, Berater und Kon­ferenz­sprecher zu ver­schie­denen Themen der IT. Da­ne­ben war er als System­ad­mi­ni­stra­tor und Con­sultant tätig.
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