Gartner-Dokument für Entscheidung zwischen vSphere und Hyper-V


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    Gartner-Analyst Thomas Bittman publizierte kürzlich eine Entscheidungshilfe, die bei der Wahl zwischen den Virtualisierungs­systemen von VMware und Microsoft helfen soll. Es handelt sich dabei weniger um eine Gegenüberstellung von Features, sondern mehr um eine Anleitung, wie man die Produkte am besten bewerten soll.

    Der technische Vergleich der beiden Plattformen fällt schwer, weil die Features auf jeweils verschiedene Produkte verteilt sind, andere Bezeichnungen führen und nicht immer die gleichen Fähigkeiten beschreiben. Dieser Aufgabe nimmt sich das Gartner-Dokument nur beiläufig an, aber dafür sind ohnehin Tools wie die Virtualization Matrix besser geeignet.

    Drei Hauptkriterien für die Entscheidung

    Für Thomas Bittman ist der Vergleich des Funktionsumfangs nur ein Aspekt bei der Kaufentscheidung. Dabei rät er, anstelle einer globalen Gegenüberstellung der Features lieber gezielt jene herauszugreifen, die man beim Einsatz der Systeme als kritisch erachtet. Insgesamt attestiert er Microsoft, dass es bei der Funktionalität weitgehend mit VMware gleichgezogen hat.

    Der Gartner-Analyst zieht bei der Wahl zwischen VMware und Microsoft neben dem Funktionsumfang zwei weitere Kriterien heran, nämlich den Preis und die Total Cost of Ownership (TCO). Beim Anschaffungspreis stützt er die Behauptung von Microsoft, wonach seine Produkte günstiger seien.

    VMware bei großen Installationen wesentlich teurer

    Allerdings schwanken die Unterschiede abhängig von der Größe der Installation. Gerade in kleineren und mittleren Unternehmen, wo man Preisvorteile von Microsoft vermuten würde, käme VMware oft billiger, weil dort die kleineren Editionen von vSphere ausreichen. Dagegen wirke es in solchen Umgebungen als kostensteigernd, wenn der Einsatz von System Center erforderlich wird.

    Besonders weit geht dem Dokument zufolge die Schere bei großen Installationen auseinander, wo vSphere doppelt so viel kosten kann als die Microsoft-Produkte. Hier lässt sich VMware offenbar einen Premiumaufschlag bezahlen, weil es über eine Reihe von Enterprise-Features bietet, über die Microsoft noch nicht verfügt.

    VMware günstiger im Unterhalt

    Das letzte Entscheidungskriterium sind die Unterhaltskosten für die beiden Systeme. Sie werden maßgeblich bestimmt durch die VM-Dichte und die Bedienbarkeit der Software. In beiden Punkten sieht Bittman VMware im Vorteil. Im Schnitt könnte VMware-Anwender mehr virtuelle Maschinen pro Host ausführen, außerdem sei das Management von vSphere deutlich einfacher und konsistenter als jenes von Hyper-V.

    Vorgehen bei der Entscheidung zwischen VMware vSphere und Microsoft Hyper-V.

    Insgesamt empfiehlt das Dokument, die 3 Kriterien Anschaffungs- und Unterhaltskosten sowie Funktionsumfang zu gewichten. Wenn beide Systeme alle technischen Anforderungen erfüllen, dann müsste man beispielsweise abwägen, ob man den günstigeren Preis von Hyper-V durch einen niedrigeren TCO von VMware kompensieren kann.

    Das gesamte Dokument mit dem Titel How to Choose Between Hyper-V and vSphere kann auf der Website von Gartner nachgelesen werden.

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